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So geht es im Muskauer Badepark weiter

Noch ist das Areal an diversen Stellen eine Baustelle. Doch schon am 17. September gibt es eine erste Einweihungsfeier.

Von Constanze Knappe
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Am Musikpavillon wurde kürzlich die künstlerisch gestaltete Bodenplatte poliert.
Am Musikpavillon wurde kürzlich die künstlerisch gestaltete Bodenplatte poliert. © Constanze Knappe

Bauzäune, Autos und geschäftige Arbeiter an und in Musikpavillon, Badehaus und Villa Pückler machen Parkbesuchern deutlich, dass dort Neues entsteht. Allein in diesem Jahr werden im Fürst-Pückler-Park von Bad Muskau rund 6,2 Millionen Euro verbaut, im Jahr darauf weitere 7,2 Millionen Euro. Ein Großteil dieser Gelder ist für die Badepark-Projekte und deren Fertigstellung bis 2024. So jedenfalls ist der Plan.

Musikpavillon und Badehaus sollten schon längst fertig sein. Doch es sei die Crux mit allen Bauprojekten, dass sich in der aktuellen Situation Termine und Preise nicht halten lassen, begründet Parkdirektor Cord Panning die Verzögerungen im „ewigen Stiefkind Badepark“. Nach über zehn Jahren Bauzeit und rund 12 Millionen Euro Gesamtinvestitionen wird daraus jedoch ein Park im Park geworden sein, der noch mehr Besucher in die Kur- und Parkstadt bringt.

Damit das eintritt, wird das einstige Badehaus zu Ende saniert, gibt es hier bald nicht mehr nur die bestehende Ausstellung zur städtischen Kurgeschichte, sondern eindrucksvolle Relikte, die verdeutlichen, wie gut betuchte Zeitgenossen des Fürsten mit Naturmoor und Eisenvitriolquelle kurten. Selbst Feiern werden in neuen Räumen (Grüner Salon und Cateringbereich) möglich. Eine spannende Ergänzung, sagt Panning, werde das Badehaus zudem für Fahrgäste der Waldeisenbahn Muskau (WEM), die es als Wartebereich nutzen können und, wie alle anderen Besucher, als informativen Einstieg vor der Erkundung des Badeparks samt neuer Einrichtungen.

Besonders der Boden begeistert den Chef

Zu denen gehört ein Musikpavillon, der schon bei Pückler Bestandteil des Areals war und regelmäßig bespielt wurde. Da es Kunst, Kultur und Musik noch heute (und bald öfter) im Badepark gibt, entsteht der Pavillon neu, aber nach altem Vorbild. Eine Garderobe für Künstler ist jedoch im Badehaus – dort, wo zufällig alte Moorwannen gefunden, saniert und als Zeitzeugen bewahrt, mit Glas abgedeckt und geschützt wurden. Doch außerhalb von Veranstaltungen können sich Besucher diese Besonderheit im Badehaus natürlich ansehen. Ebenso den Musikpavillon selbst, der auf den ersten Blick weniger spektakulär ist, obgleich es hier auf Millimeter-Arbeit ankam. „Die Türen bewegen sich auf Messingschienen. Das war filigran geplant, nun ist es etwas anders“, erläutert der Parkdirektor. Da die Glastüren relativ schwer seien, habe man extra kleine Hubwagen zur Bewegung konstruiert. Eine weitere Herausforderung sei gewesen, die Kante um den runden Pavillon stabil zu kriegen. Dass alles klappte, begeistert Cord Panning ebenso wie das Muster des Pavillonbodens: drei Kreise in hellem und dunklem Terrazzo, die sich überschneiden. Es wirke wie ein Mandala, meint er, sei aber technisch bedingt. „Ohne die bauliche Akzentuierung durch den Pavillon hätte im Badepark etwas gefehlt“, ist er überzeugt. Am 17. September wird er mit kleinem Fest öffentlich eingeweiht. Bis dahin soll möglichst auch die Badehaus-Sanierung abgeschlossen sein.

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Villa Pückler noch lange nicht fertig

Ein generelles Ende der Bauarbeiten im Hermannsbad bedeutet dies allerdings nicht. Das neue Herzstück, die Villa Pückler, wird nämlich erst Ende 2024 fertig. Aktuell entsteht hinterm bereits sanierten Altbau ein runder Anbau, „die Schnecke“. Darin wird ein nachgebautes Nil-Schiff stehen. Damit können Besucher der in der Villa untergebrachten neuen Dauerausstellung zu Pücklers Orientreisen eine multimedial animierte Nil-Fahrt erleben.

Ob das Nil-Schiff oder der entstehende Orientgarten – mit typischer Bepflanzung, geschlossenem Wassersystem, Brunnen und Wasserlauf – die Besucher am meisten begeistert, bleibt abzuwarten. Ebenso, wann der Garten kommt. Noch sei er laut Panning auf Grund der Preissteigerungen „nicht in trockenen Tüchern“; es könne sein, dass er erst nach der Ausstellungseröffnung kommt. Entstehen werde er aber. So wie jetzt eine bepflanzbare Pergola-Reihe, die ab dem WEM-Bahnhof (südlich vom Badehaus) Gäste zum Orientgarten geleitet.

Bauen, Zeit und Finanzierung seien durchaus herausfordernd, meint der Parkchef, aber auch die Konzeption der neuen Ausstellung, für die es „noch einige Exponate“ benötige. Generell ist er allerdings mehr als zufrieden mit der Entwicklung im Badepark, wo „man einst mit Besuchern nicht vorbeigehen mochte“. Allerdings sei es schwer gewesen, Stiftungsrat und Geldgebern von Land und Bund zu vermitteln, dass es nach Wiederaufbau von Schloss, Brücken oder Schlossvorwerk baulich und investiv im Badepark weiter gehen müsse.

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