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Wichernhaus-Kantine in Görlitz muss auch schließen

Beim Lockdown im Frühling hatte Edwin Schneider noch Glück. Jetzt nicht mehr. Doch er hat noch weitere Standbeine.

Edwin Schneider ist der Chef von Schneider’s Speisen Service im Wichernhaus. Er darf seine Kantine nächste Woche nicht mehr öffnen.
Edwin Schneider ist der Chef von Schneider’s Speisen Service im Wichernhaus. Er darf seine Kantine nächste Woche nicht mehr öffnen. © Foto: privat

Kurzzeitig klang es, als ginge der Lockdown erneut am Görlitzer Wichernhaus vorbei: Während bundesweit Restaurants schließen müssen, dürfen Kantinen geöffnet bleiben, hieß es am Mittwoch.

Doch schon am Donnerstagmorgen erhielt Edwin Schneider, der Chef von Schneider’s Speisen Service, bei einem ohnehin geplanten Termin im Landratsamt die schlechte Nachricht: Auch er muss seinen Speisesaal dichtmachen. „Als Kantinen gelten nur Betriebskantinen, in denen die Leute gemeinsam essen, die auch zusammen arbeiten“, sagt Schneider. Es geht dem Landratsamt also um klar eingegrenzte Personengruppen. Warum das im Frühling anders war, weiß er nicht.

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Ein Haus einzurichten oder den Umzug in eine neue Wohnung zu organisieren, treibt so manchem Zeitgenossen die Schweißperlen auf die Stirn.

Schneider will sich nicht wehren

Gegen die jetzige Regelung will er sich nicht zur Wehr setzen, denn dass seine Kantine keine Betriebskantine ist, sondern für jedermann geöffnet hat, steht fest. Außerdem will er sich mit den anderen Gastronomen in der Stadt solidarisch zeigen. Und: „Wenn wir die Einzigen wären, die offen hätten, würden wir vielleicht eine Überflutung mit Gästen erleben“, sagt er. Das wäre zurzeit wohl auch nicht gut.

Zum Glück hat Schneider mehrere Standbeine: Er kocht das Essen auf Rädern für die Malteser und mehrere Hauskrankenpflegen, er beliefert das Diakonie-Altenheim Wichernhaus gleich nebenan, er hat die Kantine und einen Partyservice. „Alles in allem sind das im Durchschnitt 500 Essen pro Tag“, sagt er. Muss er die Kantine schließen, fallen rund 200 weg.

Abholung ist weiterhin möglich

Aber vielleicht auch nicht: Abholung ist weiterhin erlaubt. Also bleibt die Kantine auch ab Montag wie gewohnt von 11.30 bis 13 Uhr geöffnet – nur eben nicht zum Verzehr vor Ort, sondern zum Mitnehmen. Ob das viele Gäste nutzen werden? Edwin Schneider kann das schwer einschätzen. „Ich probiere es einfach“, sagt er. Wenn es sich finanziell nicht rechnet, dann hört er damit nach ein bis zwei Wochen auf. Aber vielleicht halten ihm ja viele Gäste die Treue. Den Speiseplan gibt es im Internet und vor Ort. Vorbestellungen per Internet sind möglich und verkürzen die Wartezeit, aber notwendig sind sie nicht.

Den Link zum Wichernhaus gibt es hier.

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