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Lichtblick für Menschen ohne Wohnung

Mietschulden sind oft der Grund für den Verlust der Unterkunft. Die Wohnungslosenhilfe der Awo in Görlitz hilft - und die Stiftung Lichtblick.

Hinter dieser Tür gibt es Rat und Hilfe bei der AWO-Wohnungslosenhilfe. Die Beratungsstelle befindet sich auf der Zittauer Straße 17 in Görlitz.
Hinter dieser Tür gibt es Rat und Hilfe bei der AWO-Wohnungslosenhilfe. Die Beratungsstelle befindet sich auf der Zittauer Straße 17 in Görlitz. © Paul Glaser / glaserfotografie.d

Der Mann ist so froh: Er kann mietschuldenfrei ins neue Jahr gehen. Das verdankt er der Wohnungslosenhilfe der Arbeiterwohlfahrt in Görlitz und der Stiftung Lichtblick.

Dem Görlitzer, nennen wir ihn Alfred, denn seinen richtigen Namen möchte er nicht nennen, wurde im September wegen coronabedingt schlechter Auftragslage die Arbeitsstelle gekündigt. Alfred meldete sich aber nicht rechtzeitig bei den entsprechenden Ämtern, bei denen man Hilfe beantragen kann. "Vielleicht war er auch durch die Schließung einiger wichtiger Behörden in der Antragstellung verunsichert", vermutet Doris Hotho. "So blieben Leistungen aus oder sind nur anteilig gezahlt worden, und es kam zu Mietschulden", erklärt die Sozialarbeiterin, die die Beratungsstelle Wohnungslosenhilfe der Arbeiterwohlfahrt Oberlausitz (Awo) in Görlitz leitet.

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Diesem Mann wurde bei der Wohnungslosenhilfe der Awo in Görlitz geholfen - mit Unterstützung durch die Stiftung Lichtblick.
Diesem Mann wurde bei der Wohnungslosenhilfe der Awo in Görlitz geholfen - mit Unterstützung durch die Stiftung Lichtblick. © Paul Glaser / glaserfotografie.d

Zuschuss, um mit dem Rad zur Arbeit zu fahren

In dieser Woche erhielt die Sozialarbeiterin die Zusage, dass die Stiftung Lichtblick mit einem Geldbetrag hilft, die Mietschulden des alleinstehenden Görlitzers Alfred zu tilgen. Das ist aber nicht der einzige Fall, in dem die Stiftung Lichtblick die Wohnungslosenhilfe in Görlitz unterstützt. "In den vergangenen Jahren haben wir in Einzelfällen Gelder beantragt, vor allem für Hilfesuchende, die nach einem Wohnungsverlust besondere Ausgaben wie Umzugs- oder Renovierungskosten nicht tragen konnten", erläutert Doris Hotho. In einem Fall war es sogar ein Zuschuss zu einem Fahrrad, damit ein alleinerziehender Vater besser zur Arbeitsstelle gelangen konnte.

In diesem Jahr ermöglichte die Lichtblick-Stiftung in insgesamt 19 Fällen Unterstützung bei Klienten der Wohnungslosenhilfe in der Neißestadt. Dabei ging es unter anderem um die Finanzierung von Lebensmitteln, Bekleidung und von Fahrscheinen für den Nahverkehr. Aber auch mit der Anschaffung von dringend benötigten Ausweispapieren sowie Haushaltsgeräten wurde geholfen. In einem Fall sorgte die Stiftung für Lichtblicke im wahrsten Sinne des Wortes, indem sie die Anschaffung einer Brille mitfinanzierte.

Immer mehr Hilfsbedürftige

Seit etwa einem Jahr nimmt die Zahl der Anträge auf Unterstützung durch die Wohnungslosenhilfe zu, "und das nicht nur bei mittellosen Klienten", erklärt Frau Hotho. Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie bedürfen auch Personen der Unterstützung, deren Arbeit gerade so alle Lebenserhaltungskosten deckt oder die neben ihrer Arbeit aufstockende Leistungen beziehen.

"Wir messen der Hilfe durch die Lichtblick-Stiftung einen ungemein hohen Stellenwert bei", betont Doris Hotho. "Sie erleichtert unsere Arbeit an der Basis ungemein." Den Anträgen gehe zwar eine gründliche Bedarfsermittlung voraus – immerhin zeichnet die Wohnungslosenhilfe diese gegen – aber das Prozedere von der Beantragung bis zum Nachweis sei sehr unkompliziert. "Wenn man bedenkt, dass der Verlust von Wohnraum immer eine Krisensituation und eine harte Form der Ausgrenzung ist, dann ist eine unkomplizierte, zügige und vor allem bedarfsorientierte finanzielle Zuwendung eine große Hilfe", findet Frau Hotho.

Das Büro der AWO Wohnungslosenhilfe befindet sich auf der Zittauer Straße 17 in Görlitz in der Nähe des Verkehrsgartens.
Das Büro der AWO Wohnungslosenhilfe befindet sich auf der Zittauer Straße 17 in Görlitz in der Nähe des Verkehrsgartens. © Paul Glaser / glaserfotografie.d

Rechtzeitig Rat bei der Wohnungslosenhilfe suchen

Die Wohnungslosenhilfe der Awo hilft Menschen, die in soziale Schieflage gerieten und aus eigener Kraft nicht fähig sind, das zu ändern. Sie hilft, wenn Menschen ihre Wohnung verloren haben oder vom Verlust bedroht sind. Auch Personen, die in unzumutbaren oder ungesicherten Wohnverhältnissen leben, können Hilfe erhalten - wenn sie sich an die Beratungsstelle wenden, und das möglichst beizeiten. In vielen Fällen könne noch vor Eintritt der Obdachlosigkeit eine zufriedenstellende (Übergangs-)Lösung gefunden werden, erklärt Frau Hotho. Neben der Beratungsstelle bietet die Awo eine soziale Wohnstätte und für akute Fälle, vor allem auch als Kältehilfe in der Winterzeit, eine Notschlafstelle an.

Etwa 170 bis 200 Personen suchen jedes Jahr Rat und Unterstützung bei der Wohnungslosenhilfe. Die Hälfte davon benötigt ein oder zwei Beratungsgespräche, um danach eigenständig einen Lösungsweg zu finden und den selbstständig weiterzugehen. "In den anderen Fällen haben wir mittel- oder langfristig weitergeholfen, die Wohnung zu behalten, eine neue zu suchen oder einen Platz in der sozialen Wohnstätte zu finden", erläutert die Sozialpädagogin. In manchen Fällen wurden Hilfesuchende an zuständige Ämter, Behörden oder spezielle Einrichtungen und andere Beratungsstellen weiter vermittelt. In der Wohnstätte werden jährlich rund 40 Bewohner betreut.

Für die Beratung bei der Wohnungslosenhilfe spielt es übrigens zunächst keine Rolle, wie die Wohnungsnot zustande kam. Die Beratungsstelle der Wohnungslosenhilfe befindet sich auf der Zittauer Straße 17 in Görlitz. Die Sprechzeiten sind Montag und Dienstag, jeweils von 10 bis 12 Uhr und am Donnerstag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Telefon 03581 405162.

Und so können Sie der Stiftung Lichtblick helfen:

Konto-Verbindung: Ostsächsische Sparkasse Dresden

IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74 BIC: OSDDDE81

Hilfesuchende melden sich bitte bei den Sozialverbänden vor Ort, die mit Lichtblick zusammenarbeiten.

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