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Muss der Dresdner SC das Pokalfinale absagen?

Die Volleyballerinnen des DSC sind derzeit nicht spielfähig, weil zu viele Spielerinnen erkrankt sind - auch an Corona. Was das fürs Endspiel am 6. März bedeutet.

Von Alexander Hiller
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Ein Bild aus gesundheitlich besseren Tagen. Derzeit steht Trainer Alexander Waibl lediglich ein Rumpfkader zur Verfügung.
Ein Bild aus gesundheitlich besseren Tagen. Derzeit steht Trainer Alexander Waibl lediglich ein Rumpfkader zur Verfügung. © Lutz Hentschel

Dresden. Diese Nachricht kommt zur Unzeit. Acht Tage vor dem Pokalfinale am 6. März in Mannheim vermeldeten die Volleyballerinnen des Dresdner SC bei einem ihrer täglichen Corona-Testungen am Samstagvormittag mehrere positive Fälle. Das Punktspiel am Samstagabend beim USC Münster musste somit kurzfristig abgesagt und auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden. Eine Absage wird seitens der Liga dann bewilligt, wenn weniger als acht Spielerinnen einsatzfähig sind. Das ist aber von mehreren Faktoren abhängig. Am Mittwoch beim knappen 3:2-Auswärtssieg in Aachen standen zwölf Profis im verletzungsbedingt ausgedünnten Kader. Es ist also von vier, fünf positiv getesteten Spielerinnen auszugehen.

„Wir haben mehrere positive Fälle“, bestätigt DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann, ohne Namen zu nennen. Die infizierten Spielerinnen wurden vom Rest der Mannschaft getrennt – und alle reisten unverrichteter Dinge wieder in die Heimat zurück. Am Sonntagvormittag absolvierte der DSC-Kader inklusive Trainerstab eine PCR-Testung. Dabei seien weitere Corona-Fälle in der Mannschaft und dem Betreuerstab ermittelt worden, teilte der Verein mit. Insgesamt seien nun acht Team-Mitglieder betroffen. Eine für Montag geplante Präsenz-Pressekonferenz hat der DSC bereits abgesagt. Die Konsequenzen müssten nun tagesaktuell bewertet werden, so Zimmermann. Man stehe dazu im engen Austausch mit der Volleyball-Bundesliga (VBL).

Für das Team des fünffachen deutschen Meisters steht im schlimmsten Fall sogar ein Verzicht auf das Pokalfinale im Raum, in das sie durch einen schwer erkämpften Sieg gegen Potsdam eingezogen waren. Für das Doppel-Event von Männern und Frauen am kommenden Sonntag sind aus Dresdner Sicht derzeit drei Szenarien denkbar. Erstens: Das Event findet statt, der Pokalsieger von 2020 kann aber nicht auflaufen und muss den Titel kampflos Finalgegner Stuttgart überlassen. Zweitens: Der DSC füllt sein dezimiertes Team mit eigenen Talenten vom Zweitliga-Nachwuchs des VC Olympia Dresden auf und ergreift auf diese Weise seine sportliche Chance, die natürlich dann wesentlich geringer wäre.

Zu guter Letzt bliebe als unwahrscheinlichste Variante die Verschiebung des Pokal-Events. Dafür müssten alle Beteiligten, also auch die beiden Männerfinalisten SVG Lüneburg und VfB Friedrichshafen, mitspielen. „Aktuell können wir dazu keine Aussage treffen. Es laufen ganz viele Gespräche. Wir hoffen, dass wir am Montag Konkreteres berichten können“, erklärte VBL-Sprecherin Josephine Dörfler auf SZ-Nachfrage.

Auch Sandra Zimmermann kann lediglich sagen, dass Sie nichts sagen kann: „Wir sind nur Teilnehmer der Veranstaltung, kümmern uns um die Dinge, die wir selbst in die Wege leiten können.“ Die Volleyball-Bundesliga hat jedoch die für Montag anberaumte digitale Pressekonferenz mit den Vertretern der insgesamt vier Teams kurzfristig abgesagt. Man arbeite weiterhin an einer schnellstmöglichen Lösung.