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Die neuen Ideen der veganen Konditorin

Sindy Ullrich hat sich in Dippoldiswalde mit zucker- und glutenfreien Produkten selbstständig gemacht. Das läuft gut. Sie entwickelt die nächsten Produkte.

Sindy Ullrich aus Reinberg bei Dippoldiswalde ist mit ihren zucker- und glutenfreien Kuchen erfolgreich. Jetzt plant sie die nächsten Schritte mit ihrem Gewerbe.
Sindy Ullrich aus Reinberg bei Dippoldiswalde ist mit ihren zucker- und glutenfreien Kuchen erfolgreich. Jetzt plant sie die nächsten Schritte mit ihrem Gewerbe. © Egbert Kamprath

„Ich komme gerade von Arbeit und jetzt beginnt meine Arbeit“, sagt Sindy Ullrich. Ihre eigene Arbeit ist die Herstellung von veganen, gluten- und zuckerfreien Desserts. Damit hat sie sich Anfang März in ihrem Elternhaus im Dippoldiswalder Ortsteil Reinberg selbstständig gemacht. Aber für den finanziellen Rückhalt arbeitet die Konditorin auch noch drei Tage die Woche in einem Restaurant in Dresden.

Die Idee hat sie aus ihren Jahren in Australien mitgebracht

Damit ist sie rundum ausgelastet. „Jetzt am Wochenende habe ich mir einen freien Tag gegönnt und bin mit meiner Familie wandern gegangen, sonst bin ich eigentlich jede Minute mit meinen Produkten beschäftigt“, erzählt die 27-Jährige. Zum einen ist sie überrascht, wie groß die Nachfrage nach ihren Waren ist. "Gerade auch aus Dippoldiswalde und Umgebung habe ich viele Anfragen und Bestellungen. Das hatte ich gar nicht so erwartet. Ich habe eher gedacht, dass die Hauptnachfrage aus Dresden kommt“, erzählt sie. Wobei sie auch mit dem dortigen Interesse zufrieden ist.

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Sindy Ullrich produziert Torten und kleine Kuchenstückchen ohne raffinierten Zucker, ohne tierische Produkte und glutenfrei. Die Idee dazu hat sie bei ihrem mehrjährigen Australien-Aufenthalt nach dem Abitur bekommen. Dort hat sie auch eine Ausbildung zur Konditorin gemacht. Nach ihrer Rückkehr begann sie die Selbstständigkeit vorzubereiten. Mit Hilfe ihrer Eltern richtete sie im Untergeschoss eine kleine Küche ein, gestaltete Flyer und eine Internetseite und ging mit den Produkten Anfang März an die Öffentlichkeit.

Die ersten Händler bieten ihre Stücke an

Erst hat sie vorwiegend auf Bestellung gearbeitet. Da konnten die Kunden bei ihr in Reinberg die Produkte abholen oder die Konditorin liefert im Umkreis um Dipps sowie in Dresden auch selbst aus. Inzwischen sind ihre süßen Stückchen auch an der Theke im Fairmarkt in Dippoldiswalde oder im Restaurant "Sprout" in der Dresdner Neustadt zu finden.

Die nächsten Ideen sind aber schon am Wachsen. Sindy Ullrich will Energy Balls in ihr Sortiment aufnehmen. Das sind kleine energiereiche Bällchen, die man beispielsweise auf Arbeit mitnehmen kann oder als Proviant auf eine Wanderung. Die Idee dazu hat sie auch aus Australien mitgebracht. „Dort gibt es so etwas in jedem Café“, erzählt Sindy Ullrich.

Die Produktentwicklung für Energiebällchen läuft

Auch von anderen Seiten bekommt sie viele Ideen und Anregungen. „Meine Familie, meine Freunde sind eine Quelle dafür", sagt sie. Auch aus dem Internet kommen Vorschläge. Seitdem sie jetzt auf dem Markt ist, gibt es auch viele Gespräch mit Kunden, die ebenfalls Anregungen geben.

"Für die neuen Energy Balls bin ich momentan noch in der Produktentwicklung“, sagt sie. Das heißt probieren, das Rezept etwas verfeinern, nochmal probieren. Die Eltern oder Freunde werden dabei immer wieder als Testesser eingespannt.

„Die sind oft schneller zufrieden als ich“, sagt die Konditorin. „Ich muss aber wirklich voll hinter meinem Produkt stehen können, schließlich will ich es auch verkaufen.“ Daran wird sie noch einige Wochen arbeiten. Drei Geschmacksrichtungen will sie anbieten. Dann hofft die junge Reinbergerin, dass diese auch den Geschmack der Kunden treffen.

Zutaten in Bio-Qualität haben ihren Preis

Wenn das Rezept für das neue Produkt perfekt ist, endet die Arbeit daran ja nicht. Die Konditorin muss ihre Flyer neu gestalten. Sie muss ausprobieren, ob die Verpackung, die sie jetzt nutzt, dafür auch geeignet ist. Wenn nicht, dann heißt es eine Alternative suchen. Ihre Neuheit muss sie in ihren Internetauftritt einbauen und die Preise kalkulieren.

Darüber gab es schon Diskussionen beispielsweise auf Facebook. Denn ihre Produkte sind nicht billig. „Aber wer weiß, was Zutaten in Bio-Qualität kosten, Nüsse zum Beispiel, der weiß, dass die Preise fair sind“, sagt sie. Eine Box mit zwölf Kuchenstückchen kostet beispielsweise 49 Euro.

Ihre Ideen reichen aber schon weiter. So wurde sie schon nach Produkten für eine Keto-Diät gefragt, bei welcher der Körper mit wenigen Kohlehydraten auskommt. „Ich experimentiere einmal damit. Wenn genug Nachfrage kommt, könnte ich mir das vorstellen“, sagt sie.

Anfragen aus ganz Deutschland

Und der Vertrieb kann sich auch noch ändern. Derzeit kann man ihre Produkte nur in Dipps und Umgebung bekommen sowie in Dresden - und zu bestimmten Terminen in Paderborn weil von dort der Freund ihrer Schwester stammt. Vor allem auf ihren Internetkanälen bekommt Sindy Ullrich immer wieder Anfragen, ob sie nicht auch in andere Gebiete liefern kann, vor allem aus dem Raum Leipzig kommen öfter Wünsche.

Sie will sich darüber informieren. Ihre Produkte werden ja kühl aufbewahrt. Sie müsste also einen Kühlversand nutzen. Der kostet auch wieder. „Ich fange erstmal hier an, dann kann ich immer noch weitere Schritte gehen“, sagt Sindy Ullrich.

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