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Erste Mieter ziehen in Neubau am Dresdner WTC ein

Die Nachfrage bei der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden (SWGD) ist enorm. Nun ziehen die ersten Mieter an einen Neubau am WTC ein. Welche Projekte die SWGD noch vorhat.

Von Peter Hilbert
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Die Genossenschaftsvorstände Mathias Schulze (l.) und Torsten Munk (r.) freuen sich, dass die Wohnungen im Neubau neben dem WTC stark gefragt sind. Maria und Sven Dalinger gehören zu den ersten Mietern.
Die Genossenschaftsvorstände Mathias Schulze (l.) und Torsten Munk (r.) freuen sich, dass die Wohnungen im Neubau neben dem WTC stark gefragt sind. Maria und Sven Dalinger gehören zu den ersten Mietern. © Sven Ellger

Dresden. Maria und Sven Dalinger stehen vor dem Neubau an der Ammonstraße direkt neben dem World Trade Center. An ihrer Seite die Vorstände der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden (SWGD) Mathias Schulze und Torsten Munk. Die 35-jährige IT-Spezialistin und der 38-jährige Elektroingenieur freuen sich über ihre neue Vier-Zimmer-Wohnung, die mit ihren 85 Quadratmetern viel Platz für das junge Ehepaar bietet.

"Es war ein cooles Gefühl. Wir gehörten zu den ersten beiden Familien, die Anfang April eingezogen sind", sagt Sven Dalinger. Die beiden Vorstände sind auch zufrieden, dass trotz der Corona-Krise ihr zweiter Neubau nach der Wende pünktlich übergeben werden konnte.

Der Neubau: Tiefgarage für 100 Fährräder

Bis 2020 stand ein Zehngeschosser an der Ammonstraße 68. "Die Kosten für eine Sanierung des wären zu hoch gewesen", erklärt Vorstand Munk. Deshalb habe sich die Genossenschaft für den Abbruch und einen achtstöckigen Neubau entschieden. Im Herbst 2020 waren die Abrissbagger angerollt. Dann ging es Schlag auf Schlag. Im Neubau gibt es 47 barrierearme Zwei- bis Vierraum-Wohnungen. Als besonderen Vorteil sieht Sven Dalinger das Zwischengeschoss mit 100 Fahrrad-Stellplätzen über der Tiefgarage.

Er ist in der Wilsdruffer Vorstadt aufgewachsen. Seine Eltern und Großeltern wohnen noch heute dort. Das Ehepaar ist von einer SWGD-Wohnung in den Neubau gezogen. "Vorher hatten wir bei der Vonovia gewohnt", erzählt der neue Bewohner. Zwischen beiden Unternehmen gebe es einen gewaltigen Unterschied. Bei der Vonovia habe es schon mal zwei Monate gedauert, bis die ausgefallene Beleuchtung in der Garage instandgesetzt wurde. "Die Genossenschaft kümmert sich hingegen um ihre Häuser. Die Hausmeister sind superschnell und hilfsbereit", sagt Dalinger.

Zwar liegt die sechsspurige Ammonstraße direkt vorm Haus. "Doch die Fenster sind dreifach verglast. Da ist das überhaupt kein Problem", berichtet Maria Dalinger. Für die neue Wohnung bezahlt das Paar rund 900 Euro Kaltmiete. Die liegt im Neubau zwischen 9,50 und elf Euro pro Quadratmeter, erklärt Vorstand Munk. "Von den 44 Wohnungen sind nur noch drei frei."

Die SWGD hat 250 Häuser mit 9.586 Wohnungen. Lag der Leerstand Anfang der 2000er-Jahre noch bei knapp acht Prozent, so sind es heute nur noch rund drei Prozent, berichtet Vorstand Schulze. Leerstehende Wohnungen seien jetzt vor allem wegen der Sanierung mehrerer Häuser nötig. Die durchschnittliche Kaltmiete der Genossenschaft liegt bei 6,16 Euro. Wohnungen in teilsanierten Plattenbauten sind ab fünf bis 5,50 Euro Kaltmiete je Quadratmeter zu haben.

