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Berufsakademie Sachsen darf bald Master-Abschlüsse vergeben

Neuer Name und neue Möglichkeiten: Die Berufsakademie Sachsen mit ihren sieben Standorten heißt bald anders. Wie sie sich den anderen Hochschulen annähern soll.

Von Georg Moeritz
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Die Berufsakademie Sachsen in Dresden an der Hans-Grundig-Straße bekommt bald neue Namensschilder - auch an den anderen sechs Standorten in Sachsen.
Die Berufsakademie Sachsen in Dresden an der Hans-Grundig-Straße bekommt bald neue Namensschilder - auch an den anderen sechs Standorten in Sachsen. © SZ/Georg Moeritz

Dresden. Wenn die Berufsakademie Sachsen zum Jahreswechsel 2024/25 ihren Namen ändert, wird sie mehr Möglichkeiten haben: Die künftige Duale Hochschule Sachsen darf auch Master-Abschlüsse vergeben, sagte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) am Dienstag auf der Kabinetts-Pressekonferenz. Die Hochschule dürfe selbst entscheiden, auf welchen ihrer Fachgebiete sie diese Titel verleihe.

Das Kabinett hat den Gesetzentwurf zur Überführung der Berufsakademie in die Duale Hochschule zur Anhörung freigegeben. In den kommenden Wochen dürfen Interessengruppen ihre Stellungnahmen abgeben, darunter Studierendenvertretungen und Wirtschaftskammern. Die bisherige Berufsakademie bietet ein duales Studium, die Lernenden haben auch Verträge mit Unternehmen.

Studierende sollen nicht anderswo klebenbleiben

Gemkow sagte, die Berufsakademie Sachsen werde "zur vollwertigen Hochschule entwickelt". Sie stehe künftig gleichberechtigt neben den anderen Hochschulformen Universität, Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunsthochschule. Bisher seien die Abschlüsse trotz staatlicher Gleichstellung in In- und Ausland auf Akzeptanzprobleme gestoßen. Ein Ziel sei die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse.

Den Unternehmen sei es wichtig, dass ihre künftigen Mitarbeiter auch höherwertige Abschlüsse wie den Master machen könnten. Falls sie in andere Bundesländer gehen würden, um sich dort weiterzubilden, könnten sie womöglich dort bleiben und der sächsischen Wirtschaft verloren gehen. Gemkow sagte, Sachsen müsse "den Klebeeffekt erhöhen".

Duale Hochschule darf auch forschen

Die Hochschule dürfe auch Forschung mit abdecken, sagte der Minister. Allerdings müsse es eine "Verschränkung" mit den Praxispartnern geben. Eine Abgrenzung zu anderen Hochschulen bleibe bestehen, es werde "keinen Kannibalisierungseffekt" geben. Baden-Württemberg und Thüringen seien Vorbilder. Zum 1. Januar 2025 beginne der Regelbetrieb als Duale Hochschule Sachsen.

Die sieben Standorte der Hochschule sind Dresden, Leipzig, Bautzen, Riesa, Plauen, Glauchau und Breitenbrunn im Erzgebirge. Die Einrichtung bietet mehr als 60 Studienangebote in Technik, Wirtschaft, Soziales und Gesundheit. Laut Ministerium studieren 4.300 Menschen an der Berufsakademie Sachsen, mehr als 3.000 Betriebe sind Praxispartner. Die Duale Hochschule Sachsen wird ein zentrales Rektorat haben. Derzeit hat sie eine zentrale Geschäftsstelle in Glauchau. Professor Andreas Hänsel wurde Mitte vorigen Jahres als Präsident der Berufsakademie Sachsen wiedergewählt.