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Bautzen: Testfahrten auf der Paulistraße

Schon länger plant die Stadt den Ausbau der Straße, wofür auch alte Linden weichen sollen. Im Zuge der Planung kam jetzt sogar die Feuerwehr zum Einsatz.

Am Mittwochmorgen wurden für die Planung des Ausbaus der Paulistraße in Bautzen Testfahrten mit einem Feuerwehrfahrzeug unternommen.
Am Mittwochmorgen wurden für die Planung des Ausbaus der Paulistraße in Bautzen Testfahrten mit einem Feuerwehrfahrzeug unternommen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Langsam und vorsichtig manövriert ein Mann das große Feuerwehrfahrzeug über das Pflaster an der Kreuzung Paulistraße /Erich-Pfaff-Straße in Bautzen. Vorbei geht es an Linien, die mit Sprühfarbe in Pink aufgetragen wurden. Vorbei geht es auch an Schneebällen auf dem Boden. Passt das Rettungsfahrzeug hindurch?

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Das Prozedere mag auf den ersten Blick komisch anmuten – hat aber einen Sinn. Die Stadtverwaltung hat am Mittwochmorgen Testfahrten durchgeführt, um im Vorfeld einer Erneuerung der Paulistraße mögliche Straßenverläufe zu prüfen. Die Markierungen stellen dabei mögliche künftige Bordführungen da. Das Ziel: Testen, ob Rettungsfahrzeuge und Müllwagen problemlos um die Kurven fahren können.

Oft passiert das nicht draußen, sondern am Computer. „Da die einmündenden Straßen zur Paulistraße mitunter recht schmal sind, wurde zur genaueren Prüfung ein Praxistest mit einem Feuerwehrauto vorgenommen“, erklärt Bautzens Baubürgermeisterin Juliane Naumann.

Auch Kreuzungsbereiche sollen umgestaltet werden

All das steht im Zusammenhang mit dem grundhaften Ausbau der Straße, den die Stadt vornehmen will. Dafür werden die Planungen jetzt weitergeführt. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat das der Bauausschuss des Stadtrates im Januar beschlossen. Im Rahmen des grundhaften Ausbaus sollen auch die Kreuzungsbereiche umgestaltet werden. Wann es mit den Bauarbeiten losgehen soll, ist nach Angaben der Stadt aber noch unklar.

Unabhängig davon soll auch in diesem Jahr in der Straße gebaut werden. So sollen ab Juli Arbeiten am Schmutzwasserkanal durchgeführt werden. Außerdem sollen in der Straße Fernwärmerohre verlegt werden. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wird aber keine der alten Linden entlang der Straße gefällt, teilt die Stadt mit.

Anwohner sind gegen Baumfällungen

Schon seit Langem gibt es Ärger um die Ausbaupläne der Stadt in der Paulistraße. Denn im Zuge der Arbeiten, die nun auf später verlegt worden sind, sollen die alten Linden in der Straße gefällt werden. Anwohner hatten deshalb Unterschriften gesammelt und gegen die Pläne der Stadt protestiert. In der Löbauer Straße machen sie derzeit mit einem Banner auf die Baumfällungen aufmerksam.

„Der Gedanke, städtisches Grün zu erhalten, fehlt mir bei den Ausbauplänen der Stadt“, sagt zum Beispiel Anwohner Marco Kosak, der schon länger für den Erhalt der Linden kämpft. Er ist überzeugt, dass sich hätten Lösungen finden lassen, die Bäume zu erhalten. „Wenn der Baum gefällt ist, ist er weg – einen Baum in seinen besten Jahren kann man nicht ersetzen, indem man einen jungen Baum nachpflanzt. Die Krone spendet Schatten, sorgt für ein gutes Klima in der Stadt, für Sauerstoff“, sagt er. Er spielt damit darauf an, dass die Stadtverwaltung statt der alten Linden neue, junge Bäume pflanzen möchte.

Bis der Ausbau beginnt, dauert es noch eine Weile

Anders bewertet das die Stadt. „Ein grundhafter Ausbau der Straße ist bautechnologisch kaum umsetzbar bei Erhalt der Bestandsbäume“, sagt Baubürgermeisterin Juliane Naumann. „Zudem bestünde eine derartige Beeinträchtigung durch die Bautätigkeiten, dass der mittelfristige Erhalt der Bäume ohnehin nicht gegeben wäre.“

Bis es so weit ist, könnte es ohnehin noch ein paar Jahre dauern: Im Februar 2020 war bekannt geworden, dass das Förderprogramm für den kommunalen Straßenbau vorerst ausgesetzt wurde. Das neue Förderprogramm soll 2022 oder 2023 starten; ohne finanzielle Unterstützung will die Stadt das Projekt nicht durchführen.

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