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Corona-Spender zeigen Kneipenvorlieben

In der Dresdner Neustadt läuft eine Spendenaktion für geschlossene Kneipen und Restaurants. Jetzt ist zu sehen, wie die Sympathien der Geldgeber verteilt sind.

Damit nach Corona wieder Leben in der Neustadt einkehrt, werden Spenden gesammelt.
Damit nach Corona wieder Leben in der Neustadt einkehrt, werden Spenden gesammelt. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Der Rettungsanker ist ausgeworfen und die Hilfsaktion läuft. Am Donnerstag vor Ostern haben drei Dresdner eine Initiative gestartet, mit der sie dafür sorgen wollen, dass Corona nicht zu einem Kneipensterben in der Neustadt führt. "Bunte Rettungsaktion Neustadt" heißt ihr Projekt. Es ist eine Spendensammel-Aktion mittels der Internetseite Startnext. Crowdfunding ist der Fachbegriff dafür. 24 Kneipen, Bars, Restaurants und eine Sauna sind im Rennen. Fünf Tage und reichlich 12.600 Euro später wird klar, wie die Sympathien verteilt sind.

5.000 Euro braucht jedes Unternehmen mindestens, um über die Schließungszeit zu kommen, haben die Initiatoren errechnet. So sind sie auf die Gesamtsumme von 125.000 Euro gekommen. Wie viel Geld die Spender überweisen, ist ihnen überlassen, ab 10 Euro gibt's später als Dankeschön ein Freibier in dem Laden, den die Geldgeber bedacht haben.

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Die Spendenseite im Internet zeigt, dass bis Montagmittag 347 Menschen Geld überwiesen hatten. Wie viel dabei an die jeweils bedachten Lokale ging, ist nicht aufgeschlüsselt. Wohl aber, wie oft für eine Bar, ein Restaurant oder die Sauna gespendet wurde. Die Geldgeber wählen also bei der Überweisung, wer ihr Favorit im Szeneviertel ist, wer die Corona-Zwangspause auf jeden Fall überleben muss.

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And the winner is: das Bautzner Tor. 61 Überweisungen waren am Montag bereits für die Kneipe an der Hoyerswerdaer Straße eingegangen. Auf den Plätzen zwei und drei: die Sauna Paradise im Hechtviertel, nach eigener Aussage der größte Treffpunkt der Gay-Community in Dresden, die am ersten Spendentag die meiste Zustimmung bekam, und das Hebedas, eine Kneipe an der Ecke Rothenburger Straße/Böhmische Straße. Gemeinsam mit der Studiobar (Görlitzer Straße) gehören diese beiden Läden zu den Spendenempfängern, an die bis dahin 40 und mehr Geldgeber Geld überwiesen hatten.

Im Mittelfeld, mit über 30 Spendern, fanden sich am Montagmittag mit dem Blue Note (Görlitzer Straße) und dem Side Door (Böhmische Straße) zwei Läden, die schon fast zum Inventar des Szeneviertels gehören. Am unteren Ende der Spendenliste standen zu dieser Zeit noch drei Lokale mit einstelligen Spenderzahlen - das Cafe Europa (Königsbrücker Straße, fast gegenüber der Schauburg), der Burger-Laden Dampfschwein an der Louisenstraße und das Cafe Continental an der Ecke Louisenstraße/Görlitzer Straße.

Die Spendenaktion läuft noch bis zum 8. Mai. Das heißt, 24 Spendentage ist noch Zeit, dem Crowdfunding-Ziel von 125.000 Euro möglichst nahe zu kommen. Das Geld wird am Ende so verteilt, wie es für die jeweiligen Lokale eingegangen ist, erklären die Organisatoren der Aktion im Internet.

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