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Parkplatz-Ärger am Bautzener Stausee

Bei schönem Wetter gerät der Parkplatz an der Talsperre Bautzen am Wochenende schnell an seine Grenzen. So soll Abhilfe geschaffen werden.

Vormittags ist die Situation auf dem Parkplatz an der Talsperre Bautzen noch übersichtlich, aber nachmittags findet sich bei schönem Wetter kaum eine freie Stellfläche - vor allem am Wochenende.
Vormittags ist die Situation auf dem Parkplatz an der Talsperre Bautzen noch übersichtlich, aber nachmittags findet sich bei schönem Wetter kaum eine freie Stellfläche - vor allem am Wochenende. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Samira Henke ist immer noch sauer, obwohl das Ärgernis schon ein paar Tage zurückliegt. Die junge Frau aus Weißenberg wollte mit ihren beiden Söhnen an der Talsperre Bautzen spazieren gehen, an der Beachbar zwischendurch mal ein Eis essen und einfach die Seele baumeln lassen. Doch schon, als sie sich an jenem Sonntag auf der B 156 dem Abzweig zur Talsperre näherte, sah Samira Henke: Auf diese Idee war nicht nur sie gekommen.

"Ein Auto nach dem anderen bog zur Talsperre ab", berichtet sie. "Ein Wunder, dass es keinen Stau auf der Bundesstraße gab." Den sah sie dann in der engen Zufahrt zum Parkplatz, der eher den Namen Acker verdient. Ein Auto reihte sich ans andere, alle auf der Suche nach einer freien Stellfläche. Doch um eine solche zu bekommen, musste erst jemand anderes wegfahren. Das konnte dauern. Die Weißenbergerin tat, was viele taten: Sie kehrte um.

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Gerade noch rechtzeitig erinnerte sie sich, dass ein Bekannter etwas von dem neuen Erlebnisspielplatz in Gesundbrunnen erzählt hatte. Auf dem "Sprejnik" genossen die Drei dann doch noch einen rundum schönen Nachmittag. Eis gab's da auch, und die junge Mutter konnte von ihrem schattigen Plätzchen aus den Söhnen beim Herumtoben zusehen.

Ab 2022 hält ein Plus-Bus an der Talsperre

Trotzdem geht ihr der Zustand am Stausee nicht aus dem Kopf. Und ihre Schilderung ist auch kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen gab es wiederholt Kritik am Park-Chaos an der Talsperre.

Zwei Dinge könnten das ändern: entweder mehr Stellflächen für Autos oder mehr Busse, die am Stausee halten. Denn es gibt ja direkt an der Einfahrt Richtung Parkplatz die Bushaltestelle Bautzen Talsperre. Montags bis freitags halten dort die Busse von drei Linien, die Bautzen mit Milkel, Mücka und Uhyst/Spree verbinden. Sonnabends steuert viermal am Tag ein Bus der Mücka-Linie die Talsperre an. Aber sonntags, wenn der meiste Betrieb am Stausee herrscht, hält dort gar kein Bus.

Jan Woitas, einer der Chefs vom Hochseilgarten an der Talsperre, fände einen Shuttlebus gut. Der könnte an den Wochenenden zwischen dem Bautzener Stadtzentrum und dem Stausee pendeln. Denn natürlich freuen sich die Betreiber der Freizeiteinrichtungen an der Talsperre über viele Besucher. "Das ist generell positiv zu sehen", findet Jan Woitas.

Die Bestellung von Busverkehr liegt in den Händen des Landratsamtes. Dessen Sprecherin Sabine Rötschke verweist auf den Stadtbus 3, der an den Wochenenden mehrmals täglich die Schleife über Burk nimmt und dabei auch die Haltestelle Ferienpark bedient, die knapp einen Kilometer von Beachbar, Hochseilgarten und Co. entfernt liegt.

Hoffnung auf einen Shuttlebus macht die Kreissprecherin nicht, hat aber trotzdem eine gute Nachricht parat: Ab Januar 2022 strickt der Landkreis sein Busnetz neu. Auf der Uhyst-Linie fahren dann Plus-Busse, die sonnabends, sonn- und feiertags alle zwei Stunden an der Haltestelle Bautzen Talsperre halten sollen.

Stadt will Parkplatz erst 2023 ausbauen

Und was ist mit mehr Stellflächen, mit einem größeren Parkplatz? Den will die Stadt voraussichtlich 2023 ausbauen, eher sieht sie keinen Handlungsbedarf. Stadtsprecher Markus Gießler weiß, dass "der Stausee Bautzen ganz besonders in den zurückliegenden Monaten aufgrund der umfassenden Corona-Einschränkungen für die Bautzener ein beliebtes Naherholungsziel war. Das Stausee-Areal wurde überdurchschnittlich frequentiert, so dass die vorhandenen Parkmöglichkeiten weitestgehend ausgelastet oder nicht ausreichend waren."

Doch mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen und der Öffnung der Freibäder und anderer touristischer Ziele geht die Stadtspitze davon aus, "dass sich die Parkplatzsituation am Stausee wieder entspannen wird. Aus den vergangenen Jahren ist uns außerhalb von Veranstaltungen keine Überlastung des Parkplatzes bekannt geworden", teilt der Rathaussprecher mit.

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So eng es mitunter auf dem Parkplatz an der Talsperre auch zugeht - es kommt nur sehr selten zu Unfällen, teilt die Polizeidirektion Görlitz mit. Sie registrierte in den zurückliegenden drei Jahren dort insgesamt nur fünf Zusammenstöße beim Ein- und Ausparken. Anfang dieses Jahres verursachte ein Autofahrer einen Sachschaden - angetrunken wollte er auf dem Parkplatz mit seinem Fahrzeug ein bisschen driften, und das ging schief.

Aber das war im Winter, jetzt steht der Sommer vor der Tür. Ob sich die Situation wirklich entspannt, will Samira Henke demnächst testen - und wahrscheinlich nicht nur sie.

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