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Die neue Chefin im Riesaer Tierpark

Janina Kraemer leitet nun die Anlage neben Rathaus und Klosterkirche - und hat schon erste Ideen für deren Zukunft.

Janina Kraemer leitet seit 3. Mai offiziell den Riesaer Tierpark.
Janina Kraemer leitet seit 3. Mai offiziell den Riesaer Tierpark. © Sebastian Schultz

Riesa. Als Janina Kraemer zum ersten Mal den Tierpark in Riesa besuchte, fiel ihr vor allem eines auf. "Es ist eine sehr gepflegte Anlage. Das sollte auch immer der Grundsatz sein, denn das fällt auch den Besuchern auf." Damals wusste die 28-Jährige noch nicht, dass sie ein Jahr später nicht nur dort arbeiten, sondern den Tierpark leiten würde.

Seit 2019 lebt Janina Kraemer "zur Hälfte in Leipzig", wie sie selbst erzählt. Ihr Lebensgefährte hatte eine Stelle im dortigen Zoo angetreten, sie pendelte in der Zeit aus Frankfurt am Main. Dort hatte sie nach dem Biologie-Studium als wissenschaftliche Volontärin gearbeitet. Dass die gebürtige Koblenzerin in den neuen Bundesländern nach einem Beruf gesucht hat, habe also in erster Linie persönliche Gründe, sagt sie. Gleichzeitig habe sie bei der Arbeit im Frankfurter Zoo gemerkt, "dass ein kleiner Tierpark besser zu mir passen könnte". Da traf es sich, dass der Tierparkbetreiber FVG die Leitungsposition ausgeschrieben hatte.

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Tierpark ist ein "Juwel mit Entwicklungspotenzial"

Nach dem Weggang von Florian Hanisch, der mittlerweile das Tierheim in Dresden leitet, hatte Michael Tobis interimsweise die Position übernommen. "Ein großes Dankeschön auch an ihn", sagt FVG-Geschäftsführer John Jaeschke. "Er hat das sehr gut gemacht mit seinem Team, in herausfordernden Zeiten." Der Stellvertreter sei einer, der "zu 110 Prozent" für den Tierpark brenne. "Das bemerken wir auch am Feedback von Besuchern, die sehr zufrieden sind mit dem Tierpark."

Trotzdem wollte Michael Tobis die Chef-Funktion nicht dauerhaft übernehmen. Er sei jetzt auch urlaubsreif, sagt er und grinst. Also ging die FVG erneut auf die Suche. Etwa ein Dutzend Bewerber habe es für die Stelle gegeben, erzählt John Jaeschke, die Hälfte kam in die engere Auswahl. "Sie war unsere Favoritin", sagt er über Janina Kraemer. Er sei zuversichtlich, dass der Riesaer Tierpark sich mit ihr "behutsam konzeptionell weiterentwickeln" lasse. Auch Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) nennt die Anlage im Klostergarten bei der PK am Dienstag ein "Juwel mit ganz viel Entwicklungspotenzial".

In welche Richtung diese Entwicklung geht, das ist noch offen. Die neue Tierpark-Chefin trat erst am Montag ihren Dienst an, zunächst standen die Antrittsbesuche zum Kennenlernen auf dem Terminplan - unter anderem auch im Haus am Poppitzer Platz, das ebenfalls von der FVG betrieben wird. Auf die Frage, welche Dinge denn angepackt werden müssten und wo vielleicht Schwächen des Tierparks liegen, könne sie noch nicht guten Gewissens antworten. "Ich kenne noch nicht alle Details." Teils sei sicherlich die Bausubstanz veraltet. Ob das ein Problem sei, könne sie aber noch nicht beurteilen.

"Privatzoo" in den eigenen vier Wänden

Einen kleinen Ausblick in die Zukunft wagt Janina Kraemer aber trotzdem schon. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir hier was Gutes auf die Beine stellen können." Die Anlage mit ihrem terrassenförmigen Aufbau und die enge Verbindung zum Kloster seien schon ein Alleinstellungsmerkmal. "Dazu passen auch die Wasserläufe und kleinen Teiche. Da wäre sicher Potenzial." Dazu soll die Außenwirkung des Tierparks verbessert werden: Janina Kraemer möchte wieder Tierparkfeste etablieren, sobald das möglich ist, und die Anlage soll in den sozialen Netzwerken präsenter sein. Da ließe sich womöglich auch das eine oder andere vom Leipziger Zoo abschauen. Ein erster Schritt könnten außerdem neue Schilder vor den Gehegen sein, kündigt sie an.

Damit sich kleinere Vorhaben in Zukunft zügiger umsetzen lassen, hat sich auch der Förderverein für den Tierpark neu gegründet. Damit ließen sich zusätzlich Mittel generieren, erklärt FVG-Geschäftsführer John Jaeschke.

Die Streifenhörnchen gehören zu den Besuchermagneten im Riesaer Tierpark. Bald gibt es dort Nachwuchs zu sehen.
Die Streifenhörnchen gehören zu den Besuchermagneten im Riesaer Tierpark. Bald gibt es dort Nachwuchs zu sehen. © Foto: Lutz Weidler

Längerfristig wären auch kleinere bauliche Investitionen möglich - und neue Tiere. Schon jetzt gibt es im Riesaer Tierpark einige leere Gehege. "Wir müssen uns die Frage stellen: Wo wollen wir hin mit dem Tierbestand?" Welche Arten das genau sein werden, darüber wird sich die Tierparkleitung noch Gedanken machen müssen. Einen eigenen Favoriten, ein Lieblingstier, habe sie in dem Sinne nicht, erklärt Janina Kraemer auf Nachfrage. "Ich bin aber vogel- und kleintierbegeistert." Auch in der Freizeit sei sie viel in der Natur zur Vogelbeobachtung unterwegs. "Außerdem reisen wir gerne, fahren wandern und tauchen - und ich bin in verschiedenen Interessenverbänden aktiv, zum Beispiel für den Artenschutz."

Da lägen ihr beispielsweise die Streifenhörnchen vielleicht noch etwas mehr am Herzen als andere Arten. "Die sind auch besucherattraktiv, da ist immer was los." Und demnächst sei bei den flinken Nagetieren auch Nachwuchs zu erwarten.

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Nager hat Janina Kraemer auch in den eigenen vier Wänden: Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten halte sie eine Reihe Kleinsäuger - allen voran Rennmäuse. "Wir haben eine private Zuchtanlage", erzählt sie und fügt lächelnd hinzu: "Das ist unser Privatzoo."

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