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Wo Radebeul im Städtevergleich steht

Die Fachzeitschrift „Kommunal“ hat die mittelgroßen Städte in Deutschland verglichen – mit interessanten Ergebnissen.

Zu Füßen der Weinberge am Elbhang liegt Radebeul. Beim Städtevergleich spielen unter anderem die Entwicklung der Einwohnerzahl und die Anzahl der Wohnhäuser und Wohnungen eine Rolle.
Zu Füßen der Weinberge am Elbhang liegt Radebeul. Beim Städtevergleich spielen unter anderem die Entwicklung der Einwohnerzahl und die Anzahl der Wohnhäuser und Wohnungen eine Rolle. © Norbert Millauer

Radebeul. Radebeul, die schönste Stadt der Welt – so nennt sich eine Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook. Und ohne Zweifel mit der besonderen Lage zwischen Elbe und Weinbergen, den Villen oder den historischen Dorfkernen wie den sanierten Anger Altkötzschenbroda hat die Lößnitzstadt viele idyllische Orte zu bieten. Doch was schön ist, liegt im Auge des Betrachters und ist subjektiv. Einen objektiven Blick, wo Radebeul im deutschlandweiten Vergleich steht, bietet nun die Zeitschrift „Kommunal“ mit einer neuen Studie. Die SZ stellt das Ergebnis vor.

Wer oder was ist das Magazin Kommunal?

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Die Zeitschrift „Kommunal“ ist nach eigenen Angaben Europas größtes Magazin für Kommunalpolitik. Mit einer Auflage von rund 100.000 Stück erscheint das Heft monatlich. Zudem gibt es eine Online-Plattform. Herausgeber ist die Zimper Media GmbH in Berlin. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Städte und Gemeinden untereinander sowie mit der Wirtschaft zu vernetzten sowie den Kommunen eine Starke Stimme gegenüber Bund und Ländern zu geben.

Was wurde in der jüngsten Studie im Auftrag der Zeitschrift untersucht?

Regelmäßig lässt das Magazin Städtevergleiche vornehmen. Die jüngste Untersuchung hatte die Stadtentwicklung der deutschen Mittelstädte zum Inhalt. Dabei lag der Fokus einmal auf der jetzigen Stärke und zum anderen auf die Dynamik der weiteren Entwicklung. Unter die Lupe genommen wurden alle deutschen Mittelstädte mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 75.000. Das sind insgesamt 587 Kommunen bundesweit. „Mittelstädte haben die Aufgabe, Lokomotive im ländlichen Raum zu sein“, sagte Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos), als er die Studie im Stadtrat präsentierte.

Wer hat die Untersuchung vorgenommen?

Den Städtevergleich hat Henner Lüttich vorgenommen. Er hat Betriebswirtschaftslehre an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster mit den Schwerpunkten Marketing und Statistik studiert und trat nach seinem Abschluss als geschäftsführender Gesellschafter in die familieneigene Contor GmbH ein. Die jüngste Studie zum Städteranking besteht aus drei Teilen, wobei sich OB Wendsche auf die beiden ersten in seinem Vortrag bezog. Die Gutachten sind jeweils um die 180 Seiten dick. Im ersten Teil wurde eine Auflistung der sich heute stark präsentierenden Mittelstädte vorgenommen. Der zweite Teil enthält eine Rangliste der Mittelstädte, die sich in den vergangenen Jahren erfolgreich und dynamisch entwickelt haben.

Welche Daten wurden für den Städtevergleich ausgewertet?

Alle Städte seien nach 67 Indikatoren verglichen worden, informierte OB Wendsche. Dafür wurden Daten der Statistischen Landesämter ausgewertet. Dazu zählt beispielsweise die Einwohnerzahl. Diese liegt in Radebeul bei 33.843 (Stand: 31. Dezember 2020). Im vorigen Jahr gab es 1.905 Zu- und 1.691 Wegzüge. Das macht unterm Strich ein Plus von 214. Die Statistiker haben im Jahr 2020 beim Gewerbe 302 An- und 231 Abmeldungen registriert. Weitere Faktoren sind die Zahl der Einfamilienhäuser und der Wohnungen. So existieren 7.334 Wohngebäude in Radebeul. Davon sind 5.484 Ein- oder Zweifamilienhäuser. Insgesamt gibt es 18.008 Wohnungen. 2020 wurden 47 Baugenehmigungen erteilt.

Wie schneidet Radebeul beim Stärkeranking ab?

In seinen Ausführungen ging Rathauschef Wendsche zunächst auf die Rangliste in puncto Stärke der Mittelstädte ein: „Was mich nach 30 Jahren Deutscher Einheit ernüchtert, ist, dass sich außer dem Speckgürtel Berlins nur eine ostdeutsche Stadt in der ersten Hälfte des Ranking befindet.“ Und das ist Radebeul auf Platz 293. Sechs brandenburgische Kommunen liegen auf der Rangliste vor der Lößnitzstadt. Das sind beispielsweise Ludwigsfelde (89), Kleinmachnow (145) oder Werder an der Havel (175). Diese profitieren von der Nähe zu Berlin, so Wendsche. Aus Sachsen folgen Döbeln auf Platz 378, Meißen auf 426, Riesa auf 542 und Coswig auf 543 auf der Liste. Die bestplatziertesten Städte liegen in Westdeutschland, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg.

Welchen Platz belegt Radebeul bei der Dynamik?

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„Bei der Entwicklung sieht es für ostdeutsche Städte besser aus“, berichtete Wendsche. So liegen die vier großen Städte des Landkreises Meißen im dynamischsten Viertel der deutschen Mittelstädte, und zwar Riesa auf Rang 41, Coswig auf 64, Radebeul auf 109 und Meißen auf 121. Aus Sachsen hat es Döbeln sogar auf den zweiten Platz bei den Aufsteigerstädten geschafft. Besser bewertet wurde nur noch das thüringische Ilmenau.

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