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Sachsen hebt Priorisierung beim Impfen auf

Ab Montag können sich alle Impfwilligen in Sachsen um einen Termin bemühen. Das DRK gibt 3.000 frei. Doch Geduld ist trotzdem gefragt.

In Sachsen können sich ab kommenden Montag (7. Juni) alle Bürger um einen Termin für eine Corona-Schutzimpfung bemühen
In Sachsen können sich ab kommenden Montag (7. Juni) alle Bürger um einen Termin für eine Corona-Schutzimpfung bemühen © dpa

Dresden. Die Impfkampagne im Freistaat Sachsen soll ab Montag weiter Fahrt aufnehmen. Dann wird die feste Impfreihenfolge in den Impfzentren aufgehoben. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kündigte an, um die Mittagszeit rund 3.000 Termine für Erstimpfungen freizuschalten. „Es wird zudem grundsätzlich leichter, sich zu registrieren“, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich. Bereits ab acht Uhr müsse auf dem Buchungsportal niemand mehr nachweisen, welcher Prioritätengruppe er angehöre. Jeder ab 14 Jahren kann sich dann für einen Termin registrieren. Auch der Check-In am Impfzentrum wird einfacher: Bund und Länder hatten eine generelle Öffnung der Corona-Impfungen vereinbart, Sachsen schließt sich dem an.

Viele müssen sich aber wegen des knappen Impfstoffes vorerst weiter gedulden. Kranich sprach von einer „unglücklichen Situation“, weil die Herabsetzung der Altersgrenze für das Impfen mit der Aufhebung der Priorisierung mit einer „Talsohle“ bei der Impfstofflieferung zusammenfalle.

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Ab Mitte nächster Woche will das DRK zudem die Serverkapazität für das Buchungsportal verdoppeln. Dann können sich 8.000 Menschen gleichzeitig statt wie bisher 4.000 registrieren. Damit sei es möglich, schneller Termine zu vergeben - wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht.

Auch Betriebsärzte sollen routinemäßig ab dem 7. Juni in die Impfkampagne einbezogen werden. Hausarztpraxen hatte die Impfreihenfolge bereits am 24. Mai aufgehoben.

Mit Aufhebung der Impfreihenfolge können sich Menschen unabhängig von Vorerkrankungen oder Beruf impfen lassen. In den Arztpraxen ist die Priorisierung in Sachsen bereits seit dem 24. Mai aufgehoben.

Mit Stand Samstag wurden in Sachsen knapp 2,6 Millionen Impfdosen verabreicht. 23,5 Prozent der Menschen im Freistaat sind laut RKI bereits vollständig geimpft.

Weitere Lockerungen stehen an

Unterdessen geht die Ansteckungsquote in der Corona-Pandemie weiter zurück. Am Sonntag wies das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 24,6 für den Freistaat aus. Am Tag zuvor lag die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner noch bei 25,6. Binnen eines Tages wurden insgesamt 149 Neuinfektionen sowie 43 Todesfälle registriert. Als einzige Region lag das Erzgebirge knapp über der 50er Marke, am wenigsten Neuinfektionen gab es im einstigen Hotspot Vogtland mit 8,4.

In der nächsten Woche stehen unter anderem im Vogtland sowie in Dresden und Leipzig weitere Lockerungen an - unter anderem mit dem Wegfall der Testpflicht in einigen Bereichen. Das ist möglich, weil die Inzidenz stabil unter der Marke von 35 liegt. Zudem sieht die neue Landesverordnung ab Mitte Juni weitere umfangreiche Lockerungen der bisherigen Corona-Regeln vor.

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