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Essen zum Abholen sehr gut nachgefragt

Zu Ostern konnten mitunter nicht alle Bestellungen angenommen werden. Warum das für Dresdner Wirte aber nur ein kleines Zubrot ist.

Dirk Hesse (llnks) von der Einkehr am Palmenhaus in Pillnitz ist froh, dass sein Abholangebot gut angenommen wird. Küchenchef Uwe Gnewuch hat für Kundin Ingrid Klengel schon alles zusammengepackt.
Dirk Hesse (llnks) von der Einkehr am Palmenhaus in Pillnitz ist froh, dass sein Abholangebot gut angenommen wird. Küchenchef Uwe Gnewuch hat für Kundin Ingrid Klengel schon alles zusammengepackt. © René Meinig

Dresden. Solidarität. Was dieses Wort bedeutet, spüren gerade viele Dresdner Gastronomen, die ihre Gerichte zum Abholen anbieten. Vor allem über das Osterfest haben sie Unterstützung von den Dresdnern erfahren. Manche so große, dass sie gar nicht alle Bestellungen annehmen konnten. 

Wie Daniel Fischer, der in Striesen sein Restaurant "Daniel" betreibt. "Wir haben zu Ostern ein Fünf-Gang-Menü angeboten, das schon nach kurzer Zeit ausverkauft war", sagt Fischer. 213 Menüs hat er mit seinen Mitarbeitern gekocht und zur Abholung fertig gemacht. Mehr Ware habe er nicht gehabt. "Die einen haben Hunger, die anderen wollen uns unterstützen", sagt der Gastronom zur Intension der Bestellungen.

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Für ihn sei das eine gute Möglichkeit, im Gespräch zu bleiben. Mehr aber auch nicht. "Mit den Umsätzen kann ich meine Leute nicht aus der Kurzarbeit zurückholen." Fischer ist Realist und weiß, dass er um einen Kredit bei seiner Bank oder der SAB nicht herumkommen wird. "Aber es ist, wie es ist. Da hilft es auch nicht, zu jammern", sagt er. 

Die plötzlich vorhandene Zeit nutzt er, um neue Menükarten zu schreiben, aufzuräumen und vor allem, für seinen Sohn da zu sein. "Wir alle müssen das Beste aus dieser Situation machen." So hat er allen Menü-Bestellern ein Kräutertöpfchen von Veith Adam geschenkt. Der Kräutergärtner aus Mobschatz sitzt gerade auf seiner Ware, die auf den Punkt gewachsen ist. Nur die Gastronomen können sie gerade nicht gebrauchen.

Hilfe vom Finanzamt

Zufrieden mit dem Osterfeste ist auch Dirk Hesse. Er betreibt die Einkehr am Pillnitzer Palmenhaus. "Viele Stammgäste haben bei uns bestellt, aber auch viele neue Kunden", sagt er. Sie alle seien solidarisch und wollten, dass es bei ihm weitergeht. Zwischen 20 bis 25 Prozent des normalen Umsatzes habe er geschafft. Das helfe, die laufenden Rechnungen zu bezahlen. Seinen Koch will er unbedingt halten. "Der ist schon viele Jahre bei uns und liefert gute Qualität", sagt Hesse. Dennoch musste er für ihn Kurzarbeit anmelden. "Es fallen zu viele Umsätze aus."

Dankbar ist Hesse, dass ihm die Drewag und der Stromanbieter Lichtblick mit Stundungen entgegengekommen. Sogar das Finanzamt habe die Vorauszahlung für das erste Quartal zurück überwiesen. "Das ist in der jetzigen Situation eine ganz große Hilfe", sagt der Pillnitzer Gastwirt.  

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Im Kunsthaus Raskolnikoff in der Dresdner Neustadt wird das Abholangebot sehr gut angenommen, sagt Inhaber Ralf Hiener. Er spüre die Solidarität der Kunden. Über Ostern habe er sogar 30 Anfragen ablehnen müssen. "Wir arbeiten mit frischen Zutaten aus der Region, da braucht man gute Ware, sonst wird das nichts mit der Qualität", sagt Hiener. Wie immer seien die hausgemachten Pelmeni der Renner gewesen. Allerdings habe er nur rund 20 Prozent des sonst normalen Umsatzes erzielt. "Der Aufwand ist derselbe, aber es bleibt viel weniger hängen", sagt der Gastronom.

Seine Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, aber der Chef stockt ihr Geld auf. "Ich möchte sie unbedingt halten, denn irgendwann geht es weiter". Hiener weiß, dass er um ein großes Darlehen nicht herumkommen wird. Deshalb ist er froh, dass es von der sächsischen Regierung auch endlich einen klaren Fahrplan gibt, wie es weitergeht. 

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Darauf hat auch Familie Kapouranis gehofft, die in ihrem griechischen Restaurant "Athen" in Tolkewitz normalerweise volle Tische hat. Der Abholservice werde abends ganz gut angenommen, vor allem Gyros mit Zaziki stehe bei den Kunden hoch im Kurs. Doch mittags bleibe es oft bei vier, fünf Bestellungen. In dieser Zeit seien meist ältere Leute gekommen, die jetzt völlig als Kunden ausblieben, sagt die Wirtin.

"Wir werden diese Zeit als Familie überstehen, weil wir nicht so viel brauchen. Aber es ist schon sehr hart."  

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