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Mein Garten ist keine FKK-Zone

Nacktschnecken sind wahre Fressmaschinen. Unser Gartenexperte hält sie mit einem alten Trick in Schach.

Lieblingsspeise: Schnecken mögen die saftigen Blätter der Funkie.
Lieblingsspeise: Schnecken mögen die saftigen Blätter der Funkie. © Andrea Warnecke/dpa

Von Stefan Michalk

Sie sind der Feind jedes Gemüses, der Schrecken aller Gärtner. Kein Tier im Garten will sie fressen – Schnecken. Es gibt zwei große Schneckengruppen, die uns Gärtnern regelmäßig über den Weg „glibbern“. Die einen haben ein Häuschen. Die anderen machen FKK.

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Die Nacktschnecken sind dabei die wirklich gefräßigen Exemplare. Sie haben unglaublichen Appetit auf zartes Grünzeug. Sie schrecken nicht vor Barrieren zurück, erklimmen Hochbeete, gehen über Absperrungen. Sie könnten sogar unbeschadet über Rasierklingen kriechen, wenn sie wollten. Schon erstaunlich, was sich die Evolution da ausgedacht hat.

Wenn wir nicht die halbe Ernte an die Plagegeister verfüttern wollen, müssen wir sie in Schach halten. Viele Gärtner nutzen Bierfallen. Das sind Gefäße, die mit Bier gefüllt sind, in denen die Schnecken ertrinken. Funktioniert super, lockt aber durch den leckeren Duft auch die Schnecken aus den Nachbargärten an.

Weinbergschnecken stehen unter Naturschutz

Dann gibt es verschiedene Arten von Schneckenzäunen. Die können funktionieren, müssen aber nicht. Sie sind in der Anschaffung nicht günstig und kommen daher eher an Gefäßen oder Hochbeeten zum Einsatz. Manche versetzen den Schnecken sogar Stromstöße. Der Handel bietet auch Schnecken-Barrieren zum Streuen. Es wird versprochen, dass keine Schnecke darüber kriecht. Bei mir kriechen sie sogar über Wälle aus Sägespänen. Und nach dem Regen ist die Schutzfunktion meist dahin.

Viele Gärtner greifen zu Schneckenkorn und streuen breitflächig Gift aus. Die Schnecken verschwinden nach einer Weile. Leider rottet man damit auch alle Gehäuseschnecken aus, und zwar komplett. Völlig unnötig übrigens, denn sie richten bei weitem nicht so einen großen Schaden an wie die Nacktschnecken. Und sie sind Nahrungsquelle für Igel und andere Kleintiere, die uns beim Gärtnern helfen und Schädlinge fernhalten.

Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen.
Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen. © Steffen Unger

Seit ich kein Schneckenkorn mehr einsetze, wimmelt es in meinem Garten von Weinbergschnecken. Sie stehen unter Naturschutz. Es sind auch viele kleine Hain- und Bänderschnecken zu sehen. Die Gehäuseschnecken ernähren sich hauptsächlich von Algenrasen auf Steinen und von abgestorbenen Pflanzenteilen. Ganz selten findet man sie im Gemüsebeet. Weinbergschnecken wird auch nachgesagt, dass sie die Gelege von Nacktschnecken auffressen. Und tatsächlich. Seit ich viele Weinbergschnecken im Garten habe, finde ich nur noch ab und an eine Nacktschnecke.

Die, die noch da sind, lassen sich ganz einfach mit einem alten Gärtnertrick fangen: Man legt am Abend ein nasses Holzbrett auf die Beete. Wenn der Morgen graut, sucht sich die Nacktschnecke ein kuscheliges, dunkles und feuchtes Versteck – das Brett kommt also wie gerufen! Am nächsten Tag kann der Gärtner alle Nacktschnecken unter diesem Brett absammeln. Völlig ohne Gift.

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Das ist für mich das beste Mittel, um die Nacktschnecken im Zaum zu halten. Nach und nach wird ihre Zahl sinken. Man kann wieder entspannt und giftfrei gärtnern und sich an den hübschen bunten Gehäuseschnecken freuen, die sich im Garten an den wildesten Stellen tummeln. Und mal ehrlich: Können Sie sich einen Garten ohne Häuschenschnecken vorstellen?

Stefan Michalk betreibt den Blog www.parzelle94.de. Mehr zu Stefan Michalk erfahren Sie hier

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