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Sorge vor Mindestlohnanstieg bei Spargelbauern in Sachsen

Zum Saisonbeginn war es das nasskalte Wetter, das den Spargelbauern in Sachsen Kopfschmerzen bereitete. Nun sind es Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

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Gestochener Spargel liegt neben einem Feld des Spargelhofs Nieschütz bei Meißen.
Gestochener Spargel liegt neben einem Feld des Spargelhofs Nieschütz bei Meißen. © Robert Michael/dpa

Dresden. Sachsens Spargelbauer haben nach eigenen Angaben mit dem Mindestlohn von zwölf Euro je Stunde zu kämpfen. "Der Großteil der Kosten sind die Lohnkosten", sagt Frank Saalfeld vom Verband der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstbauern (Vosba) auf Anfrage. Wenn die Lohnkosten stiegen, sei dies für Produktion und Kunden schwierig.

"Das heißt, da ich - wie wir im letzten Jahr gelernt haben - am Endkundenpreis nicht viel machen kann, müssen wir es an anderen Stellen einsparen", erklärte Saalfeld. Dementsprechend müssten Spargelbauer versuchen, mit weniger Personal das Gleiche hinzubekommen. Dies bedeute, dass deutlich effektiver gearbeitet werden müsse. Nun gehe es darum, "Qualität und Quantität zu fördern und somit die besten Bedingungen für die Erntehelfer zu schaffen".

Deutliche Steigerung des Mindestlohns erwartet

Zudem bedeuteten die gestiegenen Lohnkosten, dass alle Löhne - auch die von Festangestellten - angehoben werden müssten, sagte Julius Meinert vom sächsischen Großproduzenten Kyhna. "Das Lohnniveau ist um etwa 20 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr." Vor allem die im kommenden Jahr von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil angekündigte Mindestlohnsteigerung auf 14 Euro bereite ihm große Sorgen. Er befürchtet nach eigenen Worten, dass dann sächsische Produkte gegenüber Importen kaum noch konkurrenzfähig sein werden.

Heil erwartet im Januar 2024 eine deutliche Steigerung des Mindestlohns. Hintergrund sind die Inflation und höhere Tarifabschlüsse. Im Sommer soll die Mindestlohnkommission ihm einen Vorschlag unterbreiten. Während Sozialverbände den geplanten Anstieg begrüßen, warnen Arbeitgeber vor "unrealistischen Höhen". (dpa)