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Sachsen

Corona: Sachsen öffnet Schulen Mitte März

Noch vor Ostern sollen alle Kinder im Freistaat wieder in ihre Schulen gehen. Das löst nicht nur bei den Lehrern Zuspruch aus.

Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Schüler.
Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Schüler. © Marijan Murat/dpa

Dresden. Sachsen will bei seinen neuen Corona-Lockerungen äußerst vorsichtig bleiben. Am Donnerstag stellte das Kabinett Eckpunkte der Regelungen vor. Sie sollen am Freitag vom Kabinett beschlossen werden. Ein wichtiger Punkt betrifft die Schulöffnungen. Ab 15. März werden die Schulen für alle Schülerinnen und Schüler wieder geöffnet, die bisher noch keinen Zugang hatten - es ist ein Wechselbetrieb geplant. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im Land oder im Landkreis beziehungsweise kreisfreien Stadt den Wert von 100 überschreitet, sollen die Schulen wieder geschlossen werden.

Für den Schulbetrieb soll es regelmäßige Tests geben - ab 15. März sollen sie an Schulen verfügbar sein. Für Schüler ab Klasse fünf ist ein wöchentlicher Test vorgesehen, für Lehrer und anderes Personal zwei. Wer kein negatives Ergebnis vorlegen kann oder sich dem Test nicht unterwirft, darf am Unterricht nicht teilnehmen. Lehrer sollen Schüler bei Selbsttest unterstützen und diese kontrollieren. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hält die Öffnung für alle aus pädagogischen Gründen für zwingend erforderlich: "Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hier um Schüler handelt, die dann drei Monate lang keine Schule von innen gesehen haben."

Lehrerverband ist begeistert

Die geplante Öffnung der Schulen für alle Kinder und Jugendlichen in Sachsen noch vor Ostern sorgt für Erleichterung. Aus pädagogischer Sicht sei das ein wichtiger Schritt, kommentierte der Sächsische Lehrerverband (SLV) am Donnerstag die kurz zuvor von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) verkündete Lockerung. Laut SLV müssten der Gesundheitsschutz und die strikte Beachtung des Infektionsgeschehens aber weiterhin oberste Priorität haben: "Neben den verpflichtenden Coronatests sind Impfangebote für alle Lehrkräfte ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Schulbetrieb."

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SPD-Bildungsexpertin Sabine Friedel sagte: "Es ist richtig, jetzt weitere vorsichtige Schritte bei der Schulöffnung zu planen. Dabei geht es nicht nur um Bildung und Noten." Für Kinder und Jugendliche werde so auch eine große seelische Belastung gemildert. "Das Wechselmodell - also der Unterricht in geteilten Klassen - hilft beim Infektionsschutz. Den Schulen sollte größtmögliche Freiheit bei der Ausgestaltung des Schulalltags gewährt werden."

Bisher konnten in Sachsen nur Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen und Primarschüler den Unterricht besuchen. Mit Hygienemaßnahmen sollen die Schulen nun für alle weiteren Schüler schrittweise geöffnet werden. Mit Ausnahme der Primarstufe soll aber eine Testpflicht für Schüler sowie für das gesamte Personal gelten. Ein Großteil der Schüler und Eltern werde die Nachricht mit Erleichterung aufnehmen, so Piwarz. "Es ist eine Entscheidung im Interesse der Kinder und Jugendlichen und deren Eltern."

Selbst die Testpflicht umsetzen

Bei der Testpflicht sollen Selbsttests zum Einsatz kommen. Das Ministerium will sie in ausreichenden Mengen beschaffen, damit sie ab 15. März zur Verfügung stehen. Parallel können auch Schnelltests durch geschultes Personal stattfinden. Schüler und Schülerinnen ab Klassenstufe 5 sollen sich einmal pro Woche testen lassen, Lehrer und weiteres Personal an den Schulen zweimal. Der Test soll entweder an der Schule selbst erfolgen, oder es muss ein aktueller Testnachweis vorgelegt werden. Wer keinen negativen Test vorzeigen kann, darf nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.

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