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Wilsdruff: Kunst zum Greifen nah

Eine Interessengemeinschaft lädt zu einem Stadtbummel ein. Mehrere Händler ließen ihre Schaufenster dekorieren.

Susann Jäpel stellt ihre Arbeiten im Computerzubehörgeschäft von Marco Dietze (links) aus. Andreas Körner initiierte diese Aktion.
Susann Jäpel stellt ihre Arbeiten im Computerzubehörgeschäft von Marco Dietze (links) aus. Andreas Körner initiierte diese Aktion. © Daniel Schäfer

Einigen Wilsdruffern wird es beim Bummeln schon aufgefallen sein. In vielen Schaufenstern werden seit einigen Tagen Fotos und Bilder verschiedener Künstler ausgestellt. So auch im Computergeschäft EEF-Wilsdruff von Marco Dietze auf der Dresdner Straße. Hier sind drei Bilder und ein Druck von Susann Jäpel zu sehen.

Die junge Hobbymalerin aus Meißen freut sich, dass sie wieder ausstellen kann. Zuletzt konnte sie in Berlin einen Teil ihrer Kunstwerke zeigen - das war vor dem letzten Lockdown. Nun hofft sie, dass die Menschen beim Betrachten ihrer Bilder Zuversicht fassen. "Ich male gern Frauen, die Lebensfreude ausdrücken", sagt die junge Frau, die seit dem zehnten Lebensjahr malt und im Jobcenter Meißen arbeitet.

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Mitstreiter aus dem Fotoclub Wilsdruff

Gezeigt werden ihre Bilder im Rahmen der ersten Wilsdruffer Kunstwoche. Initiiert wurde diese von Andreas Körner. So etwas gab es schon in anderen Städten, sagt der 64-Jährige. Und weil er die Idee gut fand, wollte er sie gern auch in seine Heimat bringen. In Klipphausen, da wo er wohnt, bot sich das aber nicht an. Dort gibt es keine Innenstadt mit Geschäften. Die gibt es im Nachbarort Wilsdruff, zu dem er auch eine Beziehung hat.

Hierher kommt er nicht nur zum Einkaufen, sondern hier trifft er sich auch mit Gleichgesinnten. Denn Körner, der gelernter Bankkaufmann ist, fotografiert gern und ist Mitglied im Fotoclub Wilsdruff. Wilsdruff könnte so eine Aktion gut zu Gesicht stehen, meint er. Mit Krystina Nevoigt und Albrecht Ludwig, die beide in Kesselsdorf wohnen und ebenfalls Mitglied im Fotoclub Wilsdruff sind, fand er Mitstreiter. Mit ihnen gründete im Sommer letzten Jahres die Interessengemeinschaft Kunstwoche.

Andreas Körner zeigt seine Fotos im Schaufenster der Volksbank Dresden-Bautzen.
Andreas Körner zeigt seine Fotos im Schaufenster der Volksbank Dresden-Bautzen. © Daniel Schäfer
Die Bilder von Krysitina Nevoigt hängen in dem Schaufenster im Modegeschäft am Markt.
Die Bilder von Krysitina Nevoigt hängen in dem Schaufenster im Modegeschäft am Markt. © Daniel Schäfer
Diese Motive sind ebenfalls im Schaufenster der Volksbank Dresden-Bautzen zu sehen.
Diese Motive sind ebenfalls im Schaufenster der Volksbank Dresden-Bautzen zu sehen. © Daniel Schäfer

Andreas Körner nahm Kontakt zu den Ladenbesitzern in der Innenstadt auf und stellte ihnen das Konzept vor. Fast alle waren begeistert und sagten zu. "Wir haben die Kunstwoche auf zehn Tage begrenzt", sagt Körner.

Das sei ein Zeitraum, für den Ladenbesitzer für Kunstwerke gern Platz machen. Auch Marco Dietze sagte sofort zu. Er findet die Idee gut und ist sich sicher, dass viele Wilsdruffer die Gelegenheit nutzen werden, sich die Bilder anzuschauen. Vor allem am Wochenende sei auf dem Markt und den Innenstadtstraßen viel los, weil viele einen Spaziergang machen, um sich ein Eis oder einen Kaffee zu kaufen.

25 Maler und Fotografen beteiligen sich

Auch wenn Susann Jäpel ihre Bilder schon am Mittwoch aufgehängt hat, die Kunstwoche startet erst am Freitag. Dann werden 25 Maler und Fotografen, die Körner über private Kontakte und Aufrufe im Amtsblatt für die Aktion gewinnen konnte, ihre Werke in 20 Schaufenstern zeigen. Sie alle stammen aus der Region Meißen und dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Es dürfte für jeden etwas dabei sein.

Eigentlich sollte es noch eine Eröffnungsveranstaltung geben. "Doch diese hat das Landratsamt nicht genehmigt", sagt Körner. Vielleicht gibt es diese im nächsten Jahr. Andreas Körner ist nicht abgeneigt, die Kunstwoche zu wiederholen.

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Auch Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU), der das Projekt wohlwollend begleitet hat und sich freut, dass sich so viele regionale Künstler daran beteiligen, hofft, dass sich daraus eine Tradition ergibt. In diesem Jahr sei diese Aktion ein schöner Lichtblick in der von Corona geprägten Zeit, sagt Rother.

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