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Dynamos Meister in den vier ersten Ligen

Patrick Weihrauch hat mit den Dresdnern seine Titel-Sammlung erweitert. Warum ihm das mehr bedeutet als zwei deutsche Meisterschaften mit dem FC Bayern.

Patrick Weihrauch hat allen Grund zum Jubeln, denn mit Dynamo hat er seine Meistertitel-Sammlung erweitert.
Patrick Weihrauch hat allen Grund zum Jubeln, denn mit Dynamo hat er seine Meistertitel-Sammlung erweitert. © Fotostand

Dresden. Er hat mit dem FC Bayern München 2013 und 2014 die große Schale gewonnen, ist mit den "kleinen" Bayern in der Regionalliga Spitze gewesen, genauso wie mit Arminia Bielefeld in der zweiten Liga. Nun hat Patrick Weihrauch seine beachtliche Erfolgsserie mit Dynamo Dresden fortgesetzt: Mit der Drittliga-Meisterschaft hat der 27-Jährige in den ersten vier Ligen im deutschen Fußball jeweils einmal den Titel gewonnen.

"Alles in allem war jede Meisterschaft etwas Besonderes für mich", wird Weihrauch in einem Beitrag auf der Internetseite des Vereins zitiert. Mit dem FC Bayern ist er 2013 und 2014 deutscher Meister geworden, hat zudem den DFB-Pokal und beim Triple der Münchner 2013 die Champions League gewonnen. Allerdings blieb er ohne Einsatz in den Pflichtspielen, gehörte aber einige Male zum Kader der Profis.

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"Ich habe damals die ganze Saison bei den Profis mittrainieren dürfen", erzählt Weihrauch, der beim SC Olching in Oberbayern mit dem Fußballspielen begonnen hat. "Mit diesen Weltklasse-Spielern auf dem Platz zu stehen, war unglaublich lehrreich und besonders für mich." Durch Verletzungen einiger Stammspieler gehörte er zweimal zum Kader für die Bundesliga. "Auch wenn ich dann nicht eingesetzt wurde, war das ganze Drumherum mit Anreise, Besprechung und vor ausverkauftem Haus auf der Bank zu sitzen ein tolles Erlebnis."

Als Ersatzman in der Champions League

In der nächsten Spielzeit durfte er sogar im Viertelfinale der Champions League beim 3:1 gegen Manchester United als Ersatzmann dabei sein. Im gleichen Jahr bestritt Weihrauch 24 Spiele für die U23-Auswahl des FC Bayern, die als Spitzenreiter der Regionalliga den Aufstieg in der Relegation gegen Fortuna Köln (0:1, 2:1) durch einen Gegentreffer in der letzten Minute wegen der Auswärtstorregel knapp verpasste. "Als junger Spieler war es damals extrem wichtig für mich, Spielpraxis zu bekommen", sagt Weihrauch. "Wir hatten eine super Truppe in der zweiten Mannschaft zusammen mit vielen, die bei den Profis mittrainiert haben. Das war ein sehr gutes Jahr."

Im Telekom-Cup 2013 wurde Patrick Weihrauch (r.) von Bayern-Trainer Pep Guardiola beim 5:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach in dr 50. Minute für Philipp Lahm eingewechselt.
Im Telekom-Cup 2013 wurde Patrick Weihrauch (r.) von Bayern-Trainer Pep Guardiola beim 5:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach in dr 50. Minute für Philipp Lahm eingewechselt. © picture alliance/dpa/Revierfoto

Im Sommer 2016 wechselte er zu den Würzburger Kickers, für die er 20 Spiele in der zweiten Liga bestritt. Nach einem Jahr zog Weihrauch weiter zu Arminia Bielefeld. Mit den Ostwestfalen holte er in der Saison 2019/20 die Meisterschaft in der 2. Bundesliga; allerdings kam er unter dem früheren Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus im Aufstiegsjahr nur zu fünf Einsätzen, nachdem er in den beiden Spielzeiten zuvor Stammspieler gewesen ist. Er war durch eine Muskelverletzung zurückgeworfen worden und hatte es danach schwer, weil die Mannschaft erfolgreich war. "Trotzdem habe ich noch meine Einsätze bekommen. Wir waren ein geiles Team, das es sich vollkommen verdient hatte, Meister zu werden und aufzusteigen. Ich blicke sehr gerne auf die Zeit in Bielefeld zurück", betont er.

