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Aldi-Schnelltests in Dresden nach 15 Minuten weg

Als erster Discounter hatte Aldi am Samstag Corona-Tests zur Eigenanwendung im Angebot. Doch die meisten Kunden kamen umsonst.

Grit Neubauer sicherte sich am Samstagmorgen in Dresden eine der wenigen Packungen mit Schnelltests.
Grit Neubauer sicherte sich am Samstagmorgen in Dresden eine der wenigen Packungen mit Schnelltests. © Henry Berndt

Dresden. Wer am Samstagmorgen in Dresden ein Päckchen mit Corona-Schnelltests bei Aldi ergattern wollte, der musste früh aufstehen. Schon weit vor der Öffnung der Filialen um 7 Uhr standen die ersten Kunden Schlange. Sie ahnten, das der Vorrat der ersten Lieferung wohl nicht lange reichen würde.

Im Geschäft führte die Kunden dann der Weg direkt zur Kasse, wo die Sets namens "Aesku.Rapid" mit je fünf Tests für 24,99 Euro direkt von den Verkäuferinnen herausgegeben wurden. Die Abgabe war dabei auf eine Packung pro Kunde begrenzt.

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„Dafür haben wir uns bewusst entschieden, um möglichst vielen Kunden die Möglichkeit zu geben, in dieser ersten Runde Schnelltests zu erwerben", sagte Aldi-Sprecher Axel vom Schemm auf SZ-Anfrage. Der Verkauf an der Kasse sollte Massenaufläufe innerhalb des Marktes verhindern. Weitere Vorkehrungen habe man nicht getroffen. "Wir haben seit Monaten ausgefeilte Hygienekonzepte, die funktionieren."

Schon weit vor 7 Uhr standen die Kunden am Samstagmorgen vor dem Aldi an der Kesselsdorfer Straße in Gorbitz Schlange.
Schon weit vor 7 Uhr standen die Kunden am Samstagmorgen vor dem Aldi an der Kesselsdorfer Straße in Gorbitz Schlange. © Henry Berndt

Als eine der ersten sicherte sich kurz nach Ladenöffnung an der Kesselsdorfer Straße in Gorbitz Grit Neubauer ihre Tests. "Ich fahre gleich zu meinen Eltern, die nicht in Dresden wohnen", sagt die 48-Jährige. "Da hat das heute super gepasst." Ansonsten hätte sie sich auch bis nächste Woche gedulden können.

Die allererste Kundin in der Schlange war eine Praxismitarbeiterin. "Ich wollte die Tests vor dem Beginn der Impfungen haben", sagt sie. "Als Praxis kommen wir sonst nur an Großpackungen zu horrenden Preisen."

Es ist 7.13 Uhr, als die Verkäuferin im Aldi an der Kesselsdorfer Straße ihre Kiste zusammenklappt. "So, das war die letzte", sagt sie - und die nächste Kundin in der Schlange verdreht die Augen.

In den anderen Dresdner Aldi-Filialen sieht es zu dieser Zeit nicht anders aus. Überall hängen da schon die vorbereiteten Plakate an den Eingängen: "Liebe Kundin, Lieber Kunde, leider ist der Artikel Corona-Selbsttest aktuell nicht mehr verfügbar. Weitere Artikel sind bereits unterwegs."

Gerade einmal zwölf Packungen waren am Samstag pro Filiale ausgeliefert worden, heißt es. Der Verkauf an Mitarbeiter sei dabei "strengstens verboten" gewesen.

Das begehrte Test-Set zur Selbstanwendung war bereits nach wenigen Minuten ausverkauft.
Das begehrte Test-Set zur Selbstanwendung war bereits nach wenigen Minuten ausverkauft. © Henry Berndt

Welche Dresdner Aldi-Filiale man am Samstagmorgen auch ansteuerte, überall kamen Kunden mit leeren Körben und mieser Laune aus den Läden. Eine ältere Frau hat statt der Tests nur einen Strauß Blumen für die Geburtsfeier bekommen, zu der sie eingeladen ist. "Schade, aber das war ja fast zu erwarten", sagt sie.

Viele zeigen Verständnis, aber einige reagieren auch ungehalten und fragen trotz des eindeutigen Hinweisschildes an der Kasse nach, ob das denn wirklich ernst gemeint sein soll. Entschuldigend erklären die Verkäufer, dass man ja gar keine Werbung gemacht habe, weil man wusste, dass zu diesem Zeitpunkt keine größeren Mengen verfügbar sein würden.

Ab 22. März soll es bei Aldi Einzeltests für 5,49 Euro zu kaufen geben, die dann zum festen Warenbestand gehören sollen.

Lidl bietet seit Samstag Schnelltests in seinem Online-Shop an. Zeitweise brach die Website unter der Masse der Anfragen zusammen. Es gebe jedoch weiterhin Ware, hieß es. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer schnellen Abwicklung aller Kundenanfragen."

Vor Ort in Dresden soll es ab Dienstag unter anderem bei den Drogeriemärkten von Rossmann und DM erste Schnelltests geben. Auch in Apotheken werden sie künftig erhältlich sein.

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