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Wasserstoff-Experten kommen nach Görlitz

Am Wochenende geht es um die richtige Strategie für Sachsen. Doch auch die Görlitzer Ambitionen als Forschungsstandort spielen eine Rolle.

Erst Mitte Juni war Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Görlitz, um die Pläne für das Wasserstoff-Forschungszentrum von Fraunhofer zu unterstützen.
Erst Mitte Juni war Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Görlitz, um die Pläne für das Wasserstoff-Forschungszentrum von Fraunhofer zu unterstützen. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Einen schönen Tagungsort haben sich die Wasserstoff-Experten aus ganz Sachsen schon mal ausgesucht, wenn sie sich am Sonntag und Montag in Görlitz treffen. Im Hotel "Gut am See" am Berzdorfer See im Görlitzer Stadtteil Tauchritz, das erst Anfang vergangenen Jahres als Landhotel eröffnet wurde. Hier trifft sich der Innovationsbeirat Sachsen, um über die Entwicklung des Wasserstoffs zu beraten.

Der Innovationsbeirat ist von Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer ins Leben gerufen und vereint Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Vorsitzender des Innovationsbeirates ist Professor Wolfgang Herrmann, der frühere Präsident der TU München, der auch der Jury angehört, die über die Bewerbungen für ein Großforschungszentrum in der Lausitz entscheiden wird.

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15 Ideen für den Wasserstoff der Zukunft

Herrmann und Kretschmer schätzen sich wechselseitig sehr, die TU München hat seit der politischen Wende 1990 enge Kooperationen mit der TU Dresden aufgebaut. Zugleich baute die TU München in den vergangenen Jahren einen Zweigcampus in Straubing auf, der zu Biotechnologie und Nachhaltigkeit forscht und arbeitet. Straubing liegt in Niederbayern, das genauso strukturschwach wie die Oberlausitz war. Gegenüber der SZ mahnte Herrmann jüngst auch ein besonderes Engagement der TU Dresden für Görlitz an. Die Dresdner Uni will auf dem Siemens-Campus einen Zweigcampus einrichten, in dessen Zentrum ein Teststand für neu entwickelte Antriebe für den Verkehrssektor steht. Das kann auch Wasserstoff sein.

So liegt viel Spannung über dem Treffen am Wochenende, auch wenn es "nur" um Wasserstoff geht und um einen Empfehlungsbericht zur Strukturentwicklung in Sachsen bis 2038. Immerhin stellen sich 15 Praxispartner aus Sachsen und Mitteldeutschland am Wochenende in Görlitz vor. Das reicht über die TU Chemnitz und ihre Forschungen über Brennstoffzellen sowie Eisenbahnen auf Wasserstoff-Basis, reicht über das gemeinsame Forschungslabor von Fraunhofer und Siemens Energy in Görlitz, für das über 40 Millionen Euro zur Verfügung stehen, bis hin zu Wärmetauscher-Firmen aus dem Erzgebirge.

Wo baut Siemens künftig Elektrolyseure?

Wasserstoff wird aus der Aufspaltung von Wasser gewonnen. Wenn dafür Energie aus Wind- und Sonnenstrom verwendet wird, spricht man vom grünen Wasserstoff. Er soll eine große Rolle bei der Energiewende spielen und den Einsatz von Kohle und Gas minimieren. Allerdings gibt es noch verschiedene Hürden zu gewinnen: Zum einen gibt es zu wenig Strom aus regenerativen Quellen, zum anderen müssen auch noch Anlagen zur Aufspaltung von Wasser, die sogenannten Elektrolyseure, verbessert werden. Vor diesem Hintergrund hat Siemens Energy zuletzt einen konzerninternen Wettbewerb von Standorten angeregt, wo künftig diese Elektrolyseure hergestellt werden. Der Görlitzer Siemens-Standort hat sich für diese Produktion auch beworben. Eine Entscheidung soll noch im Juli fallen.

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