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Sachsen

Sachsen: FDP-Generalsekretär tritt zurück

Robert Malorny wurde erst im November zum Generalsekretär der FDP in Sachsen gewählt. Jetzt hört er auf.

Robert Malorny.
Robert Malorny. © dpa

Dresden. An der Spitze der sächsischen FDP ist es zu einem Rücktritt gekommen. Generalsekretär Robert Malorny hat sich von dem Posten zurückgezogen. Das sächsische FDP-Bundes- und Landesvorstandsmitglied Torsten Herbst bestätigte auf Anfrage die Personalie, über die zuerst die Bild-Zeitung berichtet hatte. Malorny habe berufliche Gründe angegeben, sagte Herbst.

Der 40-jährige Ingenieur war erst seit vergangenem November Generalsekretär. Bei der damaligen Vorstandswahl trat der langjährige Parteichef Holger Zastrow nicht mehr an. Zuvor hatten die Liberalen den Landtagseinzug verpasst. Parteichef ist nun der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt.

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Malorny trat bei einem Parteitag 2017 gegen Zastrow bei der Wahl zum Landeschef an und unterlag verhältnismäßig knapp. Zastrow wählten 127 Delegierte, Malorny 101.

Frank Müller-Rosentritt ist neuer Parteichef.
Frank Müller-Rosentritt ist neuer Parteichef. © dpa

Nach der umstrittenen Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten spüren Sachsens Liberale Folgen. "Seit zwei Tagen haben wir eine niedrige einstellige Anzahl an Austritten", sagte ein Sprecher der Partei am Freitag auf Anfrage. Bis zum Freitagmorgen sind demnach sechs Austritte im Landesverband eingegangen. Es habe aber auch einige wenige Eintritte gegeben. Generell geht die FDP davon aus, dass die Ereignisse in Thüringen keine großen Auswirkungen auf den Bestand von derzeit 2150 Mitgliedern in Sachsen haben werden.

Der FDP-Kandidat Kemmerich war am Mittwoch im Landtag in Erfurt überraschend mit den Stimmen von Liberalen, CDU und AfD zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Nach einem bundesweiten Proteststurm kündigte er an, seinen Posten wieder zu räumen, um so den Weg für eine Neuwahl freizumachen.

Zwei Austritte wurden damit begründet, dass sich Kemmerich von der AfD zum Ministerpräsidenten habe wählen lassen. Drei weitere Austritte seien nach dem Rücktritt von Kemmerich als Ministerpräsident und der Forderung nach Neuwahlen eingegangen. Ein Austritt erfolgte ohne Begründung.

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Unbekannte haben unterdessen in Leipzig ein Büro der FDP mit Beschimpfungen beschmiert. Am Donnerstagmorgen waren nach Angaben der Polizei Schriftzüge wie "FCK FDP" und "Nazifreunde" am Büro im Waldstraßenviertel entdeckt worden. In Dresden hatten Unbekannte mit blauer Farbe gefüllte Christbaumkugeln an die Geschäftsstelle des FDP-Landesverbandes geworfen. (mit dpa)