Das Großprojekt: 30 Millionen für Micktener Wohngebiet

Die Genossenschaft setzt auch ihre Strategie fort, ganze Wohngebiete zu modernisieren. Das hat im 2020 im Micktener Wohngebiet an der Lommatzscher Straße gegenüber vom Elbepark begonnen. Zum Gebiet gehören die Häuser Lommatzscher Straße 55-119 mit 413 Wohnungen. Dafür investiert die SWGD bis 2025 rund 30 Millionen Euro. Von den fünf Häusern sind bereits drei fertig.

Eine mit Aluminium verkleidete Fassade haben drei Wohnblocks an der Lommatzscher Straße in Dresden-Mickten bekommen. Die Genossenschaft hat deshalb so großen Aufwand betrieben, da die Fassaden ein Blickfang an der Autobahnzufahrt sein sollen.
Eine mit Aluminium verkleidete Fassade haben drei Wohnblocks an der Lommatzscher Straße in Dresden-Mickten bekommen. Die Genossenschaft hat deshalb so großen Aufwand betrieben, da die Fassaden ein Blickfang an der Autobahnzufahrt sein sollen. © Christian Juppe

"Die Häuser haben eine vorgehangene, wärmegedämmte Fassade bekommen, die das Quartier optisch aufwerten", sagt Munk. Die Oberfläche ist aus Aluminium. "Da es die Einfallstraße für Dresden an der Autobahnzufahrt ist, muss die Fassade ein Blickfang sein, der auch zum Elbepark passt", fügt Vorstand Schulze hinzu.

Die Miete von 4,90 Euro je Quadratmeter ist wegen der Modernisierung auf sieben bis acht Euro gestiegen, erklärt Schulze. Das hänge auch davon ab, ob der jeweilige Eingang einen Aufzug hat. Bis Anfang 2025 werden noch die beiden Häuser im hinteren Bereich saniert, deren Fassade mit einem Wärmedämm-Verbundsystem aus Styroporplatten verkleidet wird.

Die Strategie: Einheimische Handwerker arbeiten für SWGD

"Wir setzen auf langfristige Verträge mit Firmen aus der Region", erklärt Schulze die Strategie für die Sanierung. Bereits bei der öffentlichen Ausschreibung 2020 wurde mit den Unternehmen gesprochen, um sie für die gesamte Bauzeit von fünf Jahren zu binden. "Bis auf den Fassadenbauer aus Leipzig sind alle Firmen aus Dresden und dem Umland. Wir wollen, dass das Geld bei den Handwerkern in der Region bleibt", sagt der Vorstand.

Derzeit wird das nächste Haus saniert. SWGD-Bauleiterin Annett Pallmann stimmt mit Vorarbeiter Frank Riemer vom Boxberger Baubetrieb Schur Details zu den Arbeiten ab. Die Genossenschaft hat die Aufträge bei dem 30-Millionen-Projekt ausschließlich an sächs
Derzeit wird das nächste Haus saniert. SWGD-Bauleiterin Annett Pallmann stimmt mit Vorarbeiter Frank Riemer vom Boxberger Baubetrieb Schur Details zu den Arbeiten ab. Die Genossenschaft hat die Aufträge bei dem 30-Millionen-Projekt ausschließlich an sächs © Christian Juppe

Das Klotzscher Projekt: Fernwärme ersetzt Gasboiler

Nach 20 Jahren wird eine zweite Runde bei der Instandsetzung von Häusern in Klotzsche begonnen. Dieses Jahr sind die beiden Gebäude Dörnichtweg 26-30 und Lubminer Straße 1-11 an der Reihe.

Gasboiler haben jetzt ausgedient. Zur Bereitung von Wärmwasser erhalten die Häuser nach der Heizung einen weiteren Fernwärmeanschluss. Dort werden noch andere Arbeiten ausgeführt, unter anderem am Dach, in den Treppenhäusern und an den Fassaden. Bis 2030 werden weitere Häuser in dem Viertel instandgesetzt.