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Trinkwasser kommt wieder aus Coschütz

Drei Monate lang wurde die Leitung von der Talsperre Klingenberg saniert. Das haben einige Dresdner auch am Geruch ihres Wasser bemerkt.

Im Wasserwerk Coschütz wird das Wasser aus Klingenberg aufbereitet.
Im Wasserwerk Coschütz wird das Wasser aus Klingenberg aufbereitet. © SZ/Peter Hilbert

Dresden. Ab diesem Montag fließt wieder Wasser aus der Talsperre Klingenberg durch die Dresdner Trinkwasserleitungen. Vorher wird es im Wasserwerk Coschütz aufbereitet. Das größte der Dresdner Wasserwerke wurde in den vergangenen drei Monaten gewartet und seine Rohwasserzuführung saniert. Das Wasser fließt von der Talsperre durch ein 20 Kilometer langes System aus Rohrleitungen und vier Wasserstollen nach Coschütz.

Einige Dresdner hatten durchaus bemerkt, dass sie in den vergangenen Wochen anderes Trinkwasser hatten. Verbraucher unter anderem aus Bühlau und Pieschen hatten sich beschwert, dass das Wasser stark nach Chlor rieche. Der Grund dafür war das veränderte Mischungsverhältnis im 2.410 Kilometer langen Dresdner Leitungsnetz mit seinen rund 56.000 Hausanschlüssen an.

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Seit 14. September kam das Trinkwasser aus den Werken in Hosterwitz und Tolkewitz, in denen Grundwasser und Uferfiltrat der Elbe aufbereitet werden. "Im Unterschied zu Coschütz und Tolkewitz wird in Hosterwitz nicht Chlordioxid, sondern Chlorgas zur Trinkwasserdesinfektion verwendet", erklärt Drewag-Sprecherin Nora Weinhold. "Dieses hat einen etwas intensiveren Geruch."

Außerdem hatte die Drewag den Anteil von freiem Chlor von 0,1 auf 0,2 Milligramm je Liter erhöht, weil durch den Regen im November der Anteil eingespülter Mikroorganismen deutlich gestiegen sei. Das Trinkwasser konnte aber die ganze Zeit bedenkenlos konsumiert werden. Der Geruch verzog sich schnell, wenn man das Wasser eine Weile im Gefäß stehen ließ. Ab Montag ist das nun Geschichte.

Dresden braucht immer mehr Trinkwasser

Während der Sanierungsarbeiten erhielt die Hangleitung in Freital-Coßmannsdorf größere Rohre, um den wachsenden Wasserbedarf der Stadt abzusichern. Denn die 1943/44 gebaute Leitung war in die Jahre gekommen, bei Untersuchungen wurden Rostschäden festgestellt. So war entschieden worden, dass die einen Meter starken alten Rohre durch neue ersetzt werden, die 1,2 Meter hoch sind. Im Wasserwerk Coschütz selbst wurde der erste Abschnitt des zentralen Sammelkanals für das Reinwasser der Filterabläufe saniert.

Seit Mitte November wurden die Leitungen und Stollen nach und nach wieder mit Wasser befüllt. Am Montag nun geht das Wasserwerk Coschütz schrittweise wieder in Betrieb. Die komplette Förderleistung erreicht es wieder Mitte Januar. So lange werden die Wassermengen der anderen Werke in Hosterwitz und Tolkewitz entsprechend angepasst.

In Freital-Coßmannsdorf wurde die Hangleitung neu gebaut.
In Freital-Coßmannsdorf wurde die Hangleitung neu gebaut. © Foto: SZ/Peter Hilbert

In Dresden wird immer mehr Trinkwasser benötigt. Wurden 2011 täglich im Durchschnitt noch rund 102.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht, so waren es 2015 bereits 112.000 Kubikmeter. Im besonders warmen und trockenen Jahr 2018 ging die Verbrauchskurve mit knapp 118.000 Kubikmetern Trinkwasser noch weiter nach oben, im vergangenen Jahr waren es sogar 121.000 Kubikmeter. Der diesjährige Verbrauchsrekord wurde am 7. August mit knapp 156.000 Kubikmetern erreicht.

Damit die Qualität der Trinkwassers gleichbleibend gut ist, wird das Wasser in sämtlichen Stufen der Aufbereitung kontrolliert. So werden täglich Proben an den Abläufen der Filter und des Abflusses ins Stadtnetz genommen. Im Coschützer Labor wird das Wasser dann auf bis zu 290 Parameter untersucht, darunter auf Krankheitserreger, den pH-Wert oder die Trübung. Zudem wird das Trinkwasser über Online-Messtechnik auf Grundparameter wie Trübung oder elektrische Leitfähigkeit überwacht. Gibt es Veränderungen, wird schnell gehandelt.

60 Prozent des Dresdner Trinkwassers kommen aus Coschütz. Als eines von dreien versorgt das Wasserwerk weite Teile Dresdens komplett oder gemeinsam mit den anderen. Dabei handelt es sich um aufbereitetes Oberflächenwasser aus dem Talsperrensystem Klingenberg/Lehnmühle im Osterzgebirge. Es können täglich 69.000 Kubikmeter Wasser bereitgestellt werden.

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