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"Wenn wir spielen können, treten wir an"

Der Dresdner SC ist durch mehrere Corona-Fälle dezimiert, doch eine Verlegung des Pokalendspiels wird ausgeschlossen. Eine Hintertür bleibt aber.

Von Alexander Hiller
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Alexander Waibl beim letzten Pokalsieg 2020.
Alexander Waibl beim letzten Pokalsieg 2020. © Archiv: Lutz Hentschel

Berlin. Seit Tagen dreht sich beim Dresdner SC alles um die eine Frage: Können wir im Pokalfinale am 6. März antreten oder nicht? Nach positiven Corona-Tests am Samstag und darauffolgenden PCR-Tests am Sonntag hat sich die Anzahl der Infizierten auf acht Personen erhöht – im gesamten Team, also auch dem Trainerstab – wie der Verein verkündete. Das für vergangenen Samstag angesetzte Bundesligaspiel gegen Münster war deshalb verschoben worden.

Am Montag hat die Geschäftsleitung der Volleyball-Bundesliga nun eine Antwort auf die Frage formuliert. Und die wurde, so ist es zu vermuten, nach langen Diskussionen verfasst. Für Montagnachmittag angekündigt trudelt die Pressemitteilung am zeitigen Abend ein. Der Inhalt der wenigen Zeilen setzt dem DSC gewissermaßen ein Ultimatum.

„Eine Verlegung des DVV-Pokalfinals kann den formalen Regeln der Ausschreibung zufolge nur erfolgen, wenn einer Mannschaft zum DVV-Pokalfinale weniger als acht Spielerinnen oder keine Zuspielerin der Mannschaftsliste, aufgrund positiver Corona-Testungen, amtlich verordneter Quarantäne oder Verwehrung der Spielteilnahme durch den Hygienebeauftragten vor Ort aufgrund von Corona-Symptomen, verbleiben“, teilte das VBL-Büro verschachtelt mit und informierte zugleich: „Diese Kriterien sind zum jetzigen Zeitpunkt trotz mehrerer positiver Covid-19-Ergebnisse im Team des Dresdner SC nicht gegeben.“

Folglich gebe es derzeit keinen Handlungsspielraum für eine Verlegung des Pokalfinales der Frauen. Soll heißen, der deutsche Meister muss – nach aktuellem Stand – in Mannheim mit einem Team antreten oder den Cup kampflos an Gegner Stuttgart hergeben. „Sollten Testungen in den nächsten Tagen weitere positive Corona-Fälle ergeben, wird die Spielleitung eine neue Bewertung vornehmen“, erklärte die VBL.

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Mithin wird der Dresdner SC nicht umhin kommen, alle spielfähigen und eventuell am kommenden Sonntag bereits freigetesteten Profis aufzubieten – und den dezimierten Kader mit Nachwuchsspielerinnen des VC Olympia Dresden – quasi die Talente vom DSC – aufzufüllen.

Nur ein Quartett vom Zweitligisten VCO besitzt aber die dafür nötige Doppelspielgenehmigung: Julia Wesser (18), die ohnehin schon seit Monaten zum Profikader gehört, Lena Linke (18), Laura Berger (19) und Juli Klause (19). „Wir haben alles dafür getan, Infektionen zu verhindern. Deshalb ist es extrem bitter. Gefühlt sind wir spielunfähig und es sieht nicht gut aus. Wir müssen von Tag zu Tag sehen und die weiteren PCR Tests abwarten. Erst dann werden wir wissen, ob wir eine spielfähige Mannschaft zusammenbekommen. Wenn wir spielen können, treten wir an“, sagte Geschäftsführerin Sandra Zimmermann und ergänzte: „Es gibt Regularien. An diese müssen wir uns halten. Ob diese Regeln sinnvoll sind, das müssen die Öffentlichkeit, die Liga und der Verband entscheiden“.