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Kritik an Rauswurf bei Dresdner VG

Nach dem Rauswurf eines Händlers bei der Verbrauchergemeinschaft Dresden wegen seiner Kontakte zur "Neuen Rechten" sind nicht alle Mitglieder begeistert.

Unter den Mitgliedern der VG Dresden gibt es Diskussionen über eine Streichung aus der Händlerliste.
Unter den Mitgliedern der VG Dresden gibt es Diskussionen über eine Streichung aus der Händlerliste. © Sven Ellger

Dresden. Das Streichen der Firma Blankensteiner Blumen aus der Händlerliste der Verbrauchergemeinschaft (VG) Dresden haben sich die Verantwortlichen nicht leicht gemacht. Die Firma des Ex-DDR-Bürgerrechtlers und ehemaligen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Sachsen Michael Beleites sei als Lieferant für die VG nicht länger tragbar gewesen, heißt es.

Sie wurde wegen "Aussagen des Gesellschafters Michael Beleites, deren Inhalte sich mit den Werten der VG nicht vereinbaren lassen", aus dem Lieferantenverzeichnis gestrichen.

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Zwar sagt VG-Sprecherin Barbara Rische nichts zum inhaltlichen Verlauf der Gremiensitzungen, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Aber sie erklärt: "Die entscheidende Abstimmung zur Auslistung der Blankensteiner Blumen GbR in Vorstand und Aufsichtsrat der VG ist einstimmig gefallen."

Beide Gremien leiten gemeinsam das Unternehmen. Der Aufsichtsrat, dem maximal neun Personen angehören können, wird von den VG-Mitgliedern gewählt.

Zwei Mal Diskussionen bei Auslistungen

Prinzipiell seien solche "Auslistungen" nichts Besonderes, sagt sie. Sie gehörten bei Handelsunternehmen zum Tagesgeschäft. Und nicht immer sei dabei das Handelsunternehmen die Seite, die die entsprechende Entscheidung trifft.

Normalerweise gebe es da auch keinen "Kommunikationsbedarf". Anders war das mit der Blankensteiner Blumen GbR. Einen solchen Fall gab es jetzt zum zweiten Mal bei der VG, sagt Barbara Rische, ohne auf den ersten Fall einzugehen. Es sei Beleites gewesen, "der deshalb die Öffentlichkeit gesucht hat".

Keine Anzeichen für eine "Austrittswelle"

Auch ein Brief von Kritikern dieser Entscheidung ist dazu bei der VG eingegangen, den Vorstand und Aufsichtsrat nach eigener Darstellung "ausführlich" beantwortet haben.

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"Wir wissen, dass auch VG-Mitglieder die Entscheidung für die Auslistung kritisch sehen", heißt es in der Mitglieder-Info zu der Vorstandsentscheidung. Dass nun deshalb aber besonders viele Mitglieder aus der Genossenschaft austreten, erwarten die Verantwortlichen nicht. Anzeichen für eine "Austrittswelle" gebe es nicht.

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