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Dynamo holt den nächsten Profi zurück

Niklas Hauptmann wechselt 2018 zum 1. FC Köln, wird zu Dynamos Rekord-Transfer. Doch immer wieder plagen ihn Verletzungen. Nun ist er zurück in Dresden. Der Trainer kennt ihn schon länger.

Von Timotheus Eimert
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Niklas Hauptmann spielte von 2008 bis 2018 für Dynamo und ist nun wieder zurück in Dresden.
Niklas Hauptmann spielte von 2008 bis 2018 für Dynamo und ist nun wieder zurück in Dresden. © Archiv: Robert Michael

Dresden. Dynamo bastelt am Kader der Saison 2016/17. Der Eindruck drängt sich zumindest auf. Mit Stefan Kutschke und Akaki Gogia hat der Fußball-Drittligist in der aktuellen Transferperiode, die noch bis Donnerstagabend 18 Uhr andauert, zwei Leistungsträger der damaligen Mannschaft zurückgeholt. Die Spielzeit vor fünf Jahren war die erfolgreichste nach dem Bundesliga-Abstieg 1995.

Mit Niklas Hauptmann gibt es nun sogar ein Rückhol-Trio. Wie Dynamo mitteilt, kommt der 26-Jährige vom Bundesligisten 1. FC Köln und unterzeichnete am Mittwoch einen Vertrag bis Juni 2024. „Ich freue mich ungemein, wieder nach Dresden zurückzukehren. Hier habe ich einen Großteil meiner Jugendzeit verbracht und durfte auch meine ersten Schritte als Profifußballer gehen“, erklärte Hauptmann.

Vor vier Jahren war der Sohn von Dynamo-Idol Ralf zu seinem Herzensverein nach Köln gewechselt. Dynamo erhielt damals 3,4 Millionen Euro Ablöse. Bis heute ist Hauptmann damit der teuerste Abgang in der Vereinsgeschichte. „Mit der Verpflichtung von Niklas Hauptmann ist es uns gelungen, kurz vor Ende des Transferfensters einen Spieler mit hoher Qualität zu verpflichten, der obendrein die Stadt, den Verein und das gesamte Umfeld bestens kennt“, erklärte Sportchef Ralf Becker.

Hauptmann spielt 2008 bis 2018 für Dynamo

Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Der Kölner Express vermeldet, dass Hauptmann seinen Vertrag beim 1. FC Köln aufgelöst hat und ablösefrei zu Dynamo wechselt. Damit endet laut Express das wohl größte Kölner Transfer-Missverständnis der letzten Jahre vorzeitig. Hauptmann hat dort 1,2 Millionen Euro pro Jahr verdient, aber kaum gespielt.

Vor vier Jahren wechselte Niklas Hauptmann zum 1. FC Köln und spielt nun wieder für Dynamo. Er wird künftig die Rückennummer 27 tragen.
Vor vier Jahren wechselte Niklas Hauptmann zum 1. FC Köln und spielt nun wieder für Dynamo. Er wird künftig die Rückennummer 27 tragen. © SG Dynamo Dresden/Dennis Hetzschold

Zurückgezahlt habe er das auch aufgrund von Verletzungen und Krankheiten wenig. Seine Bilanz der vergangenen vier Jahre: zwölf Profi-Spiele (alle in der 2. Bundesliga) und elf für die U21 in der Regionalliga West. Zwischenzeitlich war Hauptmann an Zweitligist Holstein Kiel verliehen. Für die Schleswig-Holsteiner absolvierte er 37 Pflichtspiele und verpasste erst in der Relegation – ausgerechnet gegen den 1. FC Köln – denkbar knapp den Bundesliga-Aufstieg. Nach der Rückkehr nach Köln wurde er nur noch sporadisch in der Regionalliga eingesetzt.

Ausgebildet wurde Hauptmann im Nachwuchs von Dynamo und schaffte 2016 den Sprung zu den Profis. Von 2008 bis 2018 spielte Hauptmann bei den Schwarz-Gelben. Seine ersten fußballerischen Schritte machte er zwischen 2000 und 2001 allerdings beim DJK Victoria Frechen in der Nähe von Köln. Damals stand sein Vater Ralf noch als Fußballprofi beim 1. FC Köln unter Vertrag. Dort war er zeitweise sogar Kapitän und wurde in den 1990er-Jahren zu einer Klubikone.

Anfang holte Hauptmann nach Köln

Junior Niklas spielte ab 2001 dann bei FV Dresden-Nord, der mittlerweile SC Borea Dresden heißt. Von dort wechselte er 2008 zu Dynamo und feierte am 23. April 2016 sein Profi-Debüt. Für die Schwarz-Gelben absolvierte er 54 Zweitliga- und zwei Drittligaspiele. Zudem stand er zweimal im DFB-Pokal und einmal im Sachsenpokal auf dem Platz. Nun werden sehr wahrscheinlich weitere Pflichtspiele dazukommen.

„Dieser Verein ist und bleibt für mich immer etwas Besonderes. Ich werde alles daransetzen, mich schnellstmöglich in der Mannschaft zu integrieren und habe richtig Lust darauf, hier Verantwortung zu übernehmen und wieder vor dieser sensationellen Kulisse aufzulaufen“, wird er nun in der Pressemitteilung zitiert.

In Dresden wird er neben Kutschke und Gogia auch auf einen weiteren alten Bekannten treffen. Markus Anfang holte ihn damals zum 1. FC Köln. In seiner Debüt-Saison für die Kölner kam er unter dem damaligen Kölner und jetzigen Dynamo-Trainer auf elf seiner zwölf Einsätze.