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Wie die Corona-Tests bei Dynamo laufen

Der Verein lässt ab sofort alle Profis, Trainer und Betreuer auf das Virus überprüfen. Ob das die nötige Sicherheit bringt, bleibt jedoch umstritten.

Die Arme verschränkt, beobachtet Chefcoach Markus Kauczinski das Training bei Dynamo. Die Fußball-Profis trainieren in Dreiergruppen im verschlossenen Rudolf-Harbig-Stadion.
Die Arme verschränkt, beobachtet Chefcoach Markus Kauczinski das Training bei Dynamo. Die Fußball-Profis trainieren in Dreiergruppen im verschlossenen Rudolf-Harbig-Stadion. © Dennis Hetzschold

Dresden. Die Meldung kommt am Samstagmittag: Dynamo hat 30 Spieler sowie elf Trainer und Betreuer auf das Coronavirus getestet. Bereits seit vorigem Donnerstag darf der Kabinentrakt im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion nur noch von diesen 41 Personen betreten werden, die ab sofort regelmäßig getestet werden. Die Abstriche wurden nacheinander im Doping-Kontrollraum des Rudolf-Harbig-Stadions unter der Leitung von Dr. Sarah Dräger von der Uniklinik vorgenommen.

Damit erfüllt die SGD die Auflagen aus dem Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL), auf dessen Grundlage die Saison auch in der zweiten Liga ab Mitte Mai fortgesetzt werden soll. Die Proben werden in einem von der DFL zugewiesenen Labor ausgewertet, die Ergebnisse stünden spätestens 24 Stunden nach Eingang im Forschungsinstitut fest. Allerdings hat Dynamo diese bis zum Sonntagabend nicht kommuniziert, anders als Erzgebirge Aue. Dort waren alle Tests negativ.

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Beim VfB Stuttgart, einem weiteren Liga-Konkurrenten, hat ein solcher Corona-Test kein eindeutiges Ergebnis ergeben. Bei einer Person liege ein unklarer Befund vor. Es gebe aber keinen spezifischen CoV-2-Virus-Nachweis, teilte der Klub mit. Der Betroffene, der keine Symptome aufweise, sei prophylaktisch in häuslicher Quarantäne, weitere Tests würden folgen. Dynamo-Trainer Markus Kauczinski hatte diese Unsicherheit im Interview mit der SZ angesprochen und gefordert: „Die Tests müssen hieb- und stichfest sein.“ Wenn die Saison fortgesetzt wird, könne man keinen Abstand mehr halten, auch im Training nicht. „So sehr es viele freuen würde, wenn es weitergeht, muss garantiert sein, dass die Spieler nach jedem Training und jedem Spiel sicher nach Hause gehen können“, betonte der Coach. „Man geht mit Maske einkaufen, und wir treffen ungeschützt aufeinander.“

Spieler ließen sich schon im März testen

Das von Experten in einer Taskforce erarbeitete medizinische Konzept soll dafür ausreichend Sicherheit bieten, Kauczinski stellt aber klar, dass er auf die Entscheidung der Politik vertraut. Wie sehr die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus auch Fußball-Profis beschäftigt, hatte Dynamos Mannschaftsarzt Onays Al-Sadi bereits zu Beginn der Zwangspause Mitte März im Interview auf der Vereinshomepage gesagt. Damals hatten sich einige Spieler testen lassen. Der 39-Jährige, der als Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Notfallmedizin an der Uniklinik arbeitet, gab damals jedoch Entwarnung: „Diesbezüglich erfreut sich der Kader aktuell bester Gesundheit.“ Weitere Tests sollte es nur bei Symptomen geben – nun sind sie vorgeschrieben.

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