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Dynamo-Trainer Capretti: Kleine Dinge machen uns Mut

Vor dem Spiel in Nürnberg sucht Dynamos Trainer nach positiven Nachrichten. Negative Statistiken blendet er aus, zu Adrian Fein äußert er sich gar nicht.

Von Daniel Klein
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Guerino Capretti glaubt fest an einen Erfolg beim Tabellenvierten Nürnberg.
Guerino Capretti glaubt fest an einen Erfolg beim Tabellenvierten Nürnberg. © dpa

Dresden. Die Aussage lässt sich in viele Richtungen interpretieren. "Wir sind endlich mal reif", sagt Dynamos Trainer vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beim 1. FC Nürnberg. Guerino Capretti meint natürlich reif für drei Punkte. Das letzte Mal konnten die Dresdner die Mitte Dezember einsammeln. Die Aktie des Neuen an der Negativserie ist zwar mit einer Niederlage und einem Unentschieden gering, dennoch sehnt sich der 40-Jährige nach einem baldigen Ende der Durststrecke. Nicht nur mit Blick auf die Tabelle, wo die Gelb-Schwarzen auf dem Abstiegsrelegationsplatz stehen.

"Jeder Sieg würde uns jetzt guttun", sagt Capretti. "Aber es ist nicht so, dass wir ständig daran denken: Oh Gott, der letzte Sieg ist schon so lange her." Der Kopf spielt im Kampf gegen den Abstieg eine wesentliche Rolle. Negative Gedanken fernzuhalten ist beinahe so wichtig wie das Einstudieren von Spielzügen. Dass Dynamo erst am Sonntag beim Tabellenvierten Nürnberg antritt und die meisten Konkurrenten, die in der Tabelle in greifbarer Nähe vor Dynamo stehen, vorlegen können, ist deshalb kein glücklicher Umstand. Capretti empfiehlt nicht zu schauen, was die anderen machen. "Das bringt nichts, sonst macht es wirklich was mit dem Kopf", meint er und erklärt, dass er erst am Sonntagnachmittag auf die Ergebnisse schauen will. Das allerdings wirkt nicht sehr glaubhaft.

Der Gegner hat die vergangenen vier Partien alle gewonnen - das ist ebenso wenig ein Mutmacher wie die Tatsache, dass Dynamo in 15 Duellen gegen Nürnberg erst ein einziges Mal gewinnen konnte. Das alles interessiert den Trainer nicht, er sieht vor allem "die Schritte, die wir in den vergangenen Trainingseinheiten nach vorne gemacht haben. Wir haben an unserem System gefeilt und es gefestigt. Es sind die kleinen Dinge, die uns Mut machen."

Lange aufhalten möchte er sich deshalb auch nicht mit den beiden Negativmeldungen der Woche, den Ausfällen von Kevin Ehlers und Ransford-Yeboah Königsdörffer, die sich beide Muskelfaserrisse am Hüftbeuger zugezogen haben. "Das tut uns natürlich weh, das kann man nicht schönreden", sagt Capretti, um gleich wieder in den Optimismus-Modus umzuschalten: "Aber nun kriegen die Jungs, die dahinter waren, ihre Chance." Im Fall von Ehlers, der sich die gleiche Verletzung bereits vor dem Saisonstart zugezogen hatte und dann vier Monate pausieren musste, wird das nicht nötig sein. Mit Michael Sollbauer und dem neuen Kapitän Tim Knipping steht die Innenverteidigung. Als Königsdörffer-Ersatz kommen Brandon Borrello und Vacval Drchal infrage. Auf die Frage, ob Winterneuzugang Adrian Fein endlich eine Option für den Kader wäre, geht Capretti nicht ein - ob bewusst oder unbewusst, bleibt offen.

Torhüter Kevin Broll wird auf jeden Fall spielen - soweit Corona solche absoluten Aussagen überhaupt noch zulässt. Auch er macht sich Gedanken über die weiterhin sieglose Rückrunde. Die Folgen würden sich womöglich bei den Abschlüssen bemerkbar machen, findet er. "Wir haben zuletzt guten Fußball gespielt, wenn auch nicht über 90 Minuten. Aber wir hatten einige gute Chancen. Was uns da noch fehlt, ist vor allem die Ruhe. Wir müssen die Nerven behalten."

Das gilt am Sonntag aber nicht nur für die Offensivabteilung. Im Nürnberger Max-Morlock-Stadion dürfen alle 50.000 Plätze besetzt werden - unter 2G-Regel.