Doch statt mit der Arminia in die Bundesliga ging es für Weihrauch im vorigen Sommer runter in die 3. Liga zu Dynamo. "Ich habe mich deshalb ganz bewusst für diesen Schritt entschieden, da ich davon überzeugt bin, dass mit der SGD und dem gesamten Umfeld in den kommenden Jahren noch einiges möglich ist", wurde er in der Mitteilung des Vereins zitiert. Sportgeschäftsführer Ralf Becker zeigte sich erfreut, einen erfahrenen Spieler ablösefrei nach Dresden geholt zu haben. Seine Erwartungshaltung an den Mann mit der Nummer zehn auf dem Trikot: "Er ist ein technisch gut ausgebildeter Spieler, der im Mittelfeld verschiedene Positionen besetzen kann. Zudem zeichnet Patrick seine Laufstärke und ein gutes Positionsspiel aus"

"Was wir als Team geschafft haben, ist außergewöhnlich"

Seine Klasse konnte Weihrauch durchaus nachweisen, allerdings nur bis zur Winterpause. Dann kam für ihn das frühe Saison-Aus wegen einer komplizierten Verletzung am rechten Sprungelenk. Bei einer Operation musste das Innenband versorgt und freie Gelenkkörper entfernt werden. Obwohl er sein bislang letztes von insgesamt 18 Spielen für Dynamo kurz vor Weihnachten 2020 beim 4:2-Erfolg gegen Viktoria Köln bestreiten konnte, war der Mittelfeldspieler entscheidend beteiligt am Aufstieg.

In der Hinrunde war Patrick Weihrauch ein wichtiger Leistungsträger bei Dynamo - bis ihn eine komplizierte Verletzung des rechten Sprunggelenks stoppte.
In der Hinrunde war Patrick Weihrauch ein wichtiger Leistungsträger bei Dynamo - bis ihn eine komplizierte Verletzung des rechten Sprunggelenks stoppte. ©  dpa/Robert Michael

Dementsprechend ordnet er den Erfolg für sich im Vergleich ein. "Trotzdem gibt es da natürlich Unterschiede. Bei den Meisterschaften mit den Profis des FC Bayern wurde ich nicht in der ersten Mannschaft eingesetzt. Das hat dann einen ganz anderen Stellenwert als zum Beispiel der Titel jetzt hier mit Dynamo, weil ich durch meine Einsätze in der Hinrunde spüre, dass ich einen wichtigen Teil zum Erfolg beigetragen habe. Ich denke ich kann das ganz gut einordnen", erklärt Weihrauch.

Tatsächlich lenkte er in der Hinrunde das Spiel der Dresdner, als sie nach dem durchwachsenen Start eine Serie von acht ungeschlagenen Partien mit sieben Siegen die Tabellenspitze in der 3. Liga übernehmen und sich einen kleinen Vorsprung auf die Verfolger verschaffen konnten. Weihrauch erzielte selbst drei Treffer und bereitete fünf Tore vor. "Die Hinrunde lief sehr gut für mich, und wir haben uns auch als Mannschaft immer besser gefunden", sagt Weihrauch. "Leider kam ich dann mit der Verletzung an der Operation nicht vorbei. Was wir aber als Team auch mit Blick auf die anderen Verletzten in der Rückrunde geschafft haben, ist außergewöhnlich."

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Für ein Comeback hat die Zeit in dieser Saison nicht mehr gereicht, aber Weihrauch dürfte auch in der zweiten Liga ein wichtiger Faktor für Dynamo sein. Das Fazit seines ersten Jahres in Dresden: "Die Verletzung mal beiseite genommen, war es ein überaus positives sportliches Jahr für mich und den gesamten Verein."

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