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Warum Feralpi einen Tunnel baut

Im Stahlwerk geht es nun in die Tiefe - für ein ambitioniertes Projekt.

Gute Reise: Hier wird der Stabstahl von Feralpi auf Lkws verladen. Am Rand der Halle (im Bild vorn) wird gerade ein Tunnel gebaut.
Gute Reise: Hier wird der Stabstahl von Feralpi auf Lkws verladen. Am Rand der Halle (im Bild vorn) wird gerade ein Tunnel gebaut. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Lkw nach Lkw wird in der Verladehalle von Feralpi Stahl mit Bündeln von fabrikfrischen Betonstahlstäben beladen. Am Eingang ist ein Bereich mit Bauzäunen abgetrennt: Dort hat das Unternehmen gerade einen Tunnel in die Nachbarhalle anlegen lassen. Hergestellt aus Beton-Elementen ist er so groß, dass dort Leute durchgehen können. Tatsächlich ist er aber vor allem für dicke Kabeltunnel gedacht.

"Das gehört schon zu einer Investition, die erst zum nächsten Jahreswechsel in Betrieb gehen soll", sagt Werkleiter Christian Dohr. Bis dahin soll vor der Verladehalle ein neues Schalthaus mit Trafoanlage entstehen. Denn Feralpi Stahl plant, einen neuen Großverbraucher zu installieren: eine Knüppel-Schweißmaschine.

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Die soll die Stahlproduktion deutlich effizienter gestalten. Denn bislang kommt der neu geschmolzene Stahl in jeweils zwölf Meter langen und zweieinhalb Tonnen schweren Knüppeln in die Walzstraße. Weil sich beim Walzen der sogenannte Schwanz und Kopf jedes Riegels verformt, müssen die beiden Endstücke stets abgeschnitten werden - und landen gleich wieder im Schrott.

Das soll mit der neuen Maschine ab nächstem Jahr anders werden: Sie verschweißt die Knüppel schon vor der Walzstraße miteinander, sodass das Material anschließend gleichmäßig und ohne Unterbrechung weiterverarbeitet werden kann.

In einem begehbaren Tunnel müssen die Kabel für das neue Trafohaus deshalb verschwinden, damit die Fläche oben drüber wieder für die Versandhalle zur Verfügung steht: Der Platz im traditionsreichen Riesaer Stahlwerk, das nun einmal mitten in der Stadt steht, ist begrenzt.

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Bei einer weiteren Investition, der drei Millionen Euro teuren Listen-Matten-Schweißanlage, hat sich die Inbetriebnahme derweil etwas verzögert: Die Technik für diese Investition kam aus Italien. Und wegen der Pandemie kamen die 20 Mitarbeiter der italienischen Zulieferer erst in Quarantäne. Zudem wurden sie vorher und hinterher auf Corona getestet. Deshalb konnte es erst jetzt an die Inbetriebnahme der Anlage gehen.

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