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Muldentalkliniken vor Zahlungsunfähigkeit vorerst gerettet

Die Krankenhäuser in Grimma und Wurzen arbeiten weiter. Sie bekommen ein Darlehen von zehn Millionen Euro aus Steuergeldern. Die endgültige Rettung ist das aber nicht.

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Das Krankenhaus in Grimma gehört zur Muldentalkliniken gGmbH. Die Betreibergesellschaft stand kurz vor der Insolvenz.
Das Krankenhaus in Grimma gehört zur Muldentalkliniken gGmbH. Die Betreibergesellschaft stand kurz vor der Insolvenz. © PR: PL Architekten GmbH

Neukieritzsch. Die finanziell angeschlagene Muldentalkliniken gGmbH mit ihren Krankenhäusern in Grimma und Wurzen kann vorerst weiter wirtschaften. Der Kreisvorsitzende der Linken in Westsachsen, Jens Kretzschmar, teilte am Donnerstag mit, der Kreistag habe am Mittwochabend bei seiner Sitzung in Neukieritzsch entsprechende Beschlüsse gefasst. Das berichtet auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ).

Demnach erhält die Klinikgesellschaft eine Finanzspritze in Form eines Darlehens von zehn Millionen Euro. Damit verbunden sei jedoch ein Sanierungskonzept, das die neue Geschäftsführerin weiterentwickeln soll. Ohne das Darlehen hätte dem Klinikverbund die Zahlungsunfähigkeit und damit die Insolvenz gedroht.

Der Kreistag fand in einer Sporthalle statt. Dennoch reichten die Plätze kaum. Die Linke berichtete von 500 Protestierenden, die LVZ gar von 600. Besonders der Standort Wurzen soll geschrumpft werden, die Zahl der Betten von rund 180 auf kaum mehr 30 sinken. Gegen das Vorhaben sind bislang 5.600 Unterschriften gesammelt worden.

Kretzschmar zufolge hat die Kreistagssitzung gezeigt, "wie wichtig die Beteiligung der Bürger ist, wenn es um kommunale Aufgaben geht". Dennoch lasse der Kreistagsbeschluss "viel Spielraum für zukünftige Maßnahmen und schließt Kürzungen nicht aus". Insbesondere die Wurzener sollten weiterkämpfen, appellierte Kretzschmar. Viel hänge jetzt von der neuen Geschäftsführerin Julia Alexandra Schütte ab. Sie löst den bisherigen Chef Mike Schuffenhauer ab.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte bereits Ende 2023 kundgetan, es rolle eine "Krankenhaus-Insolvenzwelle" an. Demnach bezeichneten nur noch sechs Prozent der Kliniken ihre wirtschaftliche Lage als gut. Zuletzt hatte in Sachsen die Pleite der Paracelsus-Klinik in Reichenbach im Vogtland Aufsehen verursacht. Zudem kam es bei den Notaufnahmen der Krankenhäuser im Freistaat zuletzt zu gravierenden Personal- und Wirtschaftlichkeitsproblemen. (SZ/uwo)