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Mit Cleverness gegen Flut gewappnet

Alfred Mütze hat das 2010er Hochwasser dazu geführt, sein Haus sicherer zu machen. Mit Erfolg, wie sich 2012 zeigte. Einige haben sich bei ihm auch Rat geholt.

So berichtete die Sächsische Zeitung im August 2012 über den Rosenbacher.
So berichtete die Sächsische Zeitung im August 2012 über den Rosenbacher. © SZ

Das Hochwasser 2010 hat Alfred Mütze einen Schrecken eingejagt - mehr aber auch nicht. Denn als der Bischdorfer von der Schulanfangsfeier in Zittau nach Hause kam, fand er weit weniger Chaos vor als er befürchtet hatte. Auch das Moped seines Sohnes, das er in der Garage seines Hauses nahe am Rosenbach schon mental abgeschrieben hatte, stand untersehrt und trocken da. Weit weniger Wasser war durch die schmalen Türschlitze gedrungen und hatte sich in der Montagewanne der Garage gesammelt.

Deshalb war der Ehrgeiz des Hobbybastlers geweckt: Alfred Mütze rüstete sein Haus nahezu hochwassersicher aus. Er mauerte Kellerfenster zu und bohrte Entlüftungslöcher, die im Fall des Falles auch Wasser ablaufen lassen können. Auch die Türen stattete er so aus, dass kein Wasser eindringen kann. Auch an die Nachbarn dachte er. Die Zaunfelder aus seinem Grundstück lassen sich seither schnell aushängen, damit sie nicht zum Hindernis werden und das Wasser zum Schaden der Nachbarn anstauen. Kurzum, er wurde zum Flutschutzbastler.

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Kein Pumpen und Putzen 2012

Wie erfolgreich das war, hat Alfred Mütze 2012 gesehen, als Rosenbach bei einem Starkregen insgesamt noch weit schlimmere Hochwasserschäden zu verzeichnen hatte als 2010 bei der Jahrhundertflut. Während andere nach dem Ereignis pumpten und putzten, schauten er und seine Frau entspannt aus dem Fenster. Seither sind einige Neugierige bei ihm vorbeigekommen, um sich was abzuschauen: "Ja, es waren Leute aus der Gegend bei Görlitz da, aus dem dortigen Friedersdorf", erinnert er sich. Ob sie sein Schutzkonzept dann auch angewandt haben, weiß er nicht. Auch in der Nachbarschaft haben einige seiner Vorkehrungen Nachahmung gefunden. "Man muss dabei aber genau wissen, wie die Fließrichtung des Wassers ist, sonst bringt es nichts", erklärt er.

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Nötig sei die Vorrichtung seit 2012 nicht mehr gewesen - "Zum Glück!", betont Mütze. Aber immer, wenn er mit seiner Frau verreist, richtet er alles so vor, dass seinem Haus Starkregen und Überschwemmung nichts anhaben können. Zumindest nicht bis zu einem gewissen Level: "Das Hochwasser 2012 stand unterhalb des Fensters, etwa 80, 90 Zentimeter hoch", sagt er. Wenn es so schlimm kommen sollte, wie in den 1930er Jahren mit etwa 1,20 Meter hohen Fluten, dann würde auch sein Schutzmechanismus nichts mehr nutzen. Aber da müsste es doch schon sehr arg sein. So aber sei der Flutschutz doch sehr beruhigend.

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