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RKI: Millionen Menschen müssten Corona-Impfung auffrischen

72 Prozent der erwachsenen Deutschen haben eine Auffrischungsimpfung erhalten, nur acht Prozent eine zweite. Das RKI fordert nun, nachzubessern.

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Viele Deutsche haben eine erste Auffrischungsimpfung bekommen - die vierte Impfung haben jedoch nur wenige erhalten.
Viele Deutsche haben eine erste Auffrischungsimpfung bekommen - die vierte Impfung haben jedoch nur wenige erhalten. © Christoph Schmidt/dpa

Berlin. Angesichts einer guten Schutzwirkung von Corona-Auffrischimpfungen gegen schwere Verläufe auch in Omikron-Zeiten sieht das Robert Koch-Institut (RKI) bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf. "Neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften besteht auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten der Bedarf, Impflücken zu schließen", geht aus einem neuen Monatsbericht zu Covid-19-Impfungen eines RKI-Teams vom Donnerstag hervor. "So müssten noch ca. 1,3 Mio. Personen im Alter ab 60 Jahren und ca. 7,9 Mio. Personen im Alter von 18-59 Jahren ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen." Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60.

Bei der Corona-Impfquote in Deutschland hat sich laut dem Bericht zuletzt hauptsächlich bei der zweiten Auffrischimpfung für ältere Menschen noch etwas getan. Allerdings habe nach Daten bis Ende März die Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen noch keine zweite Auffrischimpfung erhalten, hieß es. Erstimpfungen würden am wenigsten verabreicht.

Auffrischungsimpfungen haben hohe Effektivität

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine zweite Auffrischimpfung einigen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern, Menschen ab 70 Jahren und Personal medizinischer Einrichtungen.

Die RKI-Experten bekräftigen, dass Auffrischimpfungen insgesamt eine hohe Effektivität gegen eine Einweisung ins Krankenhaus wegen Corona aufweisen. Die Inzidenz der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 habe in der Omikron-Welle zwar generell abgenommen. Sie sei zuletzt in allen Altersgruppen in der ungeimpften Bevölkerung jedoch am höchsten gewesen.

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Für einen mehrwöchigen Zeitraum im April und Mai 2022 sei etwa für ungeimpfte Menschen das Risiko, wegen Covid-19 in einem Krankenhaus behandelt zu werden, bei 12- bis 17-Jährigen fast siebenfach, bei 18- bis 59-Jährigen fast vierfach und bei Menschen über 60 neunfach erhöht gewesen im Vergleich zu Menschen mit einer Auffrischimpfung. Zu letzteren zählten Personen, für die mindestens drei Dosen eines Covid-19-Impfstoffes angegeben waren.

72 Prozent dreifach geimpft - nur acht Prozent vierfach

Konkret sind laut aktuellem Monitoring mit Stand Anfang Juli gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, knapp 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, gut acht Prozent eine zweite.

Das Papier umfasst Informationen zu Impfquoten, Impfeffektivität, Impfakzeptanz sowie die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) und Übersichten zu Ergebnissen internationaler Studien. Das Papier soll künftig monatlich aktualisiert werden. In der Vergangenheit waren diese Informationen zum Teil im Corona-Wochenbericht zusammengetragen worden, nun sollen sie in erweiterter Form einen kompakten Überblick über Covid-19-Impfung geben, hieß es. (dpa)