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Politik

Lauterbach-Tweet über AfD-Zahlen im Osten ist Fälschung

Auf Facebook sorgen Screenshots eines angeblichen Twitter-Accounts von SPD-Politiker Lauterbach für Aufsehen. Der Beitrag stammt von einem Satire-Account.

Auf Facebook verbreitete sich ein angeblicher Tweet von Karl Lauterbach (SPD).
Auf Facebook verbreitete sich ein angeblicher Tweet von Karl Lauterbach (SPD). © dpa

Derzeit verbreitet sich in den sozialen Netzwerken ein angeblicher Tweet des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Darin heißt es, die „guten Wahlergebnisse der AfD in Sachsen und Thüringen“ seien nur durch eine „sehr hohe Anzahl an Deutschen, die dort noch leben“ entstanden. Bis zur nächsten Wahl müssten in diesen Bundesländern mehr Flüchtlinge untergebracht werden, „die dann auch wählen dürfen“, damit die AfD keine Chance habe.

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In Sachsen und Thüringen war die AfD bei der Bundestagswahl stärkste Kraft geworden. Zwar verlor die Partei im Vergleich zur letzten Wahl in Sachsen an Zustimmung, kam aber bei den Zweistimmen auf 24,7 Prozent. In Thüringen landete die AfD bei 24 Prozent.

Der Tweet eines Satire-Accounts sorgte in den sozialen Netzwerken für Aufsehen.
Der Tweet eines Satire-Accounts sorgte in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. © Sreenshot Twitter

Der angebliche Tweet Lauterbachs zum Wahlergebnis sorgte prompt für entsetze Reaktionen. „Ich soll mal fragen, ob Sie noch ganz dicht sind. Mit einem herzlichen Glück Auf aus dem Erzgebirge“, schrieb eine Twitter-Nutzerin. „Sie irren sich gewaltig“, kommentierte eine andere Nutzerin.

Tweet stammt nicht von Lauterbach

Doch der angebliche Lauterbach-Tweet ist eine Fälschung. Er stammt nicht von dem SPD-Politiker selbst, sondern von einem Satire-Account. Das beweist auch ein Faktencheck der Rechercheplattform „Correctiv“.

Der genaue Blick auf den Account-Namen unterhalb des Profilbildes zeigt, dass dort nicht „@Karl_Lauterbach“, sondern „@Karl_Laulerbach“ steht. Zudem ist Lauterbach auf dem Profilbild mit verlängerter Nase und Schleife im Haar dargestellt. Häufig ein weiterer Hinweis auf eine Falschmeldung: Der Beitrag enthält zahlreiche Rechtschreib- und Grammatikfehler.

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Zudem ist in der Profilbeschreibung des entsprechenden Accounts zu lesen: „Satire im Wald. Parody account. Hier wird Kunst dargestellt.“

Ein Sprecher des SPD-Politikers teilte auf „Correctiv“-Anfrage mit: „Nein, Herr Lauterbach hat sich nicht in dieser Form auf Twitter oder in einem anderen Kontext geäußert.“

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