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Dresden als einer der gastfreundlichsten Orte der Welt ausgezeichnet

Das Reiseportal Booking. com listet Dresden unter den zehn gastfreundlichsten Städten der Welt 2023. Im Bundesvergleich landet ganz Sachsen auf Platz 2.

Von Dominique Bielmeier & Andrea Schawe
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Dresden ist mit seiner historischen Altstadt nicht nur für Besucher aus aller Welt attraktiv, sondern dabei auch besonders gastfreundlich. Das sagt zumindest die Auswertung eines Reiseportals.
Dresden ist mit seiner historischen Altstadt nicht nur für Besucher aus aller Welt attraktiv, sondern dabei auch besonders gastfreundlich. Das sagt zumindest die Auswertung eines Reiseportals. © Robert Michael/dpa

Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt weiß ihre Übernachtungsgäste willkommen zu heißen - das legt zumindest ein aktuelles Ranking des Reiseportals Booking. com nahe. Darin landet Dresden auf Platz vier der gastfreundlichsten Orte der Welt, nach Städten in Italien, Taiwan und Spanien. Aber auch der Freistaat kann sich in Sachen Gastfreundschaft in Deutschland mit einem zweiten Platz sehen lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Ranking.

Wer hat Dresden zu einer der gastfreundlichsten Städte gekürt und wieso?

Hinter dem Ranking steckt das Reiseportal Booking. com, das zum US-amerikanischen Unternehmen Booking Holdings Inc. gehört. Der Branchenriese zeichnet jährlich, und mittlerweile zum elften Mal, Reiseanbieter aus über 220 Ländern und Regionen "für ihr Engagement aus, über das ganze Jahr hinweg einen durchgehend hervorragenden Service und Gastfreundschaft zu bieten". Dafür vergibt er die sogenannten "Traveller Review Awards".

Diese basierten auf verifizierten Kundenbewertungen in dem Portal, nach eigener Aussage insgesamt über 240 Millionen. Traveller Review Awards wurden an über 1,36 Millionen Unterkünfte verliehen, davon über 76.000 in Deutschland, wobei Ferienwohnungen am häufigsten ausgezeichnet wurden (über 48.500 Awards), gefolgt von Hotels (knapp 11.000), Ferienhäusern (über 8.000), Gasthäusern (über 4.000) und Apart-Hotels (knapp 1.000).

Nach diesen Bewertungen habe Dresden es auf den vierten Platz der zehn gastfreundlichsten Städte der Welt geschafft. Rund 600 Hotels und andere Unterkünfte listet Booking. com für die Stadt. Am besten bewertet wurden darunter unter anderem die Residenz am Zwinger, das Bülow Palais, das Hotel Villa Sorgenfrei, das Hotel Suitess, aber auch private Apartments in Altstadt und Neustadt.

Die ausgezeichneten Reiseziele seien nach dem Gesamtanteil der Gewinner der Traveller Review Awards 2023 sortiert worden, nachdem sie ins Verhältnis mit der Gesamtzahl der teilnahmeberechtigten Unterkünfte in der jeweiligen Stadt oder Region gesetzt worden seien (nur Beherbergungsgewerbe). Reiseziele mussten außerdem eine überdurchschnittliche Anzahl an Gewinnern haben (jeweils mindestens 500 bei Städten und bei Regionen), um auf der Liste zu erscheinen, und wurden entsprechend geografischer Verteilung ausgewählt.

Welche anderen Orte gelten als besonders gastfreundlich?

Die zehn von Booking. com als besonders gastfreundlich ausgezeichneten Orte "erstrecken sich über fünf Kontinente und umfassen versteckte Küstenparadiese, ländliche Reiseziele umgeben von atemberaubender Natur sowie eine lebhafte lateinamerikanische Metropole", schreibt das Reiseportal.

Vor Dresden auf Platz 4 landen San Sebastián in Spanien, Hualien City in Taiwan und Gewinner Polignano a Mare. Die Stadt im italienischen Apulien wurde demnach besonders gut bewertet. "Alle Gewinner wurden nach dem Anteil an Unterkunftspartnern bestimmt, die einen Traveller Review Award 2023 erhalten haben, und bieten selbst den erfahrensten Reisenden Inspiration für ihre Bucket-List an Reisezielen", schreibt Booking. com.

Die gastfreundlichsten Städte der Welt 2023 laut Booking. com:

Aber auch der Freistaat kann sich zu den Gewinnern zählen, zumindest im Deutschland-Vergleich: Nach Rheinland-Pfalz erreichte Sachsen im Ranking Platz zwei der fünf gastfreundlichsten Regionen Deutschlands.

Die gastfreundlichsten Regionen in Deutschland 2023 laut Booking. com:

Wie kommen die Auszeichnungen für Dresden und Sachsen in der Region an?

In Sachsen ist die Freude über die Auszeichnungen groß, unter anderem bei Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU). Die Auszeichnungen zeigten "das große Engagement unserer Gastgeberinnen und Gastgeber in Dresden und Sachsen", so Klepsch, die den Betrieben für ihren Einsatz dankt, "denn mit viel Herzblut und hoher Qualität sorgen sie dafür, dass sich die Gäste bei uns wohlfühlen und sind wichtige Botschafter für den Freistaat".

Sachsen sei ein herausragendes Kultur- und Städtereiseziel von Weltrang und das in der Kombination mit unverwechselbaren Naturerlebnissen. "Ich hoffe, dass wir damit und mit der großen Gastfreundschaft noch mehr Menschen für unser Bundesland begeistern können."

"Eine hervorragende Gästewertung ist die schönste und zugleich wertvollste Anerkennung, die sich ein touristischer Anbieter wünschen kann", sagt Corinne Miseer, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH, Dresdens offizieller Dachmarketingorganisation. Die Booking. com-Gästebewertung und die Lonely-Planet-Empfehlung vor Kurzem brächten Dresden gerade im Ausland auf die Bucket-List vieler zusätzlicher Reisender. Außerdem erwarte man nun noch mehr Besucher aus Deutschland.

"Gerade jetzt, nach zwei coronageprägten Jahren, so stark als Top-Reiseziel gewürdigt und weiterempfohlen zu werden, bestärkt auch die vielen Akteure im Tourismus – von der Hotellerie über den Handel bis hin zur Gastronomie und Kultur", so Miseer weiter.

Sebastian Klink, Vorstand der Hotelallianz Dresden und General Manager des Bilderberg Bellevue Hotels Dresden, ergänzt: "Dass wir Dresdner Hotels so gut von unseren Gästen bewertet werden, steht für Teamwork und für die hohe Professionalität, mit der in unserer Branche gearbeitet wird - auch und gerade trotz großer Krisen."

"Sehr stolz" ist auch Jörg Markert, der Präsident des Landestourismusverbandes Sachsen e. V. Trotz der aktuellen Herausforderungen hätten die sächsischen Gastgeber den Gästen ein hohes Maß an Gastfreundschaft entgegengebracht. "Es ist ein positives Zeichen in schwieriger Zeit und Ermutigung für alle Akteure", so Markert. Und es zeige, dass sich die Investition in Service und Qualität lohne und richtig angelegt sei. "Unsere Bemühungen gegenüber den Gastgebern zum Umgang mit Onlinebewertungen zahlen sich aus. Wir freuen uns für das Reiseland Sachsen, besonders auch für Dresden über diese tollen Auszeichnungen."

Wie geht es der Tourismusbranche in Sachsen?

Sachsens Tourismusbranche konnte sich 2022 leicht von Corona erholen. Bis November wurden 6,4 Millionen Gäste registriert. Das sind noch etwa 17 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Im Vergleich zu 2021 ist das ein Plus von 57 Prozent - durch die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie waren die Tourismusbetriebe monatelang geschlossen. Im gleichen Zeitraum wurden 16,5 Millionen Übernachtungen registriert - 13 Prozent weniger als im Jahr 2019.

Die Prognosen des Landestourismusverbands gehen davon aus, dass 2022 im Vergleich zu 2019 ungefähr zwei Millionen Übernachtungen fehlen werden. Die Entwicklung seit dem Sommer 2022 stimme hoffnungsvoll, so Präsident Jörg Markert. Es blieben aber Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und Energiekrise.

Wie aussagekräftig sind solche Rankings?

Kaum ein Monat vergeht, in dem Dresden nicht in einem Ranking auftaucht - mal im Positiven wie bei der Auswertung von Booking. com, mal im Negativen wie kürzlich, als die Stadt von einem Sprachlernportal als besonders unhöflich bewertet wurde. Dazu ist wichtig zu wissen, dass die Herausgeber der Rankings das zunächst im eigenen Interesse tun - um ihre Plattformen zu bewerben.

Selten basiert ein Ranking auf repräsentativen Daten und ist damit wirklich aussagekräftig. Auch der Booking. com-Auswertung liegen subjektive Eindrücke - Kundenbewertungen - zugrunde, diese allerdings in sehr hoher Anzahl und öffentlich einsehbar. Das Unternehmen hat außerdem die Methodik seiner Auswertung transparent gemacht, weshalb dieses Ranking deutlich aussagekräftiger ist als beispielsweise die Studie zur Unhöflichkeit.