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Blut spenden nun in Dresdner Centrum-Galerie möglich

In der Ferienzeit wird jede Blutspende dringend gebraucht. Ein neues Angebot soll Menschen direkt beim Einkauf in der Dresdner Innenstadt ansprechen.

Torsten Kaiser hat schon oft Blut gespendet. Am Montag war er einer der ersten, die das im neuen Blutspende-Zentrum in der Centrum-Galerie in Dresden tun konnten.
Torsten Kaiser hat schon oft Blut gespendet. Am Montag war er einer der ersten, die das im neuen Blutspende-Zentrum in der Centrum-Galerie in Dresden tun konnten. © Christian Juppe

Dresden. Es ist seine 186. Spende, aber die erste an einem völlig neuen Ort. Ganz locker liegt Torsten Kaiser auf einer Liege im neuen Blutspendezentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), während sein Blut aus dem Arm in einen Beutel läuft. Schwester Tina sitzt bei ihm und fragt, ob alles in Ordnung ist. "Ich hatte noch nie Probleme nach einer Spende", sagt der 55-jährige Kaiser, der seit 1983 freiwillig sein Blut abgibt.

Neben ihm haben sich weitere 49 Personen an diesem Montag zum Spenden in der Centrum-Galerie angemeldet. "Wir sind begeistern vom Zuspruch und hoffen, dass es so gut weiterläuft. Denn gerade jetzt, während der Ferien, fehlen uns Stammspender", sagt Annett Smolka, die beim DRK-Blutspendedienst Nordost für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Sie weiß, dass viele Schwerkranke und frisch Operierte auf Blut angewiesen sind. Jetzt werden verschobene Operationen nachgeholt, der Bedarf an Blut ist hoch. Hinzu kommt, dass einige der gewonnenen Präparate nur fünf Tage haltbar sind. Kontinuierliches Spenden sei deshalb wichtig.

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Mit dem neuen Blutspendezentrum will das DRK neben dem Institut für Transfusionsmedizin an der Blasewitzer Straße eine zweite Anlaufstelle für Dresden und die Region schaffen, um noch kürzere Wege anzubieten. Eine Spende könne jetzt unkompliziert mit einem Einkaufsbummel oder Erledigungen in der City verbunden werden, sagt Torsten Tonn, der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. Drei neue Mitarbeiter sind für das Zentrum in der Centrum-Galerie eingestellt worden.

Gespendet werden kann montags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 19 Uhr, dienstags von 10 bis 15 Uhr sowie einmal monatlich auch samstags von 10 bis 15 Uhr. Dafür ist vorab eine Terminreservierung im Internet nötig unter https://terminreservierung.blutspende-nordost.de/m/centrum-galerie. "Aber natürlich können Interessierte auch direkt vorbeikommen und nachfragen, wann ein Termin frei ist. Die Spende dauert mit ärztlicher Beratung rund 45 Minuten", sagt Annett Smolka.

Doppelter Gewinn für das Einkaufszentrum

Wer sein Blut abgegeben hat, erhält einen Zehn-Euro-Gutschein und kann dafür bei den gastronomischen Anbietern der Centrum-Galerie etwas essen. Wichtig nach einer Spende. Zudem parken Spender eine Stunde kostenlos im Parkhaus des Einkaufszentrums. In der Eröffnungswoche bis zum 6. August gibt es außerdem noch eine Kugel Eis gratis, die die Sächsische Eismanufaktur sponsert. In einer Tombola wird täglich ein Hauptpreis verlost, darunter ein Shopping-Gutschein oder eine Familientageskarte für den Dresdner Zoo.

Für Centermanager Jürgen Wolf ist das neue Blutspendezentrum ein doppelter Gewinn für die Centrum-Galerie. Das Geschäft im Untergeschoss, in das das DRK eingezogen ist, stand lange leer. Nun entspricht die Einrichtung dem neusten Stand moderner Transfusionsmedizin. "Es profitieren alle voneinander: Menschen sehen beim Einkauf die Möglichkeit, Blut zu spenden und entscheiden sich spontan dafür. Andere kommen zum Spenden und gehen dann noch einkaufen in unseren Läden", sagt Wolf. Er freut sich besonders, dass aus der temporären Zusammenarbeit mit dem DRK jetzt eine dauerhafte geworden ist.

Torsten Tonn (li.), der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, und Jürgen Wolf, der Manager der Centrum-Galerie freuen sich über die dauerhafte Zusammenarbeit.
Torsten Tonn (li.), der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, und Jürgen Wolf, der Manager der Centrum-Galerie freuen sich über die dauerhafte Zusammenarbeit. © Christian Juppe

In Dresden Herzstück der Blutaufbereitung

Das Institut für Transfusionsmedizin auf der Blasewitzer Straße ist das Herzstück der sächsischen Patientenversorgung mit Blutpräparaten. Die Spenden werden getestet und zu Blutpräparaten aufgearbeitet. Aus Sachsen, Brandenburg und Berlin werden hier an jedem Werktag mehrere Tausend Spenden verarbeitet und Kliniken zur Verfügung gestellt. Speziell Dresden und die Region mit einer Vielzahl von Kliniken mit Maximalversorgung und niedergelassenen Ärzten hat laut DRK einen stetig steigenden Bedarf an Blutpräparaten. An durchschnittlichen Wochentagen werden 650 Blutkonserven in den sächsischen Kliniken benötigt, sagt DRK-Blutspendedienst-Sprecherin Kerstin Schweiger. Das Dresdner Uniklinikum verwendet im Jahr 22.000 Blutpräparate. Momentan sei die Versorgungslage sehr angespannt, sagt der DRK-Blutspendedienst, denn Ferien, das schwülwarme Wetter und Lockerungen der Pandemiebeschränkungen trügen nicht dazu bei, dass Spenden an erster Stelle steht.

Sorgen, sich beim Blutspenden womöglich mit Corona zu infizieren, müssen sich Spender indes nicht machen. Es gibt Zugangskontrollen, eine Kurzanamnese, die Körpertemperatur wird gemessen und natürlich ist überall eine Maske zu tragen.

Auch Andreas Gatzke ist am Montag in die Centrum-Galerie gekommen, um Blut zu spenden. Doch er muss unverrichteter Dinge wieder gehen. Erst zwei Monate sind seit seiner Operation am Arm vergangen, ein zu kurzer Abstand für seine eigene Gesundheit, um schon spenden zu können, erklärt ihm der DRK-Arzt Robert Albert. Für Gatzke wäre es seine zwölfte Spende gewesen, nun muss er warten.

Andreas Gatzke (r.) wollte Blut spenden, wurde aber von DRK-Arzt Robert Albert darauf hingewiesen, dass seine Operation am Arm erst zwei Monate her ist. Gatzke muss noch einmal zwei Monate warten bis zur nächsten Spende.
Andreas Gatzke (r.) wollte Blut spenden, wurde aber von DRK-Arzt Robert Albert darauf hingewiesen, dass seine Operation am Arm erst zwei Monate her ist. Gatzke muss noch einmal zwei Monate warten bis zur nächsten Spende. © Christian Juppe

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Gesunde Männer dürfen sechsmal innerhalb von zwölf Monaten spenden, Frauen viermal. Die Menge liegt bei maximal 500 Millilitern pro Spende. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden soll im Regelfall zwölf Wochen, mindestens aber acht Wochen, vom Tag der Blutspende plus 55 Tage, betragen. Für Plasma- und Thrombozytenspenden gelten kürzere Abstände.

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