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Corona-Fälle beim Dresdner SC: Pokalfinale abgesagt

Alexander Waibl bleibt bis 2026 Trainer der Volleyball-Frauen des DSC. Das gerät angesichts des verschobenen Endspiels aber völlig in den Hintergrund.

Von Daniel Klein & Alexander Hiller
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Verlängerte am Mittwoch seinen Vertrag und muss am Sonntag nicht nach Mannheim: DSC-Trainer Alexander Waibl.
Verlängerte am Mittwoch seinen Vertrag und muss am Sonntag nicht nach Mannheim: DSC-Trainer Alexander Waibl. © Matthias Rietschel

Berlin. Bei der Pressekonferenz am Mittag sollte es vor allem um die Vertragsverlängerung von Cheftrainer Alexander Waibl bis 2026 gehen. Doch die wurde zur Nebensache. Es drehte sich vielmehr um die Corona-Fälle im Team des Dresdner SC und die damit verbundene Frage, ob das Volleyball-Pokalfinale der Frauen am Sonntag gegen den MTV Stuttgart unter diesen Vorzeichen überhaupt stattfinden kann.

Was Waibl zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Wenige Stunden später sagte die Volleybal--Bundesliga (VBL) das Endspiel „coronabedingt“ ab. „Nachdem bereits am vergangenen Wochenende mehrere Coronafälle im Dresdner Team bekannt geworden waren, wurden bei weiteren PCR-Testungen neue positive Covid-19-Ergebnisse festgestellt. Somit verfügt der Dresdner SC derzeit über weniger als acht Spielerinnen der Stammmannschaftsliste, sodass in enger Abstimmung mit allen Parteien eine Spielverlegung vereinbart wurde“, heißt es in der Mitteilung des Ligaverbandes.

Wie prekär die personelle Lage ist, hatte Waibl bereits in dem Pressegespräch geschildert. „Wir haben fünf durch PCR-Tests bestätigte Fälle bei den Spielerinnen, drei im Trainerstab“, zählte er auf. Am Mittwochmorgen sei ein weiterer Schnelltest bei einer Spielerin positiv gewesen. „Dazu kommt, dass Layne Van Buskirk wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert wird und Monique Strubbe mit ihrem Bänderriss am Knöchel ausfällt. Wir haben am Dienstag mit sieben Spielerinnen trainiert.“

Die Möglichkeit, dass sich infizierte Spielerinnen bis Sonntag freitesten können, schloss der 53-Jährige kategorisch aus. Die Rückkehr-Regelungen seien eindeutig. „Daran halten wir uns, Corona ist keine Grippe. Ich will nicht der Trainer sein, dem eine Spielerin in der Halle tot umfällt, nur weil alle gesagt haben: Das geht schon“, sagte Waibl, der in dieser Saison seinen elften Titel mit dem DSC holen könnte.

Sportlicher Wert wäre geschmälert gewesen

Die VBL hatte aber offensichtlich lange darauf gedrungen, dass Finale nicht ausfallen zu lassen. Es wird jährlich als Doppelveranstaltung mit den Männern in der Mannheimer SAP-Arena ausgetragen, der Sender Sport 1 überträgt live. Strittig war dabei die Frage, ob die vier Talente vom VC Olympia Dresden, die ein Doppelspielrecht für den DSC besitzen, „zu den acht einsatzfähigen Spielerinnen dazugezählt werden oder nicht“, so Waibl. „Es argumentieren manche, dass man die vier zum Pokalkader dazuzählen müsste, was ich für falsch halte. Der Sinn des Doppelspielrechts ist nicht, eine offensichtlich unfertige Spielerin in die erste Sechs eines Pokalfinals zu stellen, die noch nie im Leben mit der Mannschaft mittrainiert hat.“

Dies sieht nun wohl auch die VBL so. Der sportliche Wert des Finals wäre unter diesen Vorzeichen ohnehin ein grenzwertiger gewesen. „Stuttgart wäre zwar nicht kampflos Pokalsieger, aber für uns wäre es aussichtslos gewesen“, erklärte der DSC-Trainer.

Das Finale der Männer zwischen der SVG Lüneburg und dem VfB Friedrichshafen findet wie geplant statt. Und auch die Frauen des MTV Stuttgart spielen am Sonntag in Mannheim – allerdings betreiten sie dort ein Bundesliga-Duell gegen den VC Wiesbaden. Das war ursprünglich für den 5. Februar geplant, musste damals jedoch coronabedingt abgesagt werden. Julia Retzlaff, Geschäftsführerin Sport der VBL, dankte Wiesbaden und Stuttgart für die „kurzfristige Kooperationsbereitschaft“. Nur so sei es möglich gewesen, ein Ersatzspiel zu organisieren.

Neuer Termin noch offen

„Wir treffen unsere Beschlüsse hinsichtlich möglicher Spielverlegungen niemals leichtfertig, immer im engen Austausch mit allen Beteiligten und entsprechend der geltenden Regelungen“, erklärte Retzlaff. „Hierbei hat die Gesundheit aller Beteiligten höchste Priorität. Wir wissen, dass die gegenwärtige Situation und die Kurzfristigkeit solcher Entscheidungen nicht nur unsere Klubs, sondern auch unsere Partner und Fans vor große Herausforderungen stellt. Dies ist jedoch der Dynamik der allgemeinen Lage geschuldet. Und genau aus diesem Grund haben wir vorab Handlungsleitlinien definiert, anhand derer wir unsere Entscheidungen transparent treffen.“

Der DSC dürfte über die Verlegung froh sein. „Wir müssen als Sportler jede Situation annehmen. Es ist nur so, dass es nicht annähernd das ist, was man als Trainer gern hätte, um sich auf so ein Highlight vorzubereiten“, hatte Waibl am Mittag gesagt. Beim neuen Termin könnten die Vorzeichen schon wieder viel günstiger sein.

Wann und wo das Frauen-Finale nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Dies werde „zeitnah abgestimmt und entsprechend kommuniziert“, heißt es.