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Wie ein Berliner das Görlitzer Fotomuseum neu beleben will

Der Fotograf Horst Werner hat vor wenigen Wochen den Vorsitz des kleinen Vereins übernommen. Nun soll es wieder mehr Aktionen in der Löbauer Straße 7 geben und sogar künstliche Intelligenz.

Von Ines Eifler
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Hans Dünnebeil (l.) und Horst Werner vom Verein Museum der Fotografie Görlitz vor der Ausstellung mit Fotos aus 40 Jahren Berzdorfer Tagebau und See.
Hans Dünnebeil (l.) und Horst Werner vom Verein Museum der Fotografie Görlitz vor der Ausstellung mit Fotos aus 40 Jahren Berzdorfer Tagebau und See. © Ines Eifler

Ein großes Gebäude, zahlreiche lichtdurchflutete Räume – ein Paradies für Fotografen und ihre Bilder ist das Hinterhaus der Löbauer Straße 7, in dem sich seit 2001 das Görlitzer Fotomuseum befindet.

"In den vergangenen Jahren ist aber manches auf der Strecke geblieben und wir mussten überlegen, wie es weitergeht", sagt Horst Werner, Fotograf und Fotodozent aus Berlin. Vor drei Jahren ist er nach Görlitz gezogen, weil seine Frau von hier stammt. Vor wenigen Wochen wurde er zum Vorstandsvorsitzenden des Vereins Museum der Fotografie Görlitz gewählt, bis März war das noch der Görlitzer Fotograf Wolfgang Blachnik, der schon seit einer Weile in Ostfriesland lebt.

"Wir wollen neue Wege gehen"

Nun steht ein Neuanfang bevor. "Wir möchten wieder mehr Betrieb machen und neue Wege gehen", sagt Horst Werner. Neben den etwa drei Ausstellungen pro Jahr finden in den kommenden Wochen mehrere Veranstaltungen statt, zu denen Fotografen und Interessierte eingeladen sind, zunächst alle 14 Tage.

Hendrik Schlegel hat für seine aktuelle Ausstellung "Natur im Detail" zahlreiche gut getarnte Insekten und Kleintiere in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft aus nächster Nähe fotografiert.
Hendrik Schlegel hat für seine aktuelle Ausstellung "Natur im Detail" zahlreiche gut getarnte Insekten und Kleintiere in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft aus nächster Nähe fotografiert. © Ines Eifler

Ende April kommt eine Gruppe Fotoschüler aus Berlin in die Stadt, die im Dreiländereck fotografieren und sich im Museum treffen. "Wir wollen mit mehreren Fotoschulen kooperieren", sagt Horst Werner.

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Am 3. Mai, 18 Uhr, hält er einen Vortrag über die Künstliche Intelligenz in der Bildgenerierung. In seinem Blog horstwerner.com hat er bereits über den Nutzen Künstlicher Intelligenz für Autoren, etwa bei der Ideenfindung, der Recherche oder dem Überwinden von Schreibbarrieren, geschrieben. Nun spricht er darüber, wie die KI beim Fotografieren nützlich sein kann.

Ausstellungen zeigen Natur und das abrissreife Berzdorf

Auch der Fototreff soll wieder belebt werden, Workshops sind angedacht, das Museum soll wieder länger öffnen, die historische Technik moderner präsentieren und Fotografen Raum bieten, sich zu verwirklichen, etwa bei Fotoshootings.

Im Moment ist im oberen Ausstellungsraum bis 7. Mai die Ausstellung "Natur im Detail" des Görlitzers Hendrik Schlegel zu sehen, der sich auf Naturfotografie spezialisiert hat und in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zahlreiche gut getarnte Tiere entdeckt hat: von blau schillernden Libellen über die Kreuzotter bis zum Elch im Daubaner Wald.

Im Lichthof des Museums zeigen die Vereinsmitglieder eindrucksvolle Fotos aus 40 Jahren Berzdorfer Tagebau und See, die bei vielen Erinnerungen wecken dürften.

Ab 12. Mai werden dann unter dem Titel "überklebt und abgerissen" Fotografien von Wolfgang Lasars aus Berlin zu sehen sein, der an Mauern und Hauswänden "Collagen" fotografiert, die unwillkürlich durch vieles Plakatieren, Abreißen und Überkleben entstanden sind.

www.fotomuseum-goerlitz.de, Fr–So 12–16 Uhr