Dresden
Merken

35 neue Stolpersteine werden in Dresden verlegt

Vor weiteren 18 Häusern in Dresden sollen Stolpersteine an die Vertreibung und Vernichtung von Menschen in der NS-Diktatur erinnern.

 2 Min.
Teilen
Folgen
Ein Stolperstein in der Bramschstraße 2 erinnert seit 2021 an Arthur Leuschner. Er stand als „Querulant“ dem Nationalsozialismus kritisch gegenüber und musste deshalb ins Konzentrationslager. Nun werden weitere Stolpersteine verlegt.
Ein Stolperstein in der Bramschstraße 2 erinnert seit 2021 an Arthur Leuschner. Er stand als „Querulant“ dem Nationalsozialismus kritisch gegenüber und musste deshalb ins Konzentrationslager. Nun werden weitere Stolpersteine verlegt. © Marion Doering

Dresden. Der Verein "Stolpersteine für Dresden" verlegt am Freitag 35 neue Stolpersteine vor 18 Häusern. Damit gibt es dann mehr als 300 dieser kleinen Mahnmale in Dresden, die auf Orte hinweisen, an denen Menschen vor ihrer Flucht oder Deportation und Ermordung in der NS-Zeit gelebt haben.

Die Stolpersteine sind über die gesamte Stadt verteilt und sollen an jüdische Menschen, an Sinti und Roma, politische Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und an die Opfer von "Euthanasie" und Zwangsarbeit erinnern.

Die Route startet am Freitag ab 9 Uhr an der Trachenberger Straße 23 und endet um 16.30 Uhr an der Schäferstraße. Weitere Informationen zur Route und zum Zeitplan der Steinverlegung am 23. September gibt es unter diesem Link.

"Die Stolpersteine sind ein essenzieller und haptisch erlebbarer Bestandteil der Erinnerungskultur. Sie geben den Opfern des NS-Regimes einen Namen, machen uns auf ihre Biografien, aber auch ihr furchtbares Schicksal, dass sie erleiden mussten, aufmerksam. Sie erinnern uns im Alltag daran, dass wir niemals vergessen dürfen. Und sie mahnen uns, jeglicher Form von menschenfeindlichem Gedankengut entschlossen entgegenzutreten", so Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch.

Die Stolpersteine sind ein bundesweites Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Seit 1992 werden am jeweils letzten freiwilligen Wohnort der Vertriebenen oder Ermordeten quadratische, etwa zehn Quadratzentimeter umfassende Betonquader mit einer Messingplatte in das Straßenpflaster eingelassen.

Die Gedenksteine kosten pro Stück 120 Euro. Finanziert werden sie über Privatpersonen, Vereine, Stiftungen, Bildungsträger oder Unternehmen. Der Verein "Stolpersteine Dresden" sucht aber immer wieder nach Paten, die weitere Gedenktafeln installieren wollen.

Ab 19 Uhr lädt der Verein am Freitag zu einer öffentlichen Feierstunde ins Stadtmuseum Dresden. (SZ/juj)