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DSC-Volleyballerinnen gelingt Sensationssieg in Kaliningrad

Der Dresdner SC erlebt eine ganz spezielles Spiel in der Champions League und triumphiert am Ende - allen widrigen Umständen zum Trotz.

Von Alexander Hiller
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Nicht zu fassen: Die Frauen des deutschen Volleyballmeisters aus Dresden jubeln in der Halle von Lokomotive Kaliningrad über ihren Sieg in der Champions League.
Nicht zu fassen: Die Frauen des deutschen Volleyballmeisters aus Dresden jubeln in der Halle von Lokomotive Kaliningrad über ihren Sieg in der Champions League. © CEV

Kaliningrad. Nach einer abenteuerlichen Anreise haben die Volleyballerinnen des Dresdner SC in der Champions League eine kleine Sensation geschafft. Das Team von Trainer Alexander Waibl setzte sich am Dienstagabend beim russischen Meister Lokomotive Kaliningrad mit 3:1-Sätzen (21:25, 25:20, 25:22, 25:22) durch. Damit hat der deutsche Titelträger als Tabellendritter – einen Zähler hinter Kaliningrad – weiterhin die Möglichkeit, sich zumindest als einer der besten Gruppenzweiten für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Dabei lief bei den Gästen bereits bei der Anreise jede Menge gegen sie. Die Mannschaft sollte am Montag längst in der westlichsten Großstadt Russlands gelandet sein, doch Unwetter brachte den Flugplan komplett durcheinander. Wegen eines Sturmes hatte sich die Landung in Kaliningrad verzögert und die Maschine einige Runden über der Stadt gedreht. „Beim Landeversuch musste der Pilot kurz vor dem Aufsetzen die Landung abbrechen, ist mit dem Flieger durchgestartet und wieder zurück nach Sankt Petersburg. Wir haben eine Schrecksekunde erlebt“, sagte Geschäftsführerin Sandra Zimmermann.

Jennifer Janiska, hier im Hinspiel in Dresden, lief in Kaliningrad zu Höchstform auf und konnte den Erfolg dennoch kaum glauben.
Jennifer Janiska, hier im Hinspiel in Dresden, lief in Kaliningrad zu Höchstform auf und konnte den Erfolg dennoch kaum glauben. © Archiv: Jürgen Lösel

Erst am Spieltag checkte der DSC mittags im Hotel ein, verpasste dadurch auch die zwei ihm zustehenden Trainingseinheiten. Kurz vor der Partie kam der nächste Schock – diesmal allerdings für die Gastgeberinnen. In der Mannschaft von Kaliningrad wurden der Cheftrainer sowie vier Spielerinnen positiv auf das Corona-Virus getestet – mit Tamara Zaytseva unter anderem die punktbeste Akteurin aus dem Hinspiel, das Kaliningrad mit 3:0 gewann.

Während des Spiels musste sich die Dresdnerinnen Pfiffe und Buh-Rufe des russischen Publikums gefallen lassen, im Volleyball eigentlich verpönt. Auf Jennifer Janiska (21 Punkte) und Maja Stork (20) hatte das offenbar eine antreibende Wirkung. "Ehrlich gesagt war es ein sehr schwieriges Spiel für uns, da wir eine sehr schwierige Anreise hatten, wir waren also ein bisschen müde", erklärte Kapitän Jennifer Janiska nach der Sensation noch etwas ungläubig. ​"Das war heute der Wahnsinn. Wir gewinnen in Kaliningrad unter übelsten Umständen, wenn ich überlege, was die Mannschaft heute geleistet hat", sagte Trainer Alexander Waibl und ergänzte stolz: "Ich kann mich kaum erinnern, dass wir schon mal schwierigere Umstände hatten. Anreise am gleichen Tag, kein Training vorher in der Halle - das hat man auch am Anfang gesehen. Natürlich haben wir am Ende auch davon profitiert, dass der Gegner nicht in Bestbesetzung antreten konnte."