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Inzidenz über 10: Wann gelten strengere Regeln in Dresden?

Die Infektionszahlen in der Stadt steigen, seit Freitag liegt die Inzidenz erneut über dem ersten Schwellenwert. Das könnte auf die Dresdner zukommen.

Blick auf die Prager Straße in Dresden: Seit vergangenem Freitag müssen Masken beim Einkaufen nicht mehr getragen werden. Doch das könnte sich bald wieder ändern.
Blick auf die Prager Straße in Dresden: Seit vergangenem Freitag müssen Masken beim Einkaufen nicht mehr getragen werden. Doch das könnte sich bald wieder ändern. © Sven Ellger

Dresden. Keine Maske mehr beim Einkaufen, in der Gastronomie und in der Schule: Erst am vergangenen Freitag fiel die Maskenpflicht in Sachsen in den meisten Bereichen, wenn die Inzidenz unter zehn liegt. Die Freude über die wiedergewonnene Freiheit war groß, doch jetzt bekommen die Bürger und die Regierung möglicherweise die Quittung für zu schnelle Lockerungen und zu viel Unbeschwertheit: Die Infektionszahlen steigen wieder.

Am Montag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in Dresden zum ersten Mal seit einer Woche wieder die Schwelle von zehn Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Danach sank sie kurzzeitig wieder, um dann am Freitag auf 10,2 zu steigen.

Bleibt dieser Wert so hoch, kommen auf die Dresdner wieder Einschränkungen zu. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Was gilt bei einer Inzidenz über zehn?

Am Freitag ist die Inzidenz für Dresden laut Robert-Koch-Institut (RKI) wieder auf 10,2 gestiegen. Das ist der sachsenweit höchste Wert derzeit. Bei einer Inzidenz über zehn kommt auch die Maskenpflicht im Einzelhandel zurück, allerdings frühestens ab kommenden Donnerstag.

Es sei denn, Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) stellt für Dresden strengere Regeln auf. In der Corona-Verordnung heißt es: "Ein Schwellenwert gilt als überschritten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen über dem Schwellenwert liegt. Die jeweils verschärfenden Maßnahmen gelten ab dem übernächsten Tag."

Auch in anderen Bereichen werden die Regeln wieder strenger, wenn die 10er-Inzidenz länger überschritten wird. In der Gastronomie muss dann wieder Maske getragen werden beim Gang durchs Lokal, nur am Tisch darf sie abgenommen werden. "Maske auf" heißt es auch wieder in Theatern und in Hotels. Ebenso gilt die Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz erneut im Zoo, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, im Fitnessstudio, in Kirchen und bei Hochzeiten.

Wer sich ein Dampfbad gönnen will, muss sich nun sogar wieder testen lassen. Ebenso gilt Testpflicht in Diskotheken und bei Großveranstaltungen wie bei Konzerten oder Festen.

Welche Corona-Regeln gelten seit 1. Juli?

Seit dem 1. Juli gelten in Dresden außerdem folgende Regeln:

  • Es sind weiter Hygienekonzepte nötig bei Großveranstaltungen mit über 1.000 Besuchern, wie in Diskotheken, Clubs und Musikclubs sowie Prostitutionsstätten.
  • Unter anderem in Geschäften und Märkten, aber auch bei körpernahen Dienstleistungen wie beim Friseur oder in Bus und Bahn muss weiter eine medizinische Maske getragen werden. Dies gilt auch in Taxis, bei der Schülerbeförderung und für Fahrdienste, beispielsweise für Menschen mit Behinderungen.
  • In der Pflege ist in weiten Teilen weiterhin das Tragen einer FFP2-Maske vorgeschrieben.
  • Die Regelungen für Großveranstaltungen bleiben ebenso in Kraft. Hier werden auch Genesene und geimpfte Personen mitgezählt.
  • Die Vorgaben für Diskotheken, Clubs und Musikclubs behalten ihre Gültigkeit. Es gibt im Innenbereich weiterhin eine Testpflicht.

Außerdem appelliert das Gesundheitsamt mit Blick auf die Zunahme der Delta-Variante an Reiserückkehrer, die aus neu deklarierten Virusvariantengebieten wie etwa Portugal oder Russland einreisen, regelmäßige Testungen in Testzentren durchführen zu lassen. So lasse sich eine mögliche Infektion früh erkennen.

Wie reagiert der Handel?

38.000 Besucher kamen am vergangenen Samstag in den Elbepark. Eine Zahl, die dem Centermanager ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ist sie doch vergleichbar mit dem Vorjahreswert. "Die Maske ist ein Übel für den Handel und wir sind froh, dass die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung endlich auch für uns gefallen ist", sagt Gordon Knabe. Allerdings setzt er auf das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen. "Die Abstandsregeln von 1,50 Meter gelten nach wie vor. Die sollten unbedingt eingehalten werden und wenn das nicht geht, muss Maske getragen werden."

Im Elbepark mit seinen breiten Laufwegen und geräumigen Aufenthaltsbereichen können sich die Kunden aus dem Weg gehen. Doch das sei nicht in jedem Center oder in einzelnen Geschäften der Fall, sagt Knabe. "Wir müssen jetzt alle unseren Beitrag bringen, um das Erreichte nicht zu riskieren." Deshalb solle auch jeder stets eine Maske dabei haben.

Knabe hofft, dass die Pflicht, eine zu tragen, nicht so bald wiederkommt. "In einem weiträumigen und vollklimatisierten Einkaufszentrum ist es lächerlich, die Maskenpflicht bei einer Inzidenz von über zehn wieder einzuführen. Hier sollte die Grenze bei 50 aufwärts liegen", sagt der Centermanager. Der Handel sei lange genug "misshandelt" worden.

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Auch im Dresdner Ikea war am Samstag volles Haus. Die wenigstens Kunden trugen hier Maske. "Wir könnten eine eigene Maskenpflicht angesichts der gesetzlichen Regelungen auch gar nicht mehr durchsetzen", sagt der Filialleiter Dirk Gaißer. Dennoch war es für ihn eine "fast verrückte Situation", dass nach über einem Jahr, in dem die Maske zu tragen war, diese Pflicht am Freitag von einem Tag auf den anderen nicht mehr galt.

Doch auch seine Mitarbeiter würden darauf setzen, dass die Kunden verantwortlich mit der Situation umgehen. Schließlich wolle keiner eine erneut stark steigende Inzidenz und deren Folgen.

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