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Fußball-Oberliga: Bautzen ärgert Ex-Trainer Sander, Freital punktet beim Dritten

Die Fünftliga-Teams der Region haben ein erfolgreiches Wochenende hinter sich. Bischofswerdas bemerkenswerte Serie hält dabei weiter an.

Von Jürgen Schwarz
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Gegen spielstarke Magdeburger behielten die Bautzener (in Weiß) den Überblick und hätten sogar noch höher gewinnen können.
Gegen spielstarke Magdeburger behielten die Bautzener (in Weiß) den Überblick und hätten sogar noch höher gewinnen können. © Matthias Kost

Bautzen/Grimma/Halberstadt. Der Bischofswerdaer FV hat seine Ungeschlagen-Serie in der Fußball-Oberliga Süd verlängert. Die Schiebocker kamen in Grimma zu einem schwer erkämpften 2:1-Erfolg. Es war der vierte Sieg in Folge in diesem Jahr. Spitzenreiter VFC Plauen gewann sein Heimspiel gegen Auerbach mit 2:1 und rangiert weiter einen Punkt vor dem BFV. Der 1. FC Magdeburg II unterlag in Bautzen mit 0:2 und fiel auf Rang fünf zurück. Germania Halberstadt (3.) kam gegen den SC Freital nicht über ein 1:1 hinaus, der VfB 1921 Krieschow (4.) bezwang Motor Marienberg zu Hause mit 4:1 – alle vier Treffer markierte Kapitän Andy Hebler.

In Bautzen gab es zum Abschluss-Training vor der Heimpartie gegen den 1. FC Magdeburg II ein ungewohntes Bild. Bis auf Paul Jockusch waren alle Spieler bei den Einheiten dabei. „Eine Situation, die wir seit Wochen nicht mehr hatten“, sagte Co-Trainer Torsten Marx, der diesmal nicht fürs Aufgebot nominiert werden musste.

Die 262 Zuschauer im Stadion Müllerwiese kamen dann am Spieltag vor allem in der ersten Halbzeit voll auf ihre Kosten. „Es war ein sehr gutes Spiel von uns, geführt mit sehr viel Leidenschaft. Wichtig waren auch die zwei Paraden unseren Torhüters Ondrej Cap zu Beginn der Partie. Geraten wir da in Rückstand, läuft es vielleicht anders“, sagte Marx nach der Partie.

Julien Hentsch mit sehenswerter Einzelleistung (26.) sowie Jannik Käppler (32.) brachten die Spreestädter in Vorhand. Der „taktische Anzug“, den Chefcoach Stefan Richter seinen Spielern verpasst hatte, passte mit dem Vorsprung im Rücken perfekt. Die Magdeburger, betreut von Ex-Budissa-Coach Petrik Sander, verzeichneten in der Folgezeit zwar deutliche Feldvorteile, aber die Gastgeber dadurch auch gute Szenen im Umkehrspiel. Julian Gerhardi hatte sogar noch das 3:0 auf dem Spann.

BFV-Coach Rietschel: "Hartes Stück Arbeit"

Im Grimmaer Husarensportpark mussten die Schiebocker ohne ihren Kapitän Johann Weiß auflaufen, der aufgrund eines Kreuzbandrisses bis Saisonende ausfällt. Torjäger Miguel Rodrigues rückte erstmals in diesem Jahr in die Startelf und sorgte prompt mit seinem neunten Saisontor für die Führung (16.). In der zweiten Halbzeit glich Grimma vor 139 Zuschauern durch Robin Spreitzer aus (63.), aber nur 180 Sekunden später sorgte Tim Hoffmann für den Endstand.

„Es war ein hartes Stück Arbeit, ich hatte das aber nicht anders erwartet“, sagte BFV-Chefcoach Frank Rietschel. „Auf schwerem Geläuf waren wir in den ersten 20 Minuten tonangebend, aber nach der Führung verflachte die Partie etwas. Die Gastgeber waren körperlich sehr präsent, wir dagegen wirkten nicht ganz so frisch. Ich war froh, dass wir mit der knappen Führung in die Pause gekommen sind.“

Nach dem Wechsel agierten die Hausherren immer wieder mit langen, hohen Bällen. Trainersohn Toni Ziffert, Kapitän der Grimmaer, trieb seine Mitspieler nach vorn – und leitete den Ausgleich ein. „Ausgerechnet der kleinste Spieler der Gastgeber kommt zum Kopfball und wir kassieren das 1:1“, erklärte Rietschel. „Gut war, dass wir nicht lange gehadert, sondern gleich eine Reaktion gezeigt haben.“

Zunächst verpasste Steve Zizka das 2:1 (65.), aber wenig später spielten sich Rodrigues und Hoffmann schön durch und Letztgenannter traf zum Siegtor. Es blieb aber bis zum Abpfiff eng, auch weil Rodrigues am glänzend reagierenden Grimmaer Keeper Torsten Jentzsch scheiterte (78.). „Es gelingt uns noch nicht immer, eine Partie ruhig zu Ende zu bringen. Am Ende gab es noch sechs Minuten obendrauf, warum weiß ich nicht. Aber wir haben alles gut verteidigt und freuen uns über die vier Rückrundensiege, die wir am Samstag im Heimspiel gegen Wernigerode veredeln wollen“, so Frank Rietschel.

Freital: Abstimmung über Spiel gegen Aue am Montag

Der SC Freital hat sich beim Gastspiel im Halberstädter Friedensstadion einen wertvollen Punktgewinn gesichert. Vor 364 Zuschauern behielt Eric Ranninger in der 88. Minute die Nerven und verwandelte einen Strafstoß zum 1:1-Endstand. Zuvor war der eingewechselte Oliver Genausch von den Beinen geholt worden. Der gastgebende Regionalliga-Absteiger war durch Pascal Hackethal in Führung gegangen (65.).

Die Hausherren mussten auf den Liga-Torschützenbesten Corvin Kosak (Gelbsperre) verzichten, die Gäste ab der 30. Minute auf ihren angeschlagenen Kapitän Robin Fluß. „Ich bin stolz auf das Team. Gerade auch, wie wir die Verletzung unseres Kapitäns weggesteckt haben, zeigt mir, dass wir eine Einheit sind“, sagte Ranninger. „Wenn man das Chancenverhältnis sieht, haben wir bei Weitem nicht unverdient diesen Punkt geholt. Im Gegenteil, mit etwas mehr Konsequenz hätten wir sogar einen Dreier realisieren können.“ Die größte Chance verpasste Felix Hennig, der einen Kopfball knapp neben den Pfosten beförderte.

Am Samstag erwartet die Elf von Cheftrainer Knut Michael den FC Grimma in Hainsberg. Die Muldestädter unterlagen zu Hause den weiter ungeschlagenen Bischofswerdaern mit 1:2. Bereits am Montag weilt Daniel Wirth, Abteilungsleiter Fußball beim Sportclub, zu Gesprächen in der Muldestadt, denn dort soll am 23. März das Pokal-Viertelfinale gegen Drittligist FC Erzgebirge Aue über die Bühne gehen.