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Wirtschaft

Corona: Fairtrade-Umsatz gesunken

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland weniger fair gehandelte Banananen und Kleidung gekauft. Dafür stieg der Kaffeekonsum.

Transfair möchte Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern wie in dieser Textilfabrik in Madhya Pradesh in Indien verbessern. Seit 1992 gibt es den Verein.
Transfair möchte Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern wie in dieser Textilfabrik in Madhya Pradesh in Indien verbessern. Seit 1992 gibt es den Verein. © obs/TransFair e.V./Sean Hawkey/Fairtrade

Köln. Im Corona-Jahr 2020 sind die Umsätze für Fairtrade-Produkte leicht gesunken. Dennoch bleibe der Zuspruch zu fair produzierten und gehandelten Produkten gerade bei Jüngeren "ungebrochen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Fairtrade Deutschland, Dieter Overath, am Mittwoch bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz in Köln. Insgesamt habe das Minus 2020 rund fünf Prozent betragen und der Umsatz in Deutschland somit bei 1,9 Milliarden Euro gelegen. Die Organisationen der Produzenten in armen Ländern bräuchten den fairen Handel aber mehr denn je, erklärte Overath. Transfair habe die Unterstützung in der Krise durch den Corona-Hilfsfonds "massiv ausgebaut."

Der Konsum von einigen Produkten ist laut Fairtrade während der Pandemie gestiegen. Beim Kaffee gab es den Angaben zufolge einen Zuwachs von sechs Prozent auf 24.000 Tonnen. Damit liege der Marktanteil für Fairtrade-Kaffee in Deutschland bei fünf Prozent. Auch bei Zucker (plus 31 Prozent), Fruchtsäften (plus vier Prozent) sowie Blumen (plus sieben Prozent) seien Umsatzsteigerungen verzeichnet worden. Jede dritte Rose in Deutschland trägt demnach das Fairtrade-Siegel.

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Rückläufig war dagegen der Umsatz von Kakaobohnen mit einem Minus von drei Prozent, wie es hieß. Der Rückgang bei Bananen um 14 Prozent sei vor allem auf den starken Preiskampf zurückzuführen. Um 30 Prozent gesunken seien zudem die Verkaufszahlen von Textilien mit Fairtrade-Baumwolle.

Neben Mindestpreisen und langfristigen Verträgen erhalten die Fairtrade-Partnerorganisationen einen Aufschlag, die Fairtrade-Prämie. Diese dürfe in der Pandemie als Ausgleich für Einkommenseinbrüche ausgezahlt werden, erklärte Nyagoy Nyong'o, Chefin von Fairtrade International. Sie schilderte die
katastrophalen Folgen der Corona-Krise für die Bauern in Afrika und
Indien. Fairtrade sei dabei eine Antwort auf drei globale Krisen, die eng
zusammenhängen: Corona, Klimawandel und soziale Gerechtigkeit.

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Durch Verkäufe auf dem deutschen Markt seien weiter 38 Millionen Euro an Prämien erwirtschaftet worden. Außerdem stünden 15 Millionen Euro aus einem Corona-Hilfsfonds für Nothilfe zur Verfügung, Geld aus Eigenmitteln des globalen Fairtrade-Netzwerks sowie von weiteren Unterstützern, darunter das Bundesentwicklungsministerium. "Eine halbe Million Menschen in 900 Produzentenorganisationen aus rund 60 Ländern haben bereits davon profitiert - von Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln bis zu Aufklärungskampagnen und Trainings", sagte Nyong'o. (epd)

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