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Neue Rettungsversuche für die Dampfer

Ein weiterer Verein will Stadt und Freistaat bewegen, sich für die Dresdner Flotte einzusetzen. Dabei können alle Dresdner mitmachen.

Mit den Dampfern darf es nicht weiter bergab gehen. Deshalb bemüht sich die Elbeschiffahrt-Fachgruppe um die Flotte.
Mit den Dampfern darf es nicht weiter bergab gehen. Deshalb bemüht sich die Elbeschiffahrt-Fachgruppe um die Flotte. © Archiv/Marion Doering

Dresden. Der Druck auf die Stadt wächst. Die "Fachgruppe Elbeschiffahrt" im Landesverein Sächsischer Heimatschutz fordert, "eine klare Positionierung der Stadt Dresden für den Erhalt der „Weißen Flotte“ sowie die Schaffung klarer gesetzlicher Grundlagen zum Fortbestand der Schiffe". Die Mitglieder der Gruppe haben sich in den 1980er Jahren selbst maßgeblich an der Rettung der Flotte beteiligt. Sie leisteten eigenen Angaben zufolge allein 3.500 Arbeitsstunden zur Rettung und beim Wiederaufbau des Dampfers "Diesbar", dem damals die Verschrottung drohte. Jetzt wollen sie, dass die Schiffe als "zu erhaltendes Kulturgut Sachsens" eingestuft werden und Freistaat und Stadt alle Hebel in Bewegung setzen, um die Zukunft der Schiffe auf der Elbe zu sichern.

Deshalb hat die Fachgruppe zwei Petitionen gestartet. Eine richtet sich an den Freistaat, die andere an die Stadt. In der städtischen Petition, die seit Montagmittag auf der Internetseite der Stadt zu finden ist, steht sie Erwartung, das Dresden in Zukunft alles tut, um die Dampfer und Salonschiffe "dauerhaft vor einem Ausverkauf zu schützen". Dabei denken die Mitglieder der Fachgruppe nicht nur an die Schiffe selbst, es geht ihnen auch ums Personal. "Hochqualifizierte Mitarbeiter, vom Schiffsführer bis zum Dampfmaschinisten, dazu Fachkräfte auf der Werft Laubegast, garantieren einen reibungslosen Ablauf und werden auch weiterhin dringend benötigt", steht in ihrer Petition an die Stadt.

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Die Fachgruppe aus dem Heimatschutzverein unterstützt parallel zu ihren eigenen Bemühungen den Verein "Weiße Flotte Dresden – Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt", der sich vergangene Woche zur Situation des Unternehmens zu Wort gemeldet hat. Dieser Verein will Spenden sammeln für den Erhalt der Flotte und bietet sich zugleich als Partner für einen Investor an, der die Dampfschifffahrt mit allen Schiffen weiter auf der Elbe betreiben will. Auch am Bieterverfahren für das Unternehmen will sich der Verein beteiligen. Das ist offiziell am Montag vergangener Woche zu Ende gegangen. Zwar hatten die Grünen im Stadtrat noch versucht, mit einem Eilantrag auch die Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Freistaat und zwei Landkreis zur Beteiligung am Bieterverfahren zu drängen. Doch die Eilbedürftigkeit wurde bei der Ratssitzung am Donnerstag von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) nicht anerkannt. Nun soll der Stadtrat voraussichtlich im September über den Antrag der Grünen entscheiden. Zu spät, bleibt Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung bei seinem Zeitplan. Demnach soll bis etwa Anfang September feststehen, welcher Investor künftig die Geschicke der Dampfschifffahrt führt. Jung betonte dabei aber stets auch, es gehe um den Erhalt der Flotte als Ganzes und ihren Betrieb auf der Oberelbe.

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Hier ist die Petition der Fachgruppe Elbschiffahrt zu finden.

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