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Geld für Dresdner Grundschulen

Der Lockdown hat es gezeigt: Dresdner Schulen müssen digitaler werden. Dabei geht es nicht nur allein um Technik. Wie eine Stiftung und Unternehmen helfen.

In Dresden helfen nun private Unternehmen, dass auch Grundschulen besser digital arbeiten können.
In Dresden helfen nun private Unternehmen, dass auch Grundschulen besser digital arbeiten können. © Symbolfoto: Rolf Vennebernd/dpa

Dresden. Fehlende Technik und mangelndes Know-How in den Schulen - wie schwer es ist, vom Präsenz- auf den digitalen Unterricht umzustellen, hat sich im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gezeigt. Seitdem ist einiges passiert: Sachsen hat mit Mitteln des Bundes den Digitalpakt auf den Weg gebracht, Dresden konnte mithilfe eines Förderprogramms von Bund und Land 4.300 Laptops für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stellen. Neben Laptops, Notebooks und Tablets wurden auch Software-Programme für das digitale Lernen und Videokameras angeschafft.

Dennoch läuft es nicht immer rund mit dem digitalen Unterricht an Dresdner Schulen. Was durchaus auch daran liegt, dass Schulen die Möglichkeit fehlt, ihren Lehrern das nötige Know-how dafür mitzugeben. Eine Stiftung beschäftigt sich genau mit diesem Thema und wird nun auch in Dresden aktiv.

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Ralf-Rangnick-Stiftung macht 61. Grundschule digital fit

Die Ralf-Rangnick-Stiftung wurde 2018 vom ehemaligen Trainer und Sportdirektor des Fußball-Erstligisten RB Leipzig gegründet und hat es sich zum Ziel gemacht, die Situation von Kindern in verschiedenen Bildungsbereichen zu verbessern. Dazu hat Rangnick Projekte für Bewegung, Ernährung, Technik, Musik und Kreativität ins Leben gerufen. Eines dieser Projekte ist "Digital macht Schule", das mit der 61. Grundschule "Heinrich-Schütz" in Rochwitz nun die erste Schule in Dresden unterstützt. Der Kooperationsvertrag mit dem Ziel, Digitalisierung und Medienpädagogik effektiv voranzutreiben, werde in den nächsten Tagen von der Schulleitung unterschrieben.

Für seine Projekte sucht sich Rangnick jeweils Förderer vor Ort. Für die 61. Grundschule konnte er Jens Hewald gewinnen, Besitzer des Parkhotels auf dem Weißen Hirsch. Der Internet-Unternehmer ist zudem Vorsitzender der Globumbus-Stiftung, die bislang Schulprojekte in Namibia unterstützte. Nun will sich die Stiftung auch in Dresden engagieren.

Ralf Rangnick und Jens Hewald, Besitzer des Dresdner Parkhotels, unterstützen die 61. Grundschule, damit Lehrer und Schüler dort künftig besser digital arbeiten können. Dabei geht es auch darum, die Pädagogen im Umgang mit der Technik zu schulen.
Ralf Rangnick und Jens Hewald, Besitzer des Dresdner Parkhotels, unterstützen die 61. Grundschule, damit Lehrer und Schüler dort künftig besser digital arbeiten können. Dabei geht es auch darum, die Pädagogen im Umgang mit der Technik zu schulen. ©  PR

Auch Hewald hat beobachtet, wo die Probleme liegen, wenn die Schulen geschlossen sind. Das Schuljahr 2019/2020 habe deutlich gezeigt, dass das deutsche Bildungssystem nicht auf digitale Medien eingestellt ist. Dabei gehe es nicht nur um den Zugang zu notwendiger Technik, sondern auch die richtige Nutzung etwa für effektives Homeschooling. Gemeinsam mit der Ralf-Rangnick-Stiftung wolle er dabei helfen, die gravierende Lücke im internationalen Vergleich zu schließen, so Hewald.

Rangnick betont, wie wichtig hybride Lernkonzepte sind, damit digitaler Unterricht effektiver wird und möglichst viele Kinder davon profitieren. Im Rahmen des Projektes "Digital macht Schule" werden an den deutschen Pilotschulen, zu denen nun auch die 61. Grundschule in Dresden gehört, zunächst Medienpädagogen eingesetzt, die mit allen Akteuren vor Ort ins Gespräch kommen und einen Entwicklungsplan erstellen. Damit soll dann die Hardware-Ausstattung aus dem Digitalpakt abgerufen werden.

Zudem werden Konzepte erarbeitet, um fächerübergreifende Projekte durchzuführen. Ein Mitarbeiter der Schule wird gezielt dafür geschult, Lernsoftware und -plattformen werden installiert. Alles das passiert gemeinsam in der Schule, damit die Konzepte auch angewendet werden können.

Lernförderschule Prohlis: Unternehmen hilft finanziell

Auch eine weitere Dresdner Schule ist in den Fokus der Stiftung gerückt - und zwar mit dem Patenschaftsprojekt "Unternehmen machen Schule". Auch hier bringt Rangnick lokale Unternehmen mit Schulen zusammen, die unterstützt werden sollen. So übernimmt die Westminster Unternehmensgruppe, in Dresden bekannt als Hauptsponsor der Dresdner Eislöwen, die Patenschaft für die Lernförderschule "Albert Schweitzer" in Prohlis. Westminster-Geschäftsführer Marian Ziburske und Schulleiter Jörg Jacobi haben nun den ersten Kooperationsvertrag für Dresden geschlossen.

Mit der Patenschaft in Höhe von 10.000 Euro pro Schuljahr unterstützt die Unternehmensgruppe die Schule zur Lernförderung in vier Förderbereichen: Bewegung, Ernährung, Wissenschaft und Technik (MINT) sowie Musik und Kreativität.

Nach Angaben der Stiftung konnten durch das Patenschaftsprojekt "Unternehmen machen Schule" bereits mehr als 45 Grundschulen mit Paten aus der lokalen Wirtschaft zusammengebracht werden.

120. Grundschule: Wissenschaftler entwickeln Konzept

Auch die 120. Grundschule in Prohlis bekommt nun Unterstützung im schulischen Alltag, allerdings nicht von privaten Unternehmen, sondern mit dem Förderprogramm "Schule macht stark. Das Ziel: bestmögliche Bildung für Kinder aus schwierigen Lebensverhältnissen. In Prohlis leben überdurchschnittlich viele Kinder in Familien mit prekärem Einkommen, der Dresdner Bildungsbericht zeigt regelmäßig, dass sich das negativ auf die schulischen Leistungen auswirkt.

Die 120. Grundschule wurde unter 200 Schule in ganz Deutschland für die Bund-Länder-Initiative ausgewählt. Sie ist auf zehn Jahre angelegt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus 13 Forschungseinrichtungen und Universitäten entwickeln die Schulen Strategien und Ansätze für den Unterricht und den Schulalltag, die auf die Bedürfnisse vor Ort ausgerichtet sind.

In einer ersten Phase bis 2025 geht es um die Entwicklung von Schule und Unterricht, aber die Vernetzung in ihrem Sozialraum, in diesem Fall also mit dem Stadtteil und seinen Besonderheiten. Die zweite Phase der Initiative, die von 2026 bis 2030 anberaumt ist, soll dem Transfer der Ergebnisse in die Breite dienen.

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