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Sachsen

Frauen häufiger von Corona betroffen

Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen zieht die große Jahresbilanz für 2020. Für die Fachleute war es ein Ausnahmejahr - vor allem wegen Corona.

In der Eichen-Apotheke in Großdubrau werden Antigen-Schnelltests zu Corona durchgeführt.
In der Eichen-Apotheke in Großdubrau werden Antigen-Schnelltests zu Corona durchgeführt. © Steffen Unger (Archiv)

Dresden. Gerlinde Schneider, Präsidentin der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA), stellte am Montag ihren letzten Jahresbericht vor. Ende August geht sie in Rente. „Es war ein Ausnahmejahr“, sagt sie. „Von März bis Dezember haben wir 112.159 Proben auf Covid-19 untersucht. Davon waren 14.070 positiv.“ In Hochzeiten seien pro Woche fast 7.000 PCR-Tests ausgewertet worden. Das sei nur durch externe Hilfe und viele Überstunden der Mitarbeiter möglich gewesen.

Territorial betrachtet, haben sich laut Schneider 2020 in Sachsen im Schnitt 3.500 Menschen pro 100.000 Einwohner mit Corona infiziert. Vor allem Grenzkreise wie der Erzgebirgskreis, Görlitz und Bautzen lagen deutlich darüber. „Frauen infizieren sich durchweg häufiger als Männer“, sagt Schneider. „Denn sie leben nicht nur länger, sondern haben beruflich und privat mehr Kontakte und damit ein größeres Risiko.“ Bei den Todesfällen sank das Durchschnittsalter von 84 auf 82 Jahre 2021, wobei mehr Männer starben. Seit Februar untersucht die LUA alle positiven Befunde auch auf Mutationen.

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Die zweite Herausforderung für die Behörde ist die Afrikanische Schweinepest. Wurde sie 2020 bei 17 Wildschweinen nachgewiesen, waren in diesem Jahr von fast 9.150 Proben bereits 224 positiv. Alle getesteten Hausschweine seien gesund.

Sorgen macht den Kontrolleuren zudem die Geflügelpest. Seit Ende 2020 wurden sieben Ausbrüche bei Geflügelhaltern, einer bei Zoovögeln und 62 bei Wildvögeln registriert. „Wir sind an Kapazitätsgrenzen gekommen“, so Schneider. Denn neben Corona und Tierseuchen hat die LUA 2020 fast 18.000 Proben von Lebensmitteln, Kosmetik und Bedarfsgegenständen untersucht.

Auch Schweinepest im Fokus der Experten

Auch die Veterinärmedizin war enorm gefordert durch Afrikanische Schweinepest (ASP) und Geflügelpest. Zu Buche stehen insgesamt 17 ASP-Nachweise 2020 sowie 224 bis Ende Juni 2021, alle in Ostsachsen. Im Zuge des Monitorings wurden 2020 insgesamt 17 106 Wild- sowie 5231 Hausschweine, diese alle mit negativem Ergebnis, untersucht. Laut Schneider breitet sich ASP nun westwärts aus.

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Dazu kamen 324 Geflügelpest-Nachweise seit November 2020, vor allem bei Nutztieren oder gehaltenen Vögeln, der letzte datiert von Ende Mai. Zu Buche stehen acht Ausbrüche in Geflügelzucht oder privaten Haltungen oder Zoos sowie 62 bei Wildvögeln.

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