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Umweltsünde Blumenstrauß: Geht's nicht nachhaltig?

Viele Valentinstags-Sträuße sind schlecht für die Umwelt. Doch es gibt nachhaltige Alternativen wie Trockenblumen, regionale Blüten und Slowflower-Bouquets.

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Auch wenn ein Strauß mit regional wachsenden Blumen im Winter eine Herausforderung ist, es gibt ihn - unter anderem mit Christrosen und Weidenkätzchen. Eine nachhaltige Alternative zu Blumen aus dem Ausland.
Auch wenn ein Strauß mit regional wachsenden Blumen im Winter eine Herausforderung ist, es gibt ihn - unter anderem mit Christrosen und Weidenkätzchen. Eine nachhaltige Alternative zu Blumen aus dem Ausland. © Stephanie Wittmer/stephaniewittmer.ch/dpa

Rosen und Valentinstag gehören für viele Liebende zusammen. Nicht für Corinna Hölzel. "Wenn ich im Laden die Sträuße mit den riesigen roten Rosen sehe, gelingt es mir nicht, Freude zu empfinden", sagt die Pestizid-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Die Gründe dafür liegen in den langen Transportwegen, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und den schlechten Arbeitsbedingungen. "Die Rosen werden aus afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern eingeflogen, um den enormen Bedarf zu decken", sagt Hölzel. Bei der Produktion auf den Plantagen werde ein Cocktail an Pestiziden eingesetzt, von dem sich bei Tests regelmäßig Rückstände in den Schnittrosen finden ließen.

"Die Arbeiter wissen meist nichts von den Gefahren, haben keine Schutzkleidung, keine geregelten Arbeitszeiten. Die Menschenrechtslage ist in der Regel katastrophal, wenn der Betrieb nicht Fairtrade zertifiziert ist", berichtet Hölzel.

Wer also ohne schlechtes Gewissen am Valentinstag Blumen verschenken will, hat einiges zu beachten. Dafür können die Partnerin oder der Partner sich dann uneingeschränkt über die umweltbewusste Aufmerksamkeit freuen.

In diesem Text:

  • Sind Rosen im Topf nachhaltiger als Sträuße?
  • Gibt es umweltfreundliche Alternativen, die man am 14. Februar verschenken kann?
  • Trockenblumen sind nachhaltig und trendy
  • Vorgetriebene Frühlingsblumen im Topf

Sind Rosen im Topf nachhaltiger als Sträuße?

BUND-Expertin nicht viel abgewinnen. "Die Steckling kommen per Schiff aus dem globalen Süden und werden in Holland und Deutschland umgetopft." Doch nicht nur die Herkunft findet Hölzel problematisch. "Die Erde ist fast immer torfhaltig.

Der Abbau ist ein Problem für die Biodiversität und befeuert den Klimawandel: Moore werden trockengelegt, der Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten zerstört und klimaschädliches CO2 freigesetzt."

Gibt es umweltfreundliche Alternativen, die man am 14. Februar verschenken kann?

Doch gibt es Alternativen, die man mit gutem Gefühl überreichen kann? Viel ist es nicht, was die Natur hierzulande zum Valentinstag für einen üppigen Strauß in Aussicht stellt. Schneeglöckchen und Krokusse halten sich zwar recht gut in der Vase, taugen aus Hölzels Sicht aber nur bedingt als Schnittblumen.

"Die Frühblüher sind für die Wildbienen sehr wichtig. Sie komplett abzusäbeln, ist nicht zu empfehlen." Maja Bartholet setzt für den Valentinstag auf Sträuße mit Schneerosen und Weidenkätzchen, die sie mit getrockneten Strohblumen, Zinien, Dahlien und Gräsern kombiniert.

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Trockenblumen sind nachhaltig und trendy

Bartholet gehört der Slowflower-Bewegung an. Die Mitglieder bauen Schnittblumen an – regional, saisonal und pestizidfrei. Rosen zum Valentinstag gehören nicht dazu. Die Farmerfloristin zieht ihre Blumen selbst aus Samen und lässt die Pflanzen in ihrem Garten ohne Pestizide wachsen.

Üppig blüht es auch bei ihr im Spätwinter nicht. "Wir müssen uns einfach wieder mehr öffnen für das, was zu jeder Jahreszeit wirklich da ist und nicht blind annehmen, was uns der Markt verkaufen will", sagt sie.

Genau wie Maja Bartholet setzt die Flowerfarmerin Malin Lüth daher auf Trockenblumen. Mit Blumendraht bindet sie getrockneten Rittersporn, Silbertaler und Strohblumen an Zweigen fest – als Pseudoblüten. Bei den Frischblumen hofft sie auf die ersten Anemonen, die im ungeheizten Folientunnel wachsen. Und wenn das nicht klappt? Auch kein Drama, so Lüth. Denn offiziell beginnt ihre Saison erst im März.

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"Einen Tag der Liebe mit Blumen zu feiern, finde ich gut. Meine Motivation richtet sich aber nicht nach künstlichen Verkaufstagen, sondern nach den Blumen. Und der Valentinstag liegt für die meisten Blumen in der falschen Jahreszeit."

Vorgetriebene Frühlingsblumen im Topf

Ein klein wenig lässt sich der Natur aber auf die Sprünge helfen. So lassen sich zum Beispiel Frühlingsblüher wie Tulpen, Krokusse, Schachbrettblumen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen im Topf im Haus vortreiben. Auch frische Zweige von Forsythie, Magnolie, Zaubernuss, Weide und Obstgehölzen wie Kirsche, Apfel und Zierquitte schlagen aus, wenn sie im Warmen in einer Vase mit Wasser stehen.

Eine Alternative zum Valentinstag-Strauß sind Flower Hoops - filigrane Blumenkränze für die Wand, die Tür oder das Fenster.
Eine Alternative zum Valentinstag-Strauß sind Flower Hoops - filigrane Blumenkränze für die Wand, die Tür oder das Fenster. © kleiner wilder garten/dpa-tmn

Claudia Werner sieht darin sogar eine gewisse Symbolik: das Aufblühen der Liebe. Die Blumenproduzentin ist Mitglied der Slowflower-Bewegung und empfiehlt Flower Hoops – filigrane Blumenkränze für die Wand, die Tür oder das Fenster.

Üppig oder minimalistisch werden dafür Trockenblumen auf einem gold-, silbern- oder messingfarbenen Metallring gebunden. Die romantische Interpretation: "Getrocknete Rosen stehen für die Liebe, der Ring für die Unendlichkeit." (dpa)