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Urlauber in Dresden aus Flieger geholt

Die Thomas-Cook-Pleite und ihre Auswirkungen auf Dresden: Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

In Dresden betreibt Thomas Cook sechs Reisebüros, darunter eines an der Königsbrücker Straße.
In Dresden betreibt Thomas Cook sechs Reisebüros, darunter eines an der Königsbrücker Straße. © Sven Ellger

Kreta, Fuerteventura oder Antalya: So mancher Herbstferien-Traum dürfte gedanklich gerade platzen. Nachdem der Thomas Cook-Konzern einen Insolvenzantrag gestellt hat, verkauft auch die deutsche Thomas Cook GmbH seit Montag keine Reisen mehr. Mehr noch: Man könne die für diesen Montag und Dienstag gebuchten Reisen auch nicht gewährleisten. Das hat bereits Auswirkungen auf Dresdner Urlauber.

Sind Dresdner Urlauber bereits irgendwo gestrandet?

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Laut des Radeberger Reisebüros Moch sind 31 Passagiere am Montagmorgen einer Eurowings-Maschine verwiesen worden. Sie hatten bei Thomas Cook gebucht und wollten nach Mallorca fliegen. Die Fluggäste befanden sich offenbar schon an Bord, als sie gebeten wurden, wieder auszusteigen. Eurowings teilte auf seiner Internetseite mit, dass man Thomas-Cook-Gäste mit Flügen ab Deutschland nicht mehr mit zum gebuchten Ziel nehmen könne. „Grundsätzlich bitten wir alle Gäste, die in den kommenden Tagen und Wochen Reisen mit Thomas Cook gebucht haben, sich zur Klärung aller Fragen – auch ihre Flüge betreffend – umgehend an ihren Veranstalter zu wenden“, hieß es am Montag. Rückflüge nach Dresden würden planmäßig stattfinden, auch für Thomas-Cook-Kunden.

Sind auch Dresdner Reisebüros betroffen? Haben sie geöffnet?

Die sechs Dresdner Thomas-Cook-Reisebüros öffneten am Montag regulär. Ein Ansturm verunsicherter Urlauber blieb zunächst aus. Wie viele Reisegäste sich schon nach ihrem bevorstehenden Urlaub erkundigten, wollte eine Mitarbeiterin des Reisebüros an der Königsbrücker Straße nicht sagen. Sie verwies an die Pressestelle der Firmenzentrale in Oberursel. „Mit der Presse dürfen wir nicht sprechen“, hieß es auch im Thomas-Cook-Reisebüro in der Altmarkt-Galerie. Dort waren am Montag noch Angebotstafeln für Reisen in den Süden und den hohen Norden zu finden.

Was heißt die Unternehmenskrise für die Dresdner Mitarbeiter?

„Wir wissen genauso viel wie alle anderen“, so die Mitarbeiterin des Reisebüros an der Königsbrücker Straße. Sie sei am Montagmorgen zur Arbeit gekommen und warte nun auf Instruktionen, wie es weitergehe. Laut Informationen des Konzerns sind in den sechs Dresdner Reisebüros derzeit 21 Mitarbeiter und zwei Auszubildende beschäftigt.

Verkaufen die sechs Dresdner Reisebüros noch Reisen?

Aktuell nicht, zumindest nicht in den Reisebüros selbst. Klickte man im Internet auf die Seiten der Dresdner Thomas Cook-Reisebüros, ließen sich allerdings nach wie vor Reisen finden, ein zweiwöchiger Trip von Dresden nach Fuerteventura ab Mitte Oktober zum Beispiel. Jedoch wurden lediglich Reisen anderer Anbieter vermittelt, etwa Urlaubspakete der konkurrierenden FTI-Gruppe.

Hat die Krise auch Folgen für den Tourismus in Dresden?

„Es ist nicht auszuschließen, dass es Menschen gibt, die eine Reise nach Dresden über Thomas Cook gebucht haben“, sagte Jürgen Amann, der Geschäftsführer der Dresden Marketinggesellschaft, am Montag. „Wir sind ja relativ prominent vertreten bei fast allen Reiseveranstaltern.“ Allerdings würden die wenigsten Dresden-Urlauber über Reiseveranstalter buchen. Das bestätigt Thomas Gaier, der Chef der Dresdner Hotel-Allianz und des Schlosses Eckberg. Er sagt: „Negative Auswirkungen auf den Dresdner Tourismus erwarte ich nicht, da die meisten unser Gäste nicht über Thomas Cook buchen, sondern über Portale wie Booking.com.“ 

Was rät jetzt die Dresdner Verbraucherzentrale Urlaubern?

Pauschalreisende sind bei der Pleite von Thomas Cook besser gestellt als Individualtouristen, heißt es. Für sie müsse der Reiseveranstalter kostenlos für Ersatz sorgen, wenn der Ferienflieger nicht abhebt – notfalls bei einem anderen Urlaubsanbieter. Um eine Pauschalreise handelt es sich, wenn man mehrere Reisebestandteile wie zum Beispiel einen Flug, ein Hotel und einen Mietwagen zusammen bei einem Anbieter gebucht hat.

Hätte eine Pleite von Condor Folgen für den Dresdner Airport?

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Zumindest für den Dresdner Flughafen werden die Probleme des Thomas Cook-Konzerns kaum Nachteile mit sich bringen. Selbst wenn die Fluggesellschaft Condor, die auch zum Konzern gehört, den Betrieb einstellen sollte – die Airline flog zuletzt im vergangenen Jahr ab Klotzsche. Dieses Jahr bietet das Unternehmen in Sachsen nur noch ab Leipzig regelmäßige Flüge in den Süden an. (mit SZ/dob)