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Wieder Flüchtlinge aus dem Irak aufgegriffen

Die Zahl der illegal Eingereisten im Kreis Görlitz steigt weiter. Die Autobahn spielt bei Schleusungen eine große Rolle.

Von Matthias Klaus
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Polizeikontrolle, hier ein Symbolfoto: Gerade an der Autobahn werden immer mehr Flüchtlinge aufgegriffen.
Polizeikontrolle, hier ein Symbolfoto: Gerade an der Autobahn werden immer mehr Flüchtlinge aufgegriffen. © Guido Kirchner/dpa (Symbolbild)

Am Donnerstag wurden insgesamt 15 Männer aus dem Irak im Bereich der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf in Gewahrsam genommen. Am Morgen informierte die Polizeidirektion Görlitz die Bundespolizei, dass sich vermutlich sechs geschleuste Personen auf dem Autobahnparkplatz Wiesaer Forst aufhalten. Die kurz daraufhin eintreffende Streife stellte bei der Sitzgruppe auf dem Parkplatz sechs Iraker fest.

Ein aufmerksamer Bürger hatte der Polizei mitgeteilt, dass in Kodersdorf aus einem graublauen SUV Honda "mehrere orientalisch aussehende Personen ausgestiegen waren", heißt es von der Bundespolizei. Nach einer kurzen Beschreibung, in welche Richtung die Gruppe lief, stellte eine Streife der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Bautzen in der Nähe eines Gebüsches fünf Männer aus dem Irak. Eine weitere Streife hielt zur Kontrolle den graublauen SUV Honda an, aus dem die Männer ausgestiegen waren. Der 41-jährige ukrainische Fahrer wurde vorläufig festgenommen.

Ebenfalls nach einem Hinweis aus der Bevölkerung wurden im Bereich der Parkanlage in Bad Muskau zwei Iraker aufgegriffen, die nicht im Besitz gültiger Reisedokumente waren. Ein Zeuge gab an, dass ihm ein dunkler Pkw Golf mit polnischen Kennzeichen aufgefallen war, aus dem Männer mit Rucksäcken ausstiegen und in den Park liefen.

Zwei Iraker wurden zudem in den Nachmittagsstunden in Schleife festgestellt. Nach der Bearbeitung werden die Iraker an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übergeben beziehungsweise sie werden im Laufe des Tages von einer Erstaufnahmeeinrichtung übernommen.

Der ukrainische Schleuser wurde, einhergehend mit einem vierjährigen Einreiseverbot, nach Polen zurückgeschoben, teilt die Bundespolizei mit. In allen Fällen werde wegen des Einschleusens von Ausländern ermittelt. Die Bundespolizei bittet indes, Beobachtungen zu illegal Eingereisten zu melden, gerade im Zusammenhang mit Schleuserfahrzeugen. Telefonisch ist die Inspektion Ludwigsdorf unter 03581 36260 zu erreichen.

Nach Zählungen der SZ hat mit den neuen Aufgriffen die Zahl der Flüchtlinge, die von der Bundespolizei Ludwigsdorf seit Anfang August die 500 erreicht. Die Inspektion selbst gibt keine Gesamtzahlen bekannt. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Hintergrund für die neue Flüchtlingswelle ist offenbar ein politisch motivierter. Weißrussland bringt Migranten gezielt an die EU-Außengrenzen - vermutlich als Reaktion auf westliche Sanktionen gegen das Land. Polen hatte ebenfalls reagiert und Anfang September für 30 Tage den Notstand an der weißrussischen Grenze ausgerufen. Dennoch schaffen es immer wieder Migranten bis an die Neiße, auch wegen eines offenbar florierenden Schleusergewerbes.