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Zittaus Uhreninsel ist jetzt eine Bohrinsel

In dem geschichtsträchtigen Gebäude Baderstraße 19 hat Zahnärztin Christiane Slansky ihre Praxis eröffnet. Auch der Rest des Hauses soll bald fertig sein.

Christiane Slansky (rechts) und ihre angestellte Zahnärztin Julia Wagner vor dem neuen, modernen Zahnarztstuhl.
Christiane Slansky (rechts) und ihre angestellte Zahnärztin Julia Wagner vor dem neuen, modernen Zahnarztstuhl. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Während außen noch die Gerüste stehen und in den oberen Etagen die Bauarbeiter werkeln, werden im Erdgeschoss der Baderstraße 19 bereits Zähne behandelt und gezogen. Die Zittauer Zahnärztin Christiane Slansky hat hier eine neue Praxis eingerichtet. Bisher praktizierte die 33-Jährige an der Dr.-Friedrichs-Straße. Die dortige Praxis in der Nummer 36 hatte sie vor gut vier Jahren von Gundula Hofmann übernommen, war damals in die Selbstständigkeit gestartet.

Mit dem jetzigen Umzug in die Baderstraße 19 - die im Volksmund als Uhreninsel bekannt ist, weil hier jahrzehntelang Uhren verkauft und repariert wurden -, hat Christiane Slansky ihre Praxisgröße fast verdoppelt. Statt der bisher rund 110 Quadratmeter sind es jetzt gut 200.

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Eine solche Erweiterung sei am bisherigen Standort an der Dr.-Friedrichs-Straße nicht möglich gewesen, begründet die Zahnärztin den Umzug nach gerade mal vier Jahren. Explizit gesucht habe sie aber nicht nach neuen Räumen. Mit der geplanten Sanierung der Baderstraße 19 ergab sich diese Möglichkeit. Sie kennt den Hauseigentümer und der habe sie angefragt, ob sie die Räume im Erdgeschoss nutzen will.

Mehr Parkplätze in unmittelbarer Nähe

Der neue Standort biete in ihren Augen weitere Vorteile: Er ist direkt im Zentrum gelegen und die Parksituation ist besser als an der Dr.-Friedrichs-Straße. "Hier wird man mehr gesehen", findet die 33-Jährige. Zudem ist die neue Praxis nun barrierefrei - was gerade für ihre älteren Patienten eine Erleichterung sei, meint sie. Bisher mussten sie ein paar Treppen überwinden, um in die Praxis zu kommen.

Eigentlich wollte Christiane Slansky bereits im Januar mit dem Praxisbetrieb starten, vor einigen Tagen war es dann schließlich soweit. Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Bauplanungsbüro und den beteiligten Handwerkern sei es gelungen, auch durch die schwierige Corona-Zeit den Zeitplan für die Praxis so gut es geht einzuhalten, heißt es vonseiten des Bauherren.

Die komplette Baustelle soll nach seiner Aussage bis Ende April abgeschlossen werden. Die ersten Wohnungen - in den oberen Etagen sind insgesamt drei entstanden - werden im Mai bezogen. Mehr als eineinhalb Jahre Bauzeit liegen hinter dem Eigentümer - 2019 begann der Umbau. Ein Jahr zuvor hatte der Zittauer Stadtrat eine Förderung des Bauvorhabens beschlossen, die finanzielle Hilfe 2019 sogar noch aufgestockt.

Christiane Slansky und Julia Wagner (vorn) mit drei ihrer insgesamt vier Zahnarzthelferinnen im Empfangsbereich der neuen Zahnarztpraxis in der Baderstraße 19.
Christiane Slansky und Julia Wagner (vorn) mit drei ihrer insgesamt vier Zahnarzthelferinnen im Empfangsbereich der neuen Zahnarztpraxis in der Baderstraße 19. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Vermietung im Erdgeschoss war entscheidend

Entscheidend dafür, dass wieder Leben in die Zittauer Uhreninsel zurückkehrt - 2018 war der gleichnamige Uhrenladen ausgezogen und hatte am Rathausplatz wiedereröffnet -, war nach Aussage des Eigentümers aber die Vermietung des Erdgeschosses an die Zahnärztin. Die Zittauer nennen die Uhreninsel deshalb schon scherzhaft Bohrinsel.

Zu erreichen ist die Praxis über den ehemaligen Eingang des Uhrengeschäftes. Sie nimmt das gesamte Erdgeschoss ein. Eingerichtet wurde sie zum Großteil mit den Möbeln der bisherigen Praxis. "Wir haben sie etwas aufgearbeitet, so sieht man gar nicht mehr, dass sie bereits in Gebrauch waren", sagt die Zittauer Zahnärztin. Darüber hinaus hat sie einen neuen Zahnarztstuhl angeschafft samt Mikroskop zur Wurzelkanalbehandlung und einer Kamera zur Kariesbehandlung.

Bereits im August 2020 hat Christiane Slansky mit Julia Wagner eine zweite Zahnärztin angestellt. Julia Wagner beendete 2019 ihr Zahnmedizinstudium und war zuvor in Ebersbach tätig. Nun kümmert sie sich zusammen mit ihrer Chefin, die an der TU Dresden bis 2011 studiert hatte, um etwa 500 Patienten im Quartal. Christiane Slansky ist sich sicher, dass die meisten Patienten auch in die neue Praxis kommen. Auch neue Patienten seien willkommen, sagt sie.

Für zwei Zahnärzte wäre die bisherige Praxis zu klein gewesen, sagt Christiane Slansky. Sie habe ihre Kollegin auch nur eingestellt, weil der Umzug zu diesem Zeitpunkt bereits feststand. Vier Zahnarzthelferinnen ergänzen das Team, auch hier hat Christiane Slansky eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt.

Bekannt ist Christiane Slansky auch als Sportlerin. Sie war bereits in der Kindheit Abfahrtsläuferin beim ASV Waltersdorf, später kamen Leichtathletik, Triathlon und Tennis dazu. Heute macht sie im Winter noch Langlauf und spielt im Sommer Tennis. Für großen Leistungssport bleibt ihr aber nicht mehr die Zeit - nicht nur wegen der beruflichen Tätigkeit, sondern auch wegen der Familie. Christiane Slansky ist inzwischen zweifache Mutter.

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