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Der harte Kampf der Dresdner Einzelhändler

Dresdner Ladeninhaber erzählen, wie schwer Corona für sie war - und immer noch ist.

Ina Branitz aus dem Touch of Nature.
Ina Branitz aus dem Touch of Nature. © Sven Ellger

Dresden. Ihr Jubiläumsjahr hatte sich Ina Branitz anders vorgestellt. Die Inhaberin des Naturkosmetikstudios Touch of Nature feiert in diesem Jahr mit ihrem Laden 15-jähriges Jubiläum. Doch dann kam Corona und damit alles anders.

 "Wir hatten sechs Wochen lang während des Lockdown komplett zu, acht Wochen lang durften wir keine Behandlungen machen", so Branitz. Eine harte Zeit. Keinen Euro verdiente sie, musste aber Miete und Co. für den Laden auf der Böhmischen Straße in der Neustadt weiter zahlen. 

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"Die Kunden sind unsicher"

Seit Mitte Mai durfte Touch of Nature wieder öffnen, aber die Kunden waren erst einmal verhalten. "Wir mussten ganz schnell aufgrund der Hygienemaßnahmen mehr Handtücher und Bettlaken besorgen", sagt Ina Branitz. Nun müssen sie und ihre Mitarbeiter Maske tragen, die Kunden während der Behandlung nicht, aber beim Kommen und Gehen. 

Und auch heute: "Die Kunden sind unsicher, sagen schneller mal einen Termin ab, weil viele Angst vor Ansteckung mit Corona haben", beobachtet Branitz. Aber sie gibt nicht auf und bleibt optimistisch.

"Ich habe aktuell zwei Mitarbeiter und suche jetzt auch wieder eine neue Mitarbeiterin", sagt Branitz.  Etwa 15 Behandlungen pro Tag schaffen sie und ihre Angestellten. Zum Angebot gehören Massagen, Gesichtsbehandlungen oder Wellness-Behandlungen wie Ohrenkerzen.

Vermieter hat gekündigt

Ebenso einen schwierigen Kampf erlebt gerade Berit Heller vom verpackungsfreien Laden "Lose" in der Neustadt. "Corona war natürlich ein Einschnitt", sagt Heller. Dann gab es auch noch ein Sommerloch. "Ich denke, vieler meiner Kunden waren froh, dass sie nach dem Lockdown wegfahren konnten und das haben sie getan", sagt die Unternehmerin. "Das habe ich bei meinem Umsatz gemerkt." 

Jetzt nach den Sommerferien gehe es wieder los und die Kunden kauften unverpacktes Obst, Gemüse, Pasta und Co. gerade sehr im Trend sind Edelstahldosen- und Flaschen, die man für unterwegs befüllen kann. Oder auch Damenrasierer aus Edelstahl. Hier muss man nur die Klinge austauschen und spart damit Plastik.

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Auch Bernd Lehmann vom Antikhandel auf der Rähnitzgasse erlebt gerade einer schwere Zeit. "Mein Vermieter hat uns für den Laden gekündigt, jetzt suchen wir was Neues." Gar nicht so einfach in der Pandemie. Er hat um die 10.000 Artikel im Sortiment und bietet viele davon gerade günstiger an, wie er sagt, um wieder etwas Geld in die Kasse zu spülen. Auch verdiente während  des Lockdowns nichts.

Er muss seinen Laden räumen wegen Kündigung des Vermieters .
Er muss seinen Laden räumen wegen Kündigung des Vermieters . © Marion Doering